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d-frag.de :: 300

300

von ben · 5. April 07 ·

300Heute läuft 300 in den deutschen Kinos an. Eigentlich machen wir das hier ja nicht – Kinofilme besprechen. Aber 300 ist anders. Es gibt viele gute Gründe, 300 nicht zu mögen, die meisten davon haben ix und Medienrauschen schon aufgezählt. Und sie haben eigentlich auch völlig recht.

Sieht man 300 als einen Kinofilm, so stellt er sich als zwischenzeitlicher Höhepunkt einer langen Reihe gewalttätiger Sandalenstreifen dar. Ein Höhepunkt der Blutspritzerei, ein Höhepunkt der Sprücheklopperei und ein Höhepunkt der Ent-Realisierung und Überhöhung der Sandalenfilme.

Aber vom ersten Trailer an habe ich nichts anderes sehen können als einen Film gewordenen Ego-Shooter. Die Geschichte bis auf’s Nötigste reduziert. Gewalt bis ins Unrealistische inszeniert. Special Moves, ästhetisierende Zeitlupen, Fontänen von Blut, fantasievolle Endgegner und immer wieder, Welle auf Welle: Kanonenfutter, das dahingemessert werden will und werden muss.

300 ist nicht ein letzter Film in einer langen Reihe von Sandalenfilmen; 300 ist endlich ein erster Film. Endlich wirkt unser Verständnis der Neuen Medien auf die alten Medien zurück. Computerspielkultur hat auf ihrem Marsch durch die Institutionen die erste Bastion eingenommen. Und was soll ich euch sagen? Ich steh’ total drauf.

(P.S.: hübscher Verriss in der Intro.)

mnemo meint:
Selbst als passionierter Computer- und Videospieler finde ich den Film blöd. Nur Gewalt und Blut, am besten in Zeitlupe. Wozu? Ein Mindestmaß an interessanter Geschichte sollte zumindest vorhanden sein.
· 5. April 07 · 16:15
arne meint:
steh auch drauf....
für mich ersetzt die kompromisslosigkeit der darstellung und die authenzität der spartanischen besessenheit eine geschichte mehr als genug.
· 5. April 07 · 16:31
nille meint:
Meinetwegen muß der gute alte Sandalen-Film nicht revolutioniert werden. Das Original "Der Löwe von Sparta" hatte doch alles, was man sich wünschen könnte: Schön bunte Kostüme, ordentlich eingeölte, geschwollene nackte Oberkörper, Darstellerinnen mit professionell gestützten und verschnürten Brüsten, Streitwagen...
· 5. April 07 · 16:38
joe meint:
"authenzität"?

Naja, meiner Meinung nach ist das einzig "authentische" an dem Film, das Begriffe wie "Sparta", "Xerxes" und co verwendet werden. Aber naja, so wie ich das verstehe, beansprucht der Film ja auch nicht eine authentische Geschichtsdoku zu sein. Von daher sei ihm das mal verziehen. Was bleibt ist nette, actionlastige Unterhaltung die das Hirn nicht beansprucht. (Was auch gut ist, sonst würde man evtl. die deutlich einseitige und, ähm, deutlich negative Darstellung der Perser tatsächlich noch ernst nehmen.)

Aber, Geschmäcker sind verschieden. Und das ist wohl auch gut so! :)

Cheers, joe
· 5. April 07 · 17:54
chris [d-frag.de] meint:
Ich fand den Film grandios. Um einen Satz von Ben mal umzubauen: 300 ist nicht ein weiterer Film in einer langen Reihe von Comicverfilmungen; 300 ist die erste Comicverfilmung. Warum das so ist, erklärt Frank Michael Helmke auf filmszene.de hervorragend:

Während bei "Sin City" die Schauspieler noch durch bewusst künstliche Welten stiefelten und dem Film so seine einzigartige Comic-Ästhetik gaben, geht Snyder einen entscheidenden Schritt weiter und verfremdet durch sein visuelles Konzept selbst das Aussehen seiner Darsteller so sehr, dass sie kaum mehr wie Menschen, denn schon wie animierte Figuren wirken. Das Ergebnis ist ein bislang noch nicht erlebter Zusammenfluss von reellen (Schauspieler, Kostüme, Sets) und animierten Elementen. In "300" verschmelzen alle Bildelemente zu einem derart harmonischen Ganzen, dass die Grenzen nicht mehr auszumachen sind: Was hier noch Kulisse und was schon Computer-Animation ist, ist beim Betrachten quasi nicht mehr feststellbar.

Wenn der "Verriss" der Intro wirklich nur aus diesen beiden Absätzen besteht, finde ich ihn allerdings nicht überzeugend, während ich ix' und Medienrauschens Standpunkt absolut nachvollziehen kann.

Der Film lässt nie einen Zweifel daran, dass die 300 Spartaner, die hier ein beispielloses Gemetzel veranstalten, “die Guten” sind. Und das, obwohl der Film genau erklärt, wie ein wirklich großes Kriegervolk entsteht, nämlich durch Euthanasie, Kindesmisshandlung und eine strenge Intoleranz gegenüber jeglicher Form von Diplomatie., schreibt Martin Riemann da. Dabei lässt der Film reichlich Zweifel zu, dass die Spartaner pauschal "die Guten" sind, und Herr Riemann zählt die Gründe dafür auch auf. Dass die dargestellte Gesellschaft des Film-Spartas überaus fragwürdig ist, ändert aber nichts daran, dass die Film-Perser schlicht in Griechenland einmarschieren und die Bevölkerung versklaven wollen - sind die Spartaner auch nicht "die Guten", so sind sie bei der Verteidigung ihres Heimatlandes durchaus im Recht, sollte man meinen. Die Gesellschaft von Millers Sparta funktioniert so wie dargestellt, weil sie im Grunde ein Konstrukt ist – sie hat erzählerisch nur den Sinn, die nachfolgende Schlacht zu legitimieren und im Rahmen der Gesetze dieses Comic-Universums plausibel zu machen, wie 300 Mann zwei Tage gegen eine solche Übermacht standhalten können. Das Verfahren ist uns aus Computerspiel-Universen nur allzu gut bekannt – Halos Master Chief ist auch nicht umsonst der Master Chief.

