Lange konnten wir es geheim halten, doch nun sind uns britische Verhaltensforscher auf die Schliche gekommen: Werbung in Spielen ist weitgehend sinnlos, denn sie wird nicht beachtet. Da das außer den Werbetreibenden auch schon vorher jeder wußte, ist das einzig Spannende an der Meldung eigentlich, dass man bei Bunnyfoot tatsächlich mit Eyetrackern die Augenbewegungen von Spielern mitverfolgte, um dahinterzukommen, das wir uns in Rennspielen wie Project Gotham Racing lieber auf die Straße konzentrieren als auf die Bandenwerbung, weil das die Chance, das Ziel zu erreichen, dramatisch erhöht.
Sagte ich, es wüssten »alle außer den Werbetreibenden«? Richtig, selbst Entwicklern und Publishern ist das zumeist völlig klar. Schauen wir uns zum Beispiel Trackmania United an, denn dort wurde mit dem Patch am letzten Wochenende die ingame-Bandenwerbung aktiviert. Was mich zuerst etwas überraschte, denn eine Mitteilung, dass United überhaupt über derartige Mechanismen verfügt, findet man ausschließlich im letzten Absatz der Lizenzvereinbarung, die man nur während der Installation einsehen kann.
Empört begab ich mich ins Nadeo-Forum, wo ich innerhalb kurzer Zeit auf folgenