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d-frag.de :: Ein Konzert, sie zu knechten

Ein Konzert, sie zu knechten

von chris · 5. Januar 07 ·

Lord of the RingsÜber zwölf Stunden Musik hat Howard Shore insgesamt für Peter Jacksons Verfilmung des Herrn der Ringe geschrieben, das eine oder andere Stück davon hat es auch in die zahlreichen im Tolkien-Universum angesiedelten Computerspiele geschafft, die in den letzten Jahren erschienen sind. Schon während der Komposition des Soundtracks hat Shore daran gearbeitet, seine musikalische Vision von Mittelerde auch in symphonische Formen zu gießen: Heraus kam die etwa zweieinhalbstündige »Lord of the Rings Symphony«, die das Gewandhausorchester zu Leipzig am kommenden Wochenende in der Leipziger Arena aufführen wird, unter der Leitung von John Mauceri.

Aufnahmen und Konzertbesuche hin oder her: Die aufregendste, spannendste und schweißtreibendste Möglichkeit Musik zu genießen ist, selbst zu singen oder ein Instrument zu spielen. Ich gehe gerne in die Oper, aber noch lieber sitze ich im Orchestergraben, trage zum Gesamtwerk bei, bin winziges Rädchen im Getriebe, wenn für wenige Stunden auf der Bühne eine andere Welt entsteht. Man wird Teil davon, inniger als es vom Zuschauerraum aus jemals möglich wäre.

Gut, meistens ist das so. Bei Filmmusik eher nicht.

Vorgestern begannen die Proben für die beiden Konzerte am Wochenende. Und obwohl ich Shores Herr-der-Ringe-Soundtrack eigentlich mag und gerne höre, fielen mir mehrere Dinge recht schnell auf: Erstens mag das Werk zwar sehr gute Filmmusik sein, scheint mir für Live-Konzerte aber eher ungeeignet, weil es schlecht ausbalanciert ist. Eine Panflöte ist nicht besonders laut. Wenn gleichzeitig noch die Hälfte des restlichen Sinfonieorchesters spielt, ist sie praktisch nicht mehr zu hören, mag ihre Melodie auch noch so wichtig sein und mögen sich die anderen Musiker noch so sehr zurückhalten.

Was im Tonstudio kein Problem ist, bedeutet für Livekonzerte allerdings, dass eine elektronische Verstärkung unumgänglich wird. In der Leipziger Arena sowieso, denn hier handelt es sich um eine für Sportveranstaltungen und Popkonzerte genutzte Mehrzweckhalle. Die Akustik dort ist dermaßen mies, dass wir uns im Orchester nicht einmal untereinander hören würden ohne Verstärker. Der Technik so ausgeliefert zu sein, ist heute zwar nicht mehr ungewöhnlich, für Musiker klassischer Sinfonieorchester trotzdem eine unangenehme Erfahrung. Mir gefällt das übrigens auch als Zuhörer nicht: Auf den hinteren Plätzen der Arena höre ich vom tatsächlichen Sound des Orchesters doch praktisch nichts mehr. Was ich höre, kommt aus den beiden riesigen Lautsprechertürmen vor mir. Wenn ich Musik aus Lautsprechern hören will, kann ich das eigentlich auch zu Hause vor der Stereoanlage.

Der zweite Punkt mag für Zuhörer, die das Werk im Konzert ein einziges Mal hören, eher uninteressant sein, aber während einer langen Probenwoche macht sich leider durchaus negativ bemerkbar, wie banal, wie simpel gestrickt Shores Soundtrack eigentlich ist. Der daraus resultierende Effekt dürfte Computerspielern gut bekannt sein: Es ist in etwa, als würde man als Hardcorespieler ein neues Actionspiel im leichtesten Schwierigkeitsgrad durchspielen. Überall liegen Munition und Medipacks bereit, die Gegner schießen ständig daneben und suchen keine Deckung, während man selbst schon trifft, wenn man nur grob in die richtige Richtung zielt. Auf Dauer sorgt diese gnadenlose Unterforderung für einen unangenehmen Dämmerzustand. Man würde ja gerne, darf aber nicht.

In den Konzerten sieht die Welt zum Glück schon wieder anders aus. Coram publico stellt sich ein gewisser Adrenalinspiegel ein, die Musik hat durchaus ihre Momente, man freut sich auf seine Lieblingsstellen, gibt sein Bestes. Ab und zu läuft einem dann doch ein Schauer den Rücken hinunter, beispielsweise wenn zum ersten Mal das Thema der Ring-Gemeinschaft auftaucht. Oder wenn die Leuchtfeuer enzündet werden. Beim »Ende aller Dinge« steigt einem vielleicht sogar ein Tränchen ins Auge, und man hofft, dass es den Leuten im Saal genauso geht.