Dabei ist es bezeichnend, dass der widerlichste Bösewicht der Geschichte ein liberal wirkender Kriegsgegner ist, der sich natürlich als korrupter Königinnenschänder entpuppt, schreibt Riemann weiter. Und das ist leider grundfalsch. Theron "entpuppt" sich nicht als korrupt, sondern es ist schon vor Beginn der Schlacht, ab Therons erstem Auftritt im Film, offensichtlich, dass er eine Verbindung zu den Persern hat und nur aus diesem Grunde gegen den Krieg ist. Deshalb wirkt er auch zu keinem Zeitpunkt liberal – wo will Riemann das wahrgenommen haben –, denn er befördert aktiv den Untergang seines Heimatlandes und die Versklavung seiner Landsleute. Wie sich das mit Liberalismus und der Freiheit des Einzelnen als Grundnorm der Gesellschaft verträgt, möge man mir erklären.

Dabei finden sich im Film unzählige Stellen, die das, worauf Riemann hinauswill, viel besser zeigen. Man denke nur an die Darstellung der Ephoren als degenerierte, notgeile, geldgierige alte Säcke, während sie in Wirklichkeit auf Jahresfrist von der Volksversammlung gewählte Beamte waren, die überwiegend Kontrollaufgaben innehatten. Oder man denke an Gorgos Auftritt vor dem Rat. Wie sie dieses Rededuell mit Theron beendet – da ist das Schwert wohl eindeutig mächtiger als die Feder.

Zum Schluss bringt Riemann dann noch diesen lächerlichen Querverweis auf den Iran, der ja auch generell bei den Rezensenten sehr beliebt zu sein scheint. Er funktioniert nur schon rein deshalb nicht, weil die nach Weltherrschaft strebende Supermacht im Falle von 300 – die Perser sind.
· 5. April 07 · 18:02
laZee meint:
"Computerspielkultur hat auf ihrem Marsch durch die Institutionen die erste Bastion eingenommen."

Ich hatte das Gefühl bereits bei "Crank", der ja definitiv dicke GTA Einflüsse hatte :)
· 5. April 07 · 18:13
chris [d-frag.de] meint:
Achso, ehe das noch zu Missverständnissen kommt: Ich hab durchaus meine Probleme damit, dass Miller selbst erklärt, die Gewalt in seinen Comics sei immer moralisch begründet und niemals Selbstzweck. Denn diese Moral ist nicht meine Moral. Nur so zum Selbstzweck ist 300 aber klasse.
· 5. April 07 · 18:21
ben [d-frag.de] meint:
@chris: gut gut, sooo genau hatte ich die Kritik nun nicht gelesen. Ich fand den Text in erster Linie pitoresk geschrieben und ich hab' mehrfach laut gelacht. Abgesehen davon fand ich, dass er im Kern recht hat, wenn er sagt, dass 300 "ein wirklich erstaunlicher Trashfilm [ist], der den richtigen Leuten richtig großen Spaß machen wird."

Und um meine Position noch ein bischen auszudehnen: Der Film funktioniert wirklich dann am besten, wenn man als einen filmgewordenen Ego-Shooter versteht. Und ich finde, man kann im Film einige Anzeichen finden, die dafür sprechen, dass er eigentlich ein Action-Spiel ist.

1. Die aufwändige digitale Inszenierung. Wie ix ganz recht bemerkt, hat keiner der Spartaner Körperbehaarung. Ganz genau wie all die halbnackten Action-Game-Helden, wie bspw. Kratos aus God of War. Alles sieht unechter als echt aus, nur auf den Gesamteffekt bedacht. Bei Games beruhte das lange Zeit darauf, dass digitale Spielwelten, die realistisch aussehen, technisch nur schwer, oder zumindest schwerer machbar waren. In den spielen der letzten Generation ist dies Merkmal allerdings zur ästhetischen Eigenschaft geworden. Die ehemalige Beschränkung ist zu einer Tugend geworden, die nun auch ein anderes Medium erreicht hat.

2. Der Tonfall. Ich persönlich stehe ja total auf Erzähler aus dem Off, gebe aber sofort zu, dass es wenig subtil, künstlerisch oder gar anspruchsvoll ist. In der Regel kennzeichnet es trashige Filme. (Exkurs: so fehlt bspw. die Off-Spur im Directors Cut von Blade Runner, die das Studio nachträglich hineingezwungen hat, um die Geschichte auch dem letzten Deppen zu erklären.) Aber selbst wenn der Erzähler nicht wäre - die Dialoge des Film bestehen fast ausschließlich aus Pathos und Machotum. Solches - wirklich unzweifelhaft un-ironische - Gerede kenne ich sonst eigentlich nur aus Games wie God of War, Metal Gear Solid oder Doom.

3. Das Verhältnis zur Historie. Es gehört zu Computerspielen, viel stärker als zum Film und zur Literatur, dass die Geschichte der Menschheit nicht mehr ist als Kostüme, in die die Geschichte des Spiels gesteckt wird. Filme und Literatur erheben aus ihrer Tradition her immer auch den Anspruch der Geschichtsschreibung. Seit Homer, Shakespeare und Ridley Scott ist das so und diesem Anspruch können sie kaum entfliehen. Computerspiele haben sich nie diesem Anspruch hingegeben. Und so tut es auch 300 nicht. Die Schlacht bei den Thermopylen und die Geschichte Spartas ist eine Maske, einer Verkleidung für 0815 Chauvi-Grobiane, die ein Action-Gewalt-Ballet aufführen.

