Manchmal ärgere ich mich doch arg, einen Mac zu haben – und sei es auch ein Macbook Pro. Denn machen wir uns nichts vor: Für Windows gemachte Spiele auf dem Mac zu spielen ist eher weniger ein Spaß als mehr. Und ich fürchte, hier macht Apple einen großen Fehler.
2007 war das Jahr der Casual Games und des beispiellosen Siegeszuges der Wii. Ich behaupte mal, es war die schnellste und weitreichendste Veränderung der Vorstellung, was Computerspiele sind und sein können in diesem Jahrzehnt. Und darin ähnelt der Erfolg der Wii deutlich dem Erfolg des Ipods. So fucking what? Ein Ipod ist keine Wii und wird es auch nicht werden. Aaaber Nintendo hat gezeigt, dass sehr viele Spieler gar keinen Wert auf Spiele legen, die eine teure und hochwertige Hardware brauchen und mehr noch, dass Computerspielen immer stärker und stärker ein (man vergebe mir die Vokabel) Lifestyle-Ding wird – genau wie der Ipod eben nicht einfach nur ein MP3-Player ist, sondern das Konzept MP3 zu Lifestyle(*urgs*)Dingsbums erhoben hat.

Oder um es anders zu sagen: Ipod, Macbook, Wii und DS haben eine sehr große Schnittmenge zumindest in der Zielgruppe – in dieser Schnittmenge liege ich z.B. – und mein Macbook ist technisch mehr als fähig, diese Zielgruppe zu bedienen. Ich habe keine Lust mehr auf den ewigen Grind. Ich habe keine Lust mehr auf Verpflichtungen. Ich habe keine Lust mehr zu verlieren und ich habe keine Zeit mehr für die »großen« Spiele. Ich will ab und zu ein bisschen… ja was eigentlich? Dölmern, wie man in Westfalen sagt. Einer belanglosen augenscheinlich nutzlosen Tätigkeit nachgehen, die kindlichem Spielen ähnlich ist. Casual Games halt. Schnell rein. Schnell raus. Nebenbei. Und da bin ich nicht alleine. 2003 wurde 9 Milliarden Stunden lang Solitär gespielt. Ohne komplexe Regeln. Ohne hippe Grafik. Nur so. Ach.

Und wer sich jetzt fragt, was all die merkwürdigen, nach Prinzessin Mononoke aussehenden Hirsche hier im Beitrag machen, dem sei gesagt, dass sie der Grund meiner Unzufriedenheit sind. Sie sind die Spielerfiguren in The Endless Forest, einer kostenlosen Multiplayer-Online-Dölmerei. Man kann soviel nämlich gar nicht machen, nur das, was man als Hirsch so macht: laufen, grasen, röhren. Vor allem aber kann man nicht chatten. Das stelle ich mir wirklich nett vor. Weniger ist eben mehr. Leider gibt’s das Spiel nicht für den Mac und in diesem Fall ist weniger dann gar nichts.

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