Marco Cadioli fotografiert Schlachtfelder und Kriegsschauplätze. Er wird schon viele Kämpfer gesehen haben, es wird ihn schon oft erwischt haben, er wird schon oft gestorben sein zwischen den Fronten. Und das alles nur für ein paar Fotos. Doch seine Schauplätze liegen jenseits der physischen Gefahr, denn sie liegen online im Netz.
»I travel across the net like a Japanese tourist in Europe«
So, wie die Fotos von den realen Kriegen unserer Welt inzwischen wie Screenshots aus Videospielen aussehen, sehen Cadiolis Screenshots aus Videospielen aus wie die Fotos realer Kriege. Nicht, weil die Grafik von Counter-Strike, Enemy Territory oder Quake III fotorealistisch wäre, nein. Sondern, weil seine Bilder den gezeigten Augenblick auf dieselbe Weise vergrößern, wie dies die Bilder guter Fotoreporter tun. Roh, ungeschönt und nicht immer perfekt abgelichtet.
Dafür lässt sich Marco Cadioli wie ein »eingebetteter Journalist« von einem erfahrenen Spieler durch die Online-Arenen dreier Shooter führen, sucht nach geeigneten Motiven und dokumentiert die Action in schwarzweiß. Arenae heißt seine Fotoreportage, der hoffentlich noch weitere ähnliche folgen werden. Denn Herr Cadioli hat sich, wie ich finde, nebenbei auch noch einige kluge Gedanken zur Fotografie, zu computergenerierter Grafik und zum Leben im Netz an sich gemacht. Die man hier und dort lesen kann.
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