4. Fehlende Botschaft. Den Film nach seiner Moral zu fragen, ist ein gerechtfertigter Reflex. Geschichten erzählen uns etwas über die Welt, sie erklären uns die Welt. Das war schon immer so. Und selbst wenn es nicht so wäre, ist es doch das größte Hobby der Deutscheleherer und Feuilletonisten. Was will uns der Film sagen? Was sagt uns der Film? Ich für meinen Teil habe mich nie gefragt, was Doom mir sagen will. Gut einmal habe ich es doch getan, als ich Georg M. Oswalds grandiosen Text über Doom gelesen habe, der genau diese Frage gestellt hat und darauf nur eine Antwort hatte: Kills 100%, Items 100%, Secret 0%. Klar erklären uns Games inzwischen auch die Welt und klar finden sich in Games inzwischen auch gute Geschichten, Geschichten die eines Feuilleton-Analyse wert sind. Aber diese Games bleiben die Ausnahme. Gerade Action-Spiele wie Doom oder God of War funktionieren ganz prächtig, ohne dass man ihnen Fragen stellt, was sie uns denn nun sagen. Und genau so funktioniert 300. Genau so.

Ich glaube wohl, dass weder Fank Miller noch Zack Snyder das beabsichtigt haben. Ich glaube sogar, dass sie diese Nähe zu Games weit von sich weisen würden. Aber erstens ist das gar nicht nötig. Ich kann es sehen und das reicht mir, und zweitens möchte ich den überraschenden Erfolg des Spiels als schwachen Beweis meiner Theorie heranziehen. Für die Generation, die mit Doom, Metal Gear Solid und God of War groß geworden ist, ist das ein grandioser Film.
· 6. April 07 · 09:21
chris [d-frag.de] meint:
Na bitte, sind wir doch im Grunde wieder einer Meinung. Bei Punkt 1 stimme ich dir vollkommen zu, bei Punkt 2 ebenfalls. Gears of War passt dort auch perfekt hinein. Absolut unironisch inszeniert, aber hat das irgendjemand ernst genommen, außer Epic selbst? Punkt 3: Ja, das meinte ich damit, dass Sparta und Persien im Film Konstrukte seien, die wenig mit den historischen Vorbildern zu tun haben, sondern lediglich diese Schlacht ermöglichen sollen. Die Maßgabe war eine Schlacht von "300 gegen eine Million", in der die 300 wirklich zwei Tage lang eine Chance haben. Das Szenario ermöglicht das, fertig. Miller sieht das zwar tatsächlich ganz anders, aber mehr steckt im Grunde nicht dahinter. Ebenso ermöglichen Geschichte und Szenario von Halo den Master Chief, ermöglicht es Jade Empire dem Spieler, die Welt zu retten (wobei mir Biowares Variante, das Jadereich bewußt nicht als "ancient china" zu sehen, sondern aus chinesischen Legenden unter anderem Namen ein Szenario zusammenzubauen, das ihren Vorstellungen entspricht, entschieden lieber ist als Millers Vorgehen, der den ganzen Quatsch eindeutig viel zu ernst nimmt und zumindest seine Comicvorlage sogar noch für historisch ziemlich korrekt hält). Punkt 4: Jau, der Film ist vor allem gewaltig überinterpretiert.

Allerdings bin ich mir bei den Punkten 2-4 nicht sicher, ob dieses Übertragen auf den Film eine positive Entwicklung ist. Gerade Punkt 4 sorgt interessanterweise schon bei Spielen dafür, dass man generell selten nach der Aussage dahinter sucht und sie deshalb manchmal selbst in Spielen übersieht, die ganz klar eine haben. Beyond Good and Evil musste erzählerisch schon ganz schön den Holzhammer auspacken, um über diese Wahrnehmungsschwelle zu kommen. Zusätzlich gab Michel Ancel damals mehrere Interviews, in denen er über "games with a meaning" sprach, damits auch der Letzte merkt. Bei Spielen, in denen die Aussage wie in Neverwinter Nights 2 eher subtil verpackt ist, geht sie an der absoluten Mehrheit der Spieler schlicht vorbei...
· 6. April 07 · 10:18
ben [d-frag.de] meint:
@Chris: ja. Völlig richtig. Ich meine - ich bin ja Literaturwissenschaftler, zumindest von der Ausbildung her und eigentlich hab' ich ja auch hier immer etwas anderes gepredigt: die Bedeutung ist eigentlich ein wunderbares Geschenk und machte am Ende alle Medien erst wichtig. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich mir nicht ständig Filme wie 300 ansehen kann.
Aber dieser eine Film, zu diesem Zeitpunkt in der Entwicklung und im öffentlichen Diskurs, ist ein Zeichen. Er zeigt, wie tief die Computerspielwelt inzwischen in unsere Kultur eingedrungen ist, und wie unfähig, die "Chattering Classes" sind, damit umzugehen. Die Welt tut sich träge bewegen, die Dinge ändern sich.
· 6. April 07 · 10:30
Krischn meint:
"Sie sind da auf einem Gebiet, wo die Technik wichtiger ist als die Handlung. In einem Film dieser Art macht die Kamera die ganze Arbeit. Natürlich bekommen Sie nicht unbedingt die besten Kritiken, die Kritiker interessieren sich ja nur fürs Drehbuch. Sie müssen Ihre Filme entwerfen, wie Shakespeare seine Stücke baute, fürs Publikum."

