Sherlock

von chris · 24. Juni 07 ·

Sherlock HolmesGelegenheiten, Frau Schmitz zuzustimmen, sollte man nicht verstreichen lassen. Besonders in diesem Fall. Die DVD-Box der ersten Staffel der Granada-Serie mit Jeremy Brett als Sherlock Holmes steht schon seit längerem in meinem Regal, und ich finde sie großartig. Zwar gibt es zwischen den einzelnen Folgen durchaus Qualitätsunterschiede, aber die gibt es in Doyles Geschichten ebenso. Davon abgesehen spielen Brett und Burke das Baker-Street-Duo Holmes und Watson genau so, wie ich mir die beiden beim Lesen der Geschichten immer vorgestellt habe.

Neben den verschiedenen Verfilmungen gab und gibt es auch eine lange Liste an Computerspiel-Umsetzungen der Holmes-Geschichten. Doch ich muss gestehen, ich kenne keine einzige davon. Dabei sind die beiden letzten Abenteuer, Die Spur der Erwachten und Das Geheimnis des silbernen Ohrrings gar nicht mal so alt. Insbesondere letzteres macht nach der Lektüre einiger Reviews auf mich den Eindruck einer möglicherweise schön inszenierten, klassischen Detektivgeschichte.

Kennt jemand von uns hier eines oder sogar beide Abenteuer? Sind die virtuellen Abbilder von Holmes und Watson gelungen? Taugen die Geschichten was? Oder anders: Kann man als Fan von Doyles Erzählungen und der Verfilmung mit Jeremy Brett mit den Spielen etwas anfangen?

mo [d-frag.de] meint:
Ich kenne Sherlock: The Riddle of the Crown Jewels von Infocom. Das ist schon ganz nett und hat eine Doylesche Atmosphäre (auch wegen der Klangeffekte), reicht aber nicht an andere Infocom-Spiele heran. An grafische Holmes-Adventures habe ich mich bisher nicht getraut.
· 24. Juni 07 · 18:06
chris [d-frag.de] meint:
Das muss man sich praktisch aus historischen Gründen schon anschauen. Das erste Spiel von Bob Bates!
· 24. Juni 07 · 18:38
HomiSite meint:
Hab die beiden Spiele nicht gezockt, aber aus den Printtests (PCPP + GS; Wertungen schwanken zwischen 60 und 80) lese ich folgendes heraus:

"Das Geheimnis des silbernen Ohrrings" ist ein recht klassisches Adventure. Grafik: Eckige 3D-Figuren vor wenigen, leblosen 2D-Backgrounds. Die Rästel sollen leider überwiegend reines Absuchen von Locations nach Indizien sein, dafür ist die Geschichte spannend, raffiniert und logisch (jedoch sind die Dialoge unterrepräsentiert und nicht immer logisch). Es gibt viele und markante Verdächtige, dafür sind aber Holmes und Watson zu klischeehaft: Ersterer sehr hochnäsig, letzterer sehr tollpatschig.
(Nach den Tests interessierte mich das Spiel nicht mehr; auf "Itemgrinding" hab ich kein Bock :-)

"Die Spur der Erwachten" ist komplett in 3D und meist aus Holmes' Ego-Sicht ist. Leider sei die Grafik nicht so dolle, teils richtig schlecht (dicker Minuspunkt).
Die Rätsel, teils auch Physikkopfnüsse, sollen überwiegend gut, logisch und abwechslungsreich sein, wenn auch nicht besonders schwer, dafür manchmal mit zu wenig Hinweisen.
Leider soll der Handlungsverlauf nicht besonders gelungen sein, da die Entwickler wohl nicht so gut mit der Cthulhu-Thematik (!) klarkamen und die Story oft Bocksprünge macht. Außerdem sollen alle Charaktere Abziehbilder und nicht immer glaubwürdig sein, immerhin Holmes und Watson seien einigermaßen gut getroffen; Holmes soll auch nicht mehr so arrogant wie im Vorgänger wirken.
(Trotz - oder gerade wegen? - Cthulhu hab ich darum einen Bogen gemacht.)
· 24. Juni 07 · 19:01
Aulbath meint:
Spur der Erwachten... Cthulhu!? Whoo! Muß ich mir ansehen!!
· 24. Juni 07 · 20:18
imYemeth meint:
Hast das Cthulhu-Feature im aktuellen Escapist übersehen?
· 24. Juni 07 · 20:25
Petra meint:
Was man nicht unerwähnt lassen sollte: Der Herr Watson auf dem 'großartig' verlinkten Bild ist Edward Hardwicke. Ersetzte mit Beginn von 'The Return of Sherlock Holmes' David Burke. Und ist noch mal um Längen besser. Ungelogen.
· 24. Juni 07 · 20:31
chris [d-frag.de] meint:
Holmes und Watson zu klischeehaft: Ersterer sehr hochnäsig, letzterer sehr tollpatschig.