Schließlich kostet eine Karte bis zu sechzig Euro, ein Vielfaches dessen, was die Karten zum Eröffnungskonzert der Games Convention kosten. Was nicht bedeutet, dass wir unangemessen teuer, sondern dass die Karten fürs GC-Konzert spottbillig sind. Denn der Aufwand hinter den Konzerten ist gewaltig. Im Herrn der Ringe stehen etwa zweihundert Orchestermusiker und Chorsänger auf der Bühne und bringen live Shores Mittelerdevision zu Gehör, beim letzten GC-Konzert wurde ebenfalls erstmals ein Chor zusätzlich zum Orchester eingesetzt. Zusätzlich müssen die Werke für die GC-Konzerte oft erst für Orchester arrangiert werden, müssen Noten gedruckt werden, eine Probenwoche findet statt, das FILMharmonic Orchestra reist aus Prag an – und das alles für ein einziges Konzert im gerade einmal zweitausend Leute fassenden Großen Saal des Gewandhauses.

Sehen wir den Tatsachen ins Auge: Die Karten für die Eröffnungskonzerte der GC sind praktisch geschenkt. Trotzdem trifft man direkt auf der GC, aber auch im Vorfeld in Foren und Blogs immer wieder Leute, die bedauern, dass die Kartenpreise während der letzten Jahre etwas gestiegen sind, oder die die Karten schlicht für überteuert halten. Einem Herrn, dessen Name mir leider entfallen ist, erzählte ich daraufhin von unserem anstehenden Herr-der-Ringe-Konzert, von den verlangten Ticketpreisen, von den über zehntausend Plätzen. Eine völlige Fehlkalkulation, prognostizierte er.

Er behielt Unrecht.

Die »Lord of the Rings Symphony« ist seit Monaten völlig ausverkauft. Falls einer von euch ein Ticket ergattern hat, wünsche ich viel Spaß!

imYemeth meint:
60€? Nicht schlecht... das wäre mir für den Herrn der Ringe aber wirklich etwas viel, zumal ich Film wie Soundtrack für überbewertet erachte. Aber was soll's, wenn die Leute dank solcher "Megaevents" mal wieder ins Konzert gehen, hat das doch irgendwo was positives, auch wenn es nur aus dem Verstärker kommt.
· 5. Januar 07 · 15:55
chris [d-frag.de] meint:
Mit den teuersten Karten sitzt du glücklicherweise ziemlich dicht dran am Geschehen, da wiegt die Sache mit den Verstärkern nicht ganz so schwer. Für die schlechtesten Plätze waren aber auch immerhin noch 30 Euro fällig. Karten für unsere regulären Konzerte kosten deutlich weniger.

Was die Musik angeht: Nun ja. Ich hab noch den Vorteil, Film und Soundtrack wirklich gut zu kennen und deshalb bei den einzelnen Stellen zu wissen, zu welcher Szene im Film sie gehören. Für die Kollegen, die beides nicht kennen, ist das eine ziemlich harte Woche. :)
· 5. Januar 07 · 16:14
Ranor meint:
Also ich bin morgen dabei, da mir meine Eltern eine Karte der teuersten Kategorie geschenkt haben und freue mich schon sehr auf das Konzert.
Allerdings muss ich sagen, dass ich mir bei diesen Preisen selbst keine Karte geholt hätte.
Auch hoffe ich, dass die Akustik halbwegs erträglich ist.
· 5. Januar 07 · 17:17
imYemeth meint:
Was spielst Du, wenn man fragen darf?
Ich hab es leider nur zum zweitschlechtesten Bratscher des örtlichen Musikschul-Jugendorchesters gebracht, aber das ist auch schon ein paar Jährchen her. ;)
· 5. Januar 07 · 18:48
Aulbath meint:
Die Musik bei etwas wie LotR wo die Musik nur die Optik unterstreicht, losgelöst von Kostümen, Bauten und all dem Brimborium zu spielen halte ich für Schwachsinn hoch 10.

Ich habe mir zwar auch den Soundtrack gekauft, mag aber eigentlich nur die schnellen Stücke, wie zum Beispiel das Isengard-Theme. Der Rest ist gerade ohne die Bildgewalt des Films mehr als nur einschläfernd.
· 5. Januar 07 · 21:06
Peter meint:
Ich hatte das Glück, mir die kurze und lange Fassung der Sinfonie in London anhören zu dürfen. Dirigiert von Howard Shore selbst. Lassen wir mal die Qualität der Komposition aussen vor (darüber kann man Stunden um Stunden diskutieren, bis man endlich alle releventen Fakten durch hat): Die Akustik in der Royal Festival Hall in London war super. Schade, das ihr euch das Spielen in so einer unwürdigen Umgebung antun müsst. Trotzdem viel Spaß dabei!
· 5. Januar 07 · 21:21
chris [d-frag.de] meint:
@imYemeth: Na, Bratsche ist doch herrlich! Ich selbst bin Kontrabassist.

@Ranor: Ich wünsch dir viel Spaß! Komme gerade von der Generalprobe zurück, und heute hat die Tonregie ziemlich gute Arbeit geleistet. Wenn sich das morgen nochmal steigert, wird das mit der Akustik schon gehen. Falls du von deinem Platz aus die Kontrabässe siehst: Ich sitz hinten rechts.