Nein, das Zitat stammt nicht aus einem Promointerview mit Zack Snyder, sonder stammt von Alfred Hitchcock (er spricht über Psycho)

Ich selbst bin mir noch nicht 100% sicher, was ich von 300 halten soll. Aber meine Sympathien für den Film steigen eigentlich mit jedem Verriss den ich lese. Aber das liegt auch an der Inkonsequenz der Kritiker. Ständig wird betont, es ist ja "nur" (was soll das überhaupt heissen) eine Comicverfilmung, aber trotzdem muss erwähnt wrden, dass der Film historisch inkorrekt und unrealistisch sei. Dementsprechend sollte man den Film auch als das wahrnehmen was er ist, nämlich hauptsächlich als reinen(=visuellen) Film.
· 6. April 07 · 11:48
ben [d-frag.de] meint:
@Krischn: Haha! Fantastisches Zitat! 1000 Dank. Ich muss ja zudem sagen, dass ich es total irrelevant finde, dass es sich um eine Comic-Verfilmung handelt. Zugegeben, durch ie vielen Zeitlupen und all die digitalen Effekt, wirkt er halt an vielen Stellen malerisch. Aber das täte er ja auch, wenn es die Vorlage nicht gäbe.

Und wie schon in meinem Kommentar oben erwähnt: ich glaube, dass Historische Korrektheit und Realismus überhaupt als fehlenden Eigenschaften wahrgenommen werden liegt doch nur daran, dass man im Vorfeld von einem Film mit dem Thema erwartet, historisch korrekt und realistisch zu sein. Von einem Computerspiel mit dem selben Thema würde das niemand erwarten.
· 6. April 07 · 11:56
Khesrau meint:
Man kann ja das alles durchdiskutieren. Oder aber man fügt sich der höheren Gewalt und glaubt dem grumpy gamer.

Ganz einfach.
· 6. April 07 · 21:14
ben [d-frag.de] meint:
Es ist eigentlich alles immer so einfach. :]
Da hätte ich ja auch mal selber drauf kommen können, da nachzusehen.
Danke Khesrau. Schön, dass Du wieder da bist.

ben_
· 6. April 07 · 21:21
chris [d-frag.de] meint:
Oh ja, der grumpy gamer voll auf der Höhe. Da ist alles gesagt!
· 6. April 07 · 23:12
Ove Gamer meint:
Am Beamer spielen mit großer Leinwand macht Laune. Für 'n Spiel aber verdammt kurz und ich habe die ganze Zeit über den Controller nicht gefunden. Was wollten aber die anderen Spacken alle hier? Oder war das noch der Intro Film? Nirgendwo Sachen zum Sammeln, keine Pilze und wo war die Prinzessin?
· 7. April 07 · 01:27
Aulbath meint:
Halte den Film für einen Totalausfall (aus vielerlei Gründen) - verstehe aber warum die Playstation-Generation drauf abfährt.

Mich würde jetzt nur interessieren ob diejenigen die den Film abfeiern, das auch tun würden wenn es die heroischen Taten der Deutschen im WK.2 zeigen würde - bei gleicher Inszenierung. Könnte mir da schon ein paar schöne Szenarien mit genügend rassistischem Potenzial vorstellen.

Wenn dies die Zukunft der Vermischung zwischen Spiel und Film ist, dann dürfen Spiele gerne wieder in der dunklen, vernerdeten Ecke landen aus der sie ursprünglich herkamen oder meinetwegen ganz in der Versenkung verschwinden...

Und ja, ich habe mein Gehirn nicht an der Kasse abgegeben... fällt mir im anscheinenden Gegensatz zu vielen anderen Menschen wohl einfach noch viel zu schwer.
· 7. April 07 · 21:16
Aramir meint:
Aulbath, wenn Du wirklich verständen hättest, warum so viele Leute auf den Film abfahren, dann würdeste die Antwort zu deiner Frage bereits wissen ...

Die Antwort wäre übrigens ein unmissverständliches 'Nein' !
· 7. April 07 · 22:28
Aulbath meint:
Ich find's einen interssanten Aspekt... wenn's überzogene Comicgewalt mit Charakteren ist, die uns zumindest nicht offensichtlich, trotz extremer ideologischer/moralischer Überschneidungen mit unserer eigenen, zweifelhaften Vergangenheit konfrontiert, ist das tolerierbar, akzeptabel, geil whatever...

Wenn man's aber mal auf den Punkt bringen würde, und lediglich Charaktere, Schauplatz und Zeit änderte wäre es plötzlich Nazi-Propaganda und Böse und überhaupt, jedermann wäre schockiert und würde sagen das er sich sowas nicht ansehen würde. Heck, ein so aufgezogener Wikinger-Film hätte wahrscheinlich schon gereicht.
Jedenfalls wären inhaltliche Elemente prinzipiell gleich... und hat für mich so ein bisschen was von Doppelmoral.

Oder in anderen Worten: Faschistoid im alten Griechenland supergeil. Faschistoid um 1940 total doof - WTF?!

Ich find's jedenfalls krass wie ein Film der wirklich so offensichtlich Rassenhass, Kriegsverherrlichung, Frauenfeindlichkeit usw. schürt und gutheißt von der breiten Masse der Bevölkerung positiv aufgenommen wird.
Bei Starship Troopers haben damals alle rumgeheult, und das ist sogar ein Anti-Kriegsfilm... und jetzt kommt hier so'n Zäh' wie Leder - Hart wie Kruppstahlschinken an (übrigens, Göring hat die Schlacht auch mal beiläufig als Motivation für die Truppen an der Front erwähnt), der alles durch "Comicverfilmung, bitte nich ernstnehmen" rechtfertigen kann/darf (und sich dabei in entscheidenden Dingen von der Vorlage löst, bzw. Zeug hinzufügt was gar nicht da war - siehe alle Sexszenen), und niemand aus der Playstation-Generation hat ein Problem damit?!