Oha. Ein tollpatschiger Watson. Klingt schon mal überhaupt nicht gut.

Edit: Hardwicke, der aus "Oliver Twist"? Klasse. Muss mir schnellstmöglich die anderen Staffeln besorgen.
· 24. Juni 07 · 20:59
Sebastian meint:
Eines meiner ersten Adventures war Lost Files of Sherlock Holmes - The Case of Serrated Scalpel von 1992. Zu damaliger Zeit hat es den Spieler in seinen Bann gezogen und mich von der ersten bis zur letzten Minute gefesselt. Kann mich noch daran erinnern, dass es schön gezeichnete Kulissen, glaubwürdige Rätsel und eine recht spannende Story hatte. Ist nur die Frage, ob man sich dieses Spiel heute noch antun möchte. Der Rest der Holmes-Titel sagt mir leider nix.
· 25. Juni 07 · 00:06
gloomy meint:
Wie Sebastian hab ich auch "The Case of the Serrated Scalpel" gespielt, auch wenn ich gar nicht mehr weiß, wie das auf deutsch hieß.
Jedenfalls war ich damals voll im Fieber der brillanten LucasArts-Adventures und dankbar für jedes Point&Click, das ich kriegen konnte. Es zog einen auch sofort rein mit einer gut gemachten Rendersequenz wie eine Frau in einer Seitengasse ermordet wird.
Man war wie teilweise bei Indy 4 als Zweierteam unterwegs, konnte sich also jederzeit mit Watson austauschen, ihn für Rätsellösungen benutzen etc. Sehr nett war auch, dass man manchmal einzelne Spuren im heimischen Chemielabor untersuchen musste und so weiterkam. Man hantierte also in einem Minispiel mit den einzelnen Elementen herum. Ein weiteres Minispiel war in einem Pub, wo man gegen einen Typen im Dart gewinnen musste, damit er einem weiterhalf.
Holmes erkannte natürlich sofort die gezackten Schnitte im Opfer als Schnittwunden durch ein Skalpell, deshalb der Name. Das Ganze spielte glaube ich in der Zeit kurz nach Jack the Ripper, wegen der Methode vermuteten die Beiden einen Nachahmer. Ihr seht schon, das Spiel hat mich ziemlich beeindruckt, deshalb hab ich alles noch ziemlich genau vor Augen. Also wenn Sherlock/Adventure-Fans das Spiel irgendwie zum Laufen bringen können, es lohnt sich auf jeden Fall. Ich bin leider irgendwann nicht weitergekommen. Das Internet mit seinen unzähligen Komplettlösungen gab es ja leider in der Form noch nicht ;)

· 25. Juni 07 · 14:00
gloomy meint:
Nach dem Lesen einiger Manhunt-2-Kommentare fühle ich mich noch verpflichtet folgendes klarzustellen: Ich fand das Intro nicht gut gemacht, weil eine Frau ermordet wird, sondern wegen der filmreifen Inszenierung samt Kamerafahrt durchs neblige London und der düsteren Atmosphäre. *Seufz*
· 25. Juni 07 · 15:18
chris [d-frag.de] meint:
*g* So schlimm da drüben?
· 25. Juni 07 · 20:59
gloomy meint:
Manche Leute scheinen sich dringend ein Spiel zu wünschen, bei dem man Kinder vergewaltigen und anschließend zu Tode foltern kann. Denn das ist künstlerische Freiheit !!einself
· 26. Juni 07 · 15:49
Aulbath meint:
Nee, lieber zu Tode foltern und dann vergewaltigen XD
Sorry, der mußte sein...

*duckundweg*
· 26. Juni 07 · 18:29
chris [d-frag.de] meint:
Lassen wir die Diskussion bitte bei dem Artikel, zu dem sie gehörte. :)
· 27. Juni 07 · 00:45
Simaniac meint:
@gloomy Guck mal.

für umsonst und auch noch legal.
problemlos mit der DOSbox zu spielen.
· 8. Dezember 08 · 16:56

Kommentare sind für diesen Beitrag geschlossen.

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