Vor sechs Jahren kaufte meine Schwester ihren noch heute genutzten Komplett-PC. Mit im Paket war eine kleine, einfache Logitech-Maus. Mit Kugel, Kabel, und aus billigem weißen Plastik. Einige Male lief sie seitdem etwas ruckelig, doch das ließ sich durch Aufschrauben und Säubern leicht beheben. Davon abgesehen tut sie heute noch ihren Dienst wie am ersten Tag. Sie sieht sogar noch aus, als hätte man sie gerade erst aus der Packung genommen. Preiswert, aber unverwüstlich. Ich dagegen hatte mit den hochpreisigeren Nagern aus dem gleichen Hause bisher weniger Glück.
Logitechs Cordless MouseMan Optical war etwa zur gleichen Zeit mein Einstieg in die Zauberwelt der schnurlosen Peripheriegeräte. Tatsächlich war dieser MouseMan eine der ersten optischen kabellosen Mäuse überhaupt. Zum Betrieb verlangte er zwei handelsübliche AA-Batterien, mit denen er durchaus mehrere Wochen klarkam. An Ladestationen oder mitgelieferte Akkus war noch nicht zu denken. Möglicherweise hätte er wesentlich länger als anderthalb Jahre auf meinem Schreibtisch durchgehalten, hätte er nicht zwei wesentliche Probleme gehabt: Gummierte Griffflächen an den Seiten sollten eigentlich für mehr Komfort sorgen, vertrugen sich aber offenbar mit schwitzigen Händen nicht gut. Gegen Ende der Mauslebensdauer fühlten diese sich trotz regelmäßiger Reinigung schmierig, klebrig, eklig an. Das zweite Problem, die silbrig glänzenden Maustasten, teilte die Maus mit ihrem Nachfolger.
Die MX 700 kam vor allem ins Haus, weil sie 2002 die erste wiederaufladbare kabellose optische Maus von Logitech war. Endlich kein Batteriewechseln mehr, die Maus wurde einfach in die Ladeschale gestellt. Dafür wog das Gerät allerdings gefühlte zwei Zentner. Für drei Jahre intensiven Einsatz hielt sich die Gummierung an den Seiten erstaunlich gut – man kann sie immer noch anfassen ohne sich danach umgehend die Hände waschen zu wollen. Dafür hat sich die silbrige Beschichtung der Maustasten im Laufe der Zeit sichtbar verfärbt und abgelöst. Sie sieht auch frisch gereinigt speckig und reif für den Ersatz aus, den Ausschlag für eine Neuanschaffung gaben dann die defekten Kontakte in der Ladestation.
Die G7 war dann endlich eine Maus speziell für Spieler. Liebhaber von Actionspielen werden vor allem das deutlich geringere Gewicht und die stark verbesserte Genauigkeit gemocht haben. Für mich als Spieler, der immer noch leicht ins Schwitzen gerät, ist vor allem ein Traum, dass die Maus komplett abwaschbar ist. Äußerlich unverwüstlich sieht das Gerät auch nach einem Jahr immer noch genauso aus wie am ersten Tag. Fühlt sich auch so an. Clever gelöst ist ebenfalls das Akku-Problem: Logitech lieferte einfach zwei davon mit. Einer steckt immer in der Ladestation, der zweite in der Maus. Ist der Akku leer, kann man ihn mit einem einfachen Handgriff entnehmen und gegen den Ersatz austauschen. Mit etwas Übung geht das in unter drei Sekunden.
Trotzdem hielt sie nur etwas über ein Jahr durch. Seit zwei Wochen funktioniert die linke Maustaste nicht mehr einwandfrei. Wertet öfter einen einfachen Klick als Doppelklick, was im Eifer des Gefechts beispielsweise in World of Warcraft fatale Auswirkungen haben kann. Ich vermute simples Pech meinerseits und habe das Gerät nun erst einmal eingesendet, schließlich gewährt Logitech drei Jahre Garantie.
Ersatzweise tut nun für kurze Zeit eine MX Revolution, laut Logitech die »fortschrittlichste Maus der Welt«, hier ihren Dienst. Das ist einerseits gut, weil die Form gründlich überarbeitet wurde und die Maus mir so gut in der Hand liegt wie keine ihrer Vorgänger. Das ist gut, weil die Revolution wohl das genialste Mausrad aller Zeiten hat. Wenn man es schnell dreht, wird die übliche Rasterung ausgeschaltet und das metallene Rad dreht sich wie ein Schwungrad noch eine Weile alleine weiter. So kann man beispielsweise problemlos durch die Antigames-Startseite scrollen, ohne sich eine Sehnenscheidenentzündung einzuhandeln.
Leider ist die MX Revolution mit Leib und Seele Büromaus. Sie ist auf ihre Ladeschale angewiesen, denn der Akku ist fest eingebaut und lässt sich nicht wechseln. Im Gegensatz zu allen vorher genannten Mäusen, denn auch die MX 700 lief notfalls mit normalen AA-Batterien. Im schlimmsten Fall kann es also passieren, mitten in einem Battlefield-Match oder während eines Ausflugs in eine Instanz von World of Warcraft mit einer Maus ohne Strom dazustehen und nichts, absolut nichts, dagegen tun zu können. Außer vielleicht die sechs Jahre alte, billige weiße Plastikmaus seiner Schwester stattdessen anzuschließen.
Daneben hat die Revolution natürlich wieder gummierte Seitenflächen und beschichtete Tasten. Ich traue mich kaum, sie anzufassen.
Kommentare sind für diesen Beitrag geschlossen.