Auch in Anbetracht der Killerspiel-Situation kann ich viele Spieler deshalb nicht verstehen, die diesen Film gutheißen... und vorallem das anscheinend viele Menschen prima ihr Gehirn ausschalten können, macht mir Mut für die Zukunft.

Flame on!
· 7. April 07 · 23:02
ben [d-frag.de] meint:
@Aulbath:
Erstens:
Dass zeitlich nähergelegende Ereignisse (bei denen einige der Beteiligten sogar noch leben) eine andere kulturelle Bedeutung haben als weit entfernte Ereignisse ist eine Tatsache, auch wenn sie mit Denken kaum zu rechtfertigen ist. Die Gräber von Toten die vor 5 Jahren verstorben sind auszuheben ist Leichenschändung. Die Gräber von Toten auszuheben, die 5000 Jahre verstorben sind ist Archäologie. So einfach ist das.

Aus dem Grund können antike Szenarien sehr einfach als Kostüme für Geschichten verwendet werden, ohne dass wir uns Gedanken um die tatsächlichen Menschen dahinter machen müssen. Bei Nazi-Szenarien ist das nicht so einfach, weil die Menschen dahinter ggf. dafür sorgen, dass wir uns um sie Gedanken machen.


Zweitens:
Was Du meinst, wenn Du sagst, dass es Dir schwer fällt, dein Hirn an der Kasse abzugeben ist ja, dass Du dir die Geschichte nicht ansehen kannst ohne moralische Schlüsse aus dem Gezeigten zu ziehen. Und das führt notgedrungen zu der Frage, ob es überhaupt legitim ist sich einen Film oder ein Spiel anzusehen und sogar gut zu finden, ohne solche Schlüße zu ziehen, oder es nicht ein Fehler ist, weil man damit der Moral, die im Spiel steckt vorschub leistet.

Die meisten Menschen würde diese Frage wohl mit "Ja" beantworten. Gewalt und Pathos haben offensichtlich Unterhaltungswert zumal wenn so brillant inszeniert. Und ich halte mich (wie viele) druchaus für fähig, zwischen Fiktionen und Wirklichkeit zu unterscheiden, auch und gerade moralisch. Selbst wenn
der Film den Anspruch erheben würde historisch korrekt zu sein, muss ich ihn mir deshalb durch's schauen nicht zu eigene machen, denn der Grund, warum ich den Film so positiv aufnehme sind nämlich zu ziemlich alle anderen Aspekte des Films - außer der Moral.

Und bei aller Liebe. Das ist weder neu noch ungewöhnlich sondern überaus normal. Und bei aller Liebe: lies mal als erstes das Buch von Heinlein und dann schau Dir mal das Bonus Material auf der Starship Troopers DVD an. Das ist ungefähr gar nicht ironisch. Aber selbst wenn - mit deinen Argumenten bekommt man auch als Zuschauer von Pulp Fiction oder Natrual Born Killers einige Probleme. Als Spieler von Doom erst recht.

· 8. April 07 · 10:21
imYemeth meint:
@"Gehirn an der Kasse abgeben".
Mal ehrlich, hast Du Dir den Film in Erwartung einer historisch kritischen Auseinandersetzung mit dem Thema Krieg, Gewalt und Sparta/Faschismus angesehen? Spielst du Final Fantasy wegen der Moral, dass man mit Kämpfen alle Probleme der Welt lösen kann?

Solche Filme sind Eskapismus pur und mit etwas Medienerfahrung kann man sie durchaus mit einem gewissen Abstand betrachten, ohne sie in dem Maße moralisch auseinanderzunehmen zu müssen, wie dies grade überall passiert. Klar muss den unkritischen Umgang von 300 mit der eigenen Story nicht toll finden, aber Story und Moral sind nun auch nicht unbedingt die Kernkompetenz von AAA Actionfilmen aus den USA. Ganz ehrlich, ich kann mir das ansehen ohne reflexartig Nazivergleiche ziehen zu müssen.
· 8. April 07 · 11:53
Aulbath meint:
@Ben: Ich habe generell damit ein Problem Geschichte reißerisch aufbearbeitet als "Unterhaltung" anzubieten. Besonders dann, wenn die belegbaren historischen Gegebenheiten völlig verdreht werden (die Griechen haben damals angefangen, die Persier haben drauf reagiert - allein das würde schon das ganze Filmkonzept umschmeissen, denn eigentlich sind die Bösen die Guten wollte man es denn s/w betrachten).
Spiele aus diesem Grund auch keinerlei Shooter mit militärischem Hintergrund oder Strategiespiele auf historischer Grundlage.

Schlachtengemälde und Historie im Rahmen eines apolitischen Fantasyuniversums wie bspw. LotR ist vollkommen in Ordnung (solange man nicht, wie in der Filmumsetzung geschehen, plötzlich doch wieder irdische Politik (Völker des Westens, gegen Krempel des Ostens) mit reinbringt).

Davon abgesehen ist die weltpolitische Lage momentan einfach nicht gut für einen derartigen Film - denn die "Bösen" aus 300 machen nämlich gerade auch in der wirklichen Welt ein bisschen Stress. Somit kriegt der Film für mich einfach einen propagandistischen Beigeschmack.

@imYemeth: Erwartet hatte ich eine Mischung aus Conan-Epik, LOTR-Kampfszenen mit ehrenwerter/stolzer Krieger-Philosophie.