@Aulbath: Word! Deshalb werden auch bei uns auf der Leinwand Zeichnungen von Alan Lee und John Howe gezeigt. Und wie du an der Gesamtlänge der Sinfonie ja siehst - der komplette Inhalt der drei Soundtrack-CDs wird nicht gespielt, Shore hat das zum Teil schon ziemlich zusammengestrichen. Trotzdem zieht sichs stellenweise...

@Peter: Ich hätts auch lieber im Gewandhaus gespielt, das kannst du mir glauben. :)
· 5. Januar 07 · 23:18
Kreon meint:
'Ambient Music must be able to accommodate many levels of listening attention without enforcing one in particular; it must be as ignorable as it is interesting.' - Brian Emo

Ich hoffe ihr werdet Video Games Live! nach Deutschland bringen, dann könnt ich mir die weite Anreise nach Leipzig ausserhalb der GC sogar mal überlegen
· 6. Januar 07 · 01:25
toxicTom meint:
@Chris: Ist das ein Bild von Dir?:
Gewandhaus-Webseite zum Tag der offenen Tür
· 6. Januar 07 · 11:50
chris [d-frag.de] meint:
In der Tat. Wusste gar nicht, dass das Bild verwendet wurde.
· 6. Januar 07 · 12:02
Pascal T. meint:
Hey, du bist ja richtig berühmt Chris :D

Aber ich kann mir schon denken, dass diese Symphonie gar nicht mehr so spannend ist, wenn man sie selber spielt.

Es gibt ja jetzt auch diese super extended editions der Soundtracks, "The complete recordings". Ich will gar nicht wissen, wieoft die einzelnen Themes dort noch recycled wurden.
· 7. Januar 07 · 04:18
imYemeth meint:
Ich fand es im Film schon anstrengend, die 2 1/2 Themen da immer und immer wieder zu hören... ;) ... aber noch mehr Extended-Extended krams?
· 7. Januar 07 · 13:53
Philip meint:
Ich hatte gestern noch das Glück, 2 von noch ca. 15-20 übrigen Plätzen in Frankfurt zu ergattern und freu mich drauf wie ein kleines Kind. :)

Spielt denn in jeder Stadt ein jeweils ansässiges Orchester oder bist du dann auch in Frankfurt zu hören?
· 7. Januar 07 · 15:43
chris [d-frag.de] meint:
Ersteres. Wir haben wirklich nur die beiden Konzerte hier in Leipzig gestaltet.

@Pascal: Nee, berühmt ist das Orchester.

@imYemeth: Ja, die Extended Version des Soundtracks ist wirklich komplett. Jede einzelne Note, die im Film vorkommt, ist auf den CDs. Angeblich ist das besonders bei der Rückkehr des Königs interessant, weil das normale Soundtrackalbum bereits produziert war, bevor Shore mit der Musik für den Film überhaupt fertig war.

Es mag sich also durchaus die eine oder andere Perle in der erweiterten Fassung verbergen – zwischen ziemlich viel Schutt. Selbst die zweieinhalbstündige sinfonische Fassung, die wir gespielt haben, ist noch voll von szenisch bedingtem Material. Noten, denen man einfach anmerkt, dass Shore zwischen Leitmotiv A und Leitmotiv B zwanzig Sekunden Film irgendwie überbrücken musste. Richard Wagner hätte es "chromatisches Gefuchtel" genannt.

Also enthält die Extended Version vermutlich vor allem Zeug, dass ich auf einem guten Soundtrack-Album ehrlich gesagt niemals hören möchte: Simples Füllmaterial.
· 7. Januar 07 · 20:43
imYemeth meint:
Nen Freund von mir war auf dem Konzert und klang vorhin recht enttäuscht, vor allem vom Sound, der nicht nur die Musik, sondern auch Seitenumblättern und ähnliches prima verstärkt hat.
· 10. Januar 07 · 12:54
chris [d-frag.de] meint:
Ja, hat uns die Tonregie auch drauf hingewiesen. Aber ganz ohne Seitenumblättern gehts leider nicht. Ich kanns klanglich nicht beurteilen, hab immer auf der Bühne gesessen und hatte keine Gelegenheit, mir das Ganze mal vom Saal aus anzuhören.
· 10. Januar 07 · 16:57
Peter meint:
Hoffentlich hat es Spaß gemacht! Und das mit dem Füllmaterial ist so eine Sache. In der Doku zur Musik vom 2ten Film-Teil erzählt Herr Shore, daß er gegen Ende etwa 12-20 Minuten Musik pro Tag abliefern musste. Fertige Musik, wohlgemerkt (also Partitur + Orchesterstimmen). Trotz eines riesen-Teams eine enorme Aufgabe. Da würde wohl jeder eine Menge Füllmaterial abliefern. Schade eigentlich. Mir gefielen beide Konzerte trotzdem. Man darf Filmmusik heute eben nur noch als selbige nehmen. Die "guten alten" Komponisten sind ja leider schon alle (bis auf einen letzten) in den letzten Jahren weggestorben.
· 11. Januar 07 · 15:43

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