Was ich nicht erwartet hatte war eine nicht endenwollende Playstation-Cutscene (nicht abbrechbar), mit vielen anti-klimax-Szenen (Nashorn und Elefanten z.B.) unpassendem Schrott wie dem "Troll", der bösen Persierorks, dem ganzen Ficki-Ficki-Quark und sich dauernd wiederholenden Kampfsequenzen. Mal ganz davon abgesehen das die technische Umsetzung z.T. gruselig war - die Hintergründe fand' ich z.B. durchgehend grottig, aber auch sämtliche Tiere waren amateurhaft (der Wolf OMFG!).

Und dann war's mir einfach zu amerikanisch-stumpf... z.B. Leonides frisst nen' Apfel auf dem Berg Toten, und läßt erstmal one-liner los. Das ist einfach nicht mein Stil.

Für eine gelungene Umsetzung hätten se' den Typen nehmen sollen, der die KMFDM-Videos gemacht hat, und gut ist. Dann wäre definitiv ein Klassiker entstanden.
So wie es jetzt ist, ist es einfach ein Totalausfall - den Trailer halte ich übrigens nachwievor für sehr gelungen. Schade das der Film nicht ansatzweise das halten konnte, was der Trailer versprach.

Aber wie gesagt, verstehe schon warum's dem durchschnittlichen God of War-Fan gefällt - laut, dumm, dieselbe Optik wie all die belanglosen Spiele die momentan auf dem Markt sind und auch bei Bier noch vollständig zu begreifen. Superfilm!
· 8. April 07 · 13:21
ben [d-frag.de] meint:
@Alubath: die Grenze zwischen historischen Geschichten und fiktionalen Geschichten ist ausgesprochen durchlässig, schaut man sich die Prinzipien an, nach denen a) Fiktionen und b) Geschichtschreibung und Kulturgeschichte funktioniert. Da zwischen Historie und Fantasyuniversen zu unterschieden ist zumindest für den radikalen Wertunterschied, den Du machst, gewagt, insbesondere dann, wenn es sich um Historie handelt, die mehrere tausend Jahre alt ist. Gewag, aber legitim, inbesondere wenn man so konsequent ist wie Du und sich auch Spielen mit historischem Hintergrund verweigert.

Die Einordnung eines Werkes in seinen zeithistorischen Kontext ein eine Lieblingsbeschäftigung des Kommentariats und legitim - nicht kann seinem Kontext entfliehen, allein ob es dem Werk gerecht wird und dem Autoren gegnüber angemessen und fair ist, steht auf einem anderen Blatt.

Deine restlichen Punkte scheinen mir reine Geschmacksfragen sein, über die wir herrlich weiter streiten können, nur wird es uns wohl zu nichts Weiterem führen.
· 8. April 07 · 14:29
imYemeth meint:
Hmmm, ich finde es im Gegenteil ganz interessant wenn fikitve Geschichten historisch verortet werden (solange sie keinen Anspruch erheben hier die "Fakten" darstellen zu wollen, was eine in Renderoptik gehaltene Comicverfilmung kaum tut, oder?).

Fiktion hat immer Bezüge zur Realität. Geschichte ist nie "objektiv". Wieso also nicht damit spielen, sie verdrehen, neu erzählen etc.? Ein kreativer Umgang mit Geschichte macht viele Werke doch erst Interessant (Ecos Foceaultsches Pendel, Name der Rose... Filme wie Apocalypse Now, Gladiator, Das Leben der Anderen... Spiele wie Age of Empires, Stalker, Civilisation), grade weil der Kontext dem Leser/Betrachter/Spieler eigentlich bekannt ist.
· 8. April 07 · 16:35
Björn meint:
@Aulbath:

Ich kann deine Position verstehen und habe leider gerade nicht die Zeit genauer darauf einzugehen, darum jetzt nur schnell ein ganz kleiner Einwurf (der etwas unfair ist, weil ich mir nur einen Nebensatz aus deinen Posts rauspicke):

übrigens, Göring hat die Schlacht auch mal beiläufig als Motivation für die Truppen an der Front erwähnt

Du weißt aber schon, dass das eine Reductio ad Hitlerum ist? Dass die Nazis die Schlacht bei den Thermopylen propagandistisch ausgenutzt haben, sagt erst einmal weder über Herodot, noch über die Schlacht selber, noch über die zukünftige Nutzung dieser Schlacht in Realität und Fiktion etwas aus.

(Und wie gesagt, das ist etwas unfair, aber mir fehlt gerade die Zeit mich ausführlicher mit deinen Posts auseinanderzusetzen. Vielleicht komme ich nachher oder morgen noch dazu.)
· 8. April 07 · 16:40
Aulbath meint:
@ben: Wie gesagt, halte das ganze für fragwürdig. Zumal ich nun auch viele erlebt habe, die sonst beim Anblick der ersten Triskele NAZISAU brüllen, aber 300 feiern... da haut für mich irgendwas nicht hin. Und das ist auch mein eigentliches Problem, dieses Messen mit zweierlei Maß.
Und ich sehe nicht was 1000 Jahre da für Unterschiede machen (wir erinnern uns, das Dritte Reich hielt ja auch 1000 Jahre... ;) *hust*)

Und ja, der Rest ist Geschmackskrams.

@imyemeth: "fikitve Geschichten" sind die Abenteuer der 300 aber nicht. Das es hier nicht faktisch korrekt zugeht, ist klar, du und ich können das auch trennen... weißt du aber das dein Nebenmann im Kino das auch kann? Oder jemand der im Geschichtsunterricht nie aufgepasst hat? Ich meine, bei Befragungen unter Jugendlichen in den USA kam raus das 3/4 glauben Dt. würde noch von Hitler regiert (Quelle nicht zur Hand, und ist jetzt auch nur ein superkrasses Bespiel)... und daher halte ich den Film bzw. Inhalt zumindest für fragwürdig, besonders da eben auch die wenigen Fakten die es denn in den Film geschafft haben, verdreht worden sind.

"Geschichte ist nie "objektiv"." - sollte sie aber möglichst sein, ich bin als Ostdeutscher übrigens von dieser Nichtobjektivität selbst betroffen (allerdings nicht annähernd so stark wie meine Eltern), und das macht die ganze Sache nicht unbedingt leichter.

@Björn: Ja, ich weiß... eigentlich streube ich mich sonst auch dagegen (bzw. war schon oft genug im Kreuzfeuer solcher Menschen). Hier war es allerdings das Tüpfelchen auf dem i.

Mich kotzt einfach an, das ich mich für das Tragen heidnischer Symbole die von Nazis besudelt worden sind aber in ihrer ursprünglichen, und immernoch gültigen, wirklichen Bedeutung mein Lebensgefühl ausdrücken, rechtfertigen muß (und das obwohl diese Symbolik zum Teil ähnlich alt und älter ist wie die Jungs in Sparta) - aber Rotz wie 300 kommt davon.
Gleiches gilt für Musik oder andere Filme die ich mag - und 300 kommt, mit gleichem oder schlimmeren Inhalt und niemand sagt was, weil "Comicverfilmung" alles rechtfertigt.
Was mich auch dazu bringen würde, diverse Indizierungen der letzten Jahre zu hinterfragen... hey, Mortal Kombat ist auch comichaft überzogen, steht aber auf dem Index?!

Ich denke, du wirst das sicherlich argumentativ zerstreuen/auseinanderbauen was ich hier zusammenschreibe, aber zumindest weißt du worauf ich hinaus will.

Jedenfalls bin ich mir sicher, das dieser Film mit Wikingern/Germanen einen schweren Stand gehabt hätte und diverse Leute auf die Barrikaden gegangen wären - und das obwohl da "nur" ein paar hundert Jahre zu den Griechen zwischenliegen.
· 8. April 07 · 17:36
ben [d-frag.de] meint:
Exkurs: Wie witzig ist das denn mal bitte, dass es schon ein formales Argument 'reductio ad hitlerum' gibt? Ich hab das immer unter "Vor Applaus aus der falschen Ecke ist man nie gefeiht" subsumiert. *hihi*
· 8. April 07 · 17:45
imYemeth meint:
"weißt du aber das dein Nebenmann im Kino das auch kann? Oder jemand der im Geschichtsunterricht nie aufgepasst hat? Ich meine, bei Befragungen unter Jugendlichen in den USA kam raus das 3/4 glauben Dt. würde noch von Hitler regiert (Quelle nicht zur Hand, und ist jetzt auch nur ein superkrasses Bespiel)... und daher halte ich den Film bzw. Inhalt zumindest für fragwürdig, besonders da eben auch die wenigen Fakten die es denn in den Film geschafft haben, verdreht worden sind."

Sorry, das ist ein Totschlagargument. Es wird immer Leute geben die (aus welchen Gründen auch immer) nicht in der Lage sind Fiktion und Realität auseinanderzuhalten (das War of World Hörspiel ist das allseits beliebte Beispiel dazu). Aber das kann doch keine Grundlage für Medienschaffende sein, wenn sie sich mit einem Thema befassen. Mal davon abgesehen dass es sicher mehr Leute auf die Bildzeitung hereinfallen, als 300 für historisch bare Münze nehmen.

Inhaltlich kann ich Deine Bedenken natürlich nachvollziehen, aber ich glaube nicht dass sie das Geschrei wert sind, das überall gemacht wird. Es bleibt für mich ein dümmlich-naiver Film mit Brachialen Bildern und ein bisschen zu viel Slow-Mo.

"Mich kotzt einfach an, das ich mich für das Tragen heidnischer Symbole die von Nazis besudelt worden sind aber in ihrer ursprünglichen, und immernoch gültigen, wirklichen Bedeutung mein Lebensgefühl ausdrücken, rechtfertigen muß (und das obwohl diese Symbolik zum Teil ähnlich alt und älter ist wie die Jungs in Sparta) - aber Rotz wie 300 kommt davon."

"Wirkliche Bedeutung"? Entschuldigung wenn ich Dir das sagen muss, aber Bedeutungen sind auch nichts objektives. Sie entsehen durch gesellschaftlichen Konsens, man einigt sich darauf welche Bedeutung ein Stoppschild hat, eine grüne Ampel oder ein ausgestreckter Mittelfinger.
Wenn Du mit dem Sonnenrad am Rucksack herumläufst, dann solltest Du Dir darüber im klaren sein dass dieses Symbol inzwischen im allgemeinen Konsens eine andere Bedeutung hat, als es das vor Jahrhunderten bei den Germanen hatte. Die alte ist natürlich nicht hinfällig, aber im aktuellen Kontext gesehen nahezu irrelevant.
Sicher wäre es erstrebenswert dass man seinen Mitmenschen etwas toleranter und vorurteilsfreier begegnet, aber mit einem gewissen Spielraum von persönlichem Pech müssen Minderheiten wohl einfach leben.
· 8. April 07 · 21:14
chris [d-frag.de] meint:
Aulbath, ich versteh deine Position vollkommen, die Kritikpunkte treffen schon zu. Aber:

Wie gesagt, halte das ganze für fragwürdig. Zumal ich nun auch viele erlebt habe, die sonst beim Anblick der ersten Triskele NAZISAU brüllen, aber 300 feiern... da haut für mich irgendwas nicht hin. Und das ist auch mein eigentliches Problem, dieses Messen mit zweierlei Maß.

Der grundlegende Unterschied (und die Grundlage dafür, dass mich dieser Punkt nicht stört und ich 300 überhaupt mögen kann) ist allerdings, dass 300 es einem sehr leicht macht, den Spartanern kritisch gegenüberzustehen. Es sind doch nicht umsonst gleich die Eröffnungsszenen des Films, die einem deutlich machen sollten, dass dieses Film-Sparta mit unseren heutigen Wertvorstellungen wenig gemein hat. Wie soll man sich nach dieser Eröffnungssequenz wirklich mit denen identifizieren? Wie kann man nach diesem Einstieg davon ausgehen, der Film wolle einem mit dem ganzen Ruhm-und-Ehre-Gelaber später wirklich irgendeine Message überbringen?

Deshalb sehe ich auch überhaupt keinen Widerspruch darin, einerseits 300 gut zu finden und Rassenhass, Kriegsverherrlichung und Frauenfeindlichkeit andererseits nicht.

So wie es jetzt ist, ist es einfach ein Totalausfall - den Trailer halte ich übrigens nachwievor für sehr gelungen. Schade das der Film nicht ansatzweise das halten konnte, was der Trailer versprach.

Okay, das ist jetzt wirklich Geschmackssache und damit eigentlich nicht diskussionswürdig aber: Der Trailer ist doch auch nur 300 in kurz. Ich seh da null Unterschied zur Zwei-Stunden-Langfassung, abgesehen von der Länge. Was übersehe ich?

Jedenfalls bin ich mir sicher, das dieser Film mit Wikingern/Germanen einen schweren Stand gehabt hätte und diverse Leute auf die Barrikaden gegangen wären - und das obwohl da "nur" ein paar hundert Jahre zu den Griechen zwischenliegen.

Es gehen doch diverse Leute auf die Barrikaden. Auch in meinem Bekanntenkreis habe ich viele Leute, die diesen Film schlicht nicht losgelöst von den tatsächlichen historischen Gegebenheiten betrachten können und die deshalb, für mich absolut nachvollziehbar, auch keinen Spaß an diesem Film haben können. Ihn schlecht finden müssen.

Ich dagegen hätte selbst mit einer ähnlich "historientreuen" Verfilmung der Schlacht im Teutoburger Wald vermutlich kein Problem.
· 8. April 07 · 21:43
Siggi meint:
Also ich finde es schon makaber zu argumentieren das einerseits die Leute zu dumm sind den Film als Fiktion zu erkennen und gleichzeitig sie intelligent genug zu nennen eine faschistische Weltanschauung hinnein zu interpretieren.
Und wenn man sich nur mal anschaut wie wenig der Film sich selbst ernst nimmt sollte man schon gewillt sein dies wahrzunehmen (Xerxes bietet doch duzende male den Spatanern ein Friedensangebot an, sogar der innergriechische Konflikt zwischen Athen und Sparta wird erwähnt und Leonidas hat keine alzu guten Worte übrig für Athen).

Übrigends noch ein wie ich finde sehr interessantes Interview von 3sat mit dem Filmkritiker Andeas Platthaus:
http://www.3sat.de/webtv/?kuz_070404_platthaus_16zu9.rm
· 8. April 07 · 22:03
ben [d-frag.de] meint:
Ich kann's fast nicht glauben, dass wir hier eine Political Correctness-Debatte über einen Film führen.
· 9. April 07 · 09:35
chris [d-frag.de] meint:
Und, ist das jetzt gut oder schlecht? :)
· 10. April 07 · 16:20
Björn meint:
Wenn's diskutiert wird, ist es gut. Schlecht wird es erst, wenn man es als Totschlagsargument verwendet oder dem Mitdiskutanten unterstellt, er wäre ein politisch korrekter Gutmensch.

Aber, im Ernst: Political Correctness? This! Is! Spartaaaaaaaa!
· 10. April 07 · 16:47
ben [d-frag.de] meint:
@Björn: *kicher*
· 10. April 07 · 17:13
Joey meint:
ehm einen frage kommt teil 2 von 300 raus??? wenn mir das jemand beantworten könnte wäre es nätürlich sehr nett
· 14. April 07 · 18:04
ben [d-frag.de] meint:
@Joey: Ich glaube kaum. Zum einen spielte die Comic Vorlage ja eine große Rolle und soweit ich weiß, gibt es keinen zweiten Band. Und zum anderen bietet die Geschichte nicht gerade einen zweiten Teil an.

Der erstaunliche und überraschende Erfolg gebiert aber mit Sicherheit Nachahmer und wenn wir Glück haben vielleicht auch Nachfolger. Und wenn Du den Artikel und die Kommentare aufmerksam gelesen hast, wirst Du feststellen, dass zumindest ich eh der Meinung bin, dass 300 erst der Anfang ist. Wir werden schon bald mehr Filme dieser Art zu sehen bekommen.
· 14. April 07 · 22:25
imYemeth meint:
· 15. April 07 · 20:23
Jackson meint:
Also weiß gar nicht worüber ihr diskutiert der film ist supergeil nicht wegen der gewalt sondern weil alles stimmt.... Kameraführung Darstellung Schauspieler..... und man schläft nicht ein.... Wird auf jeden fall ein Kultfilm.....wie etwa Kill Bill... Sin City... Braveheart usw... weiß gar nicht warum einige leute sich den film überhaupt angeschaut haben wahrscheinlich um danach zu .....was auch immer ich find ihn top....:)
· 14. Mai 07 · 05:35

Kommentare sind für diesen Beitrag geschlossen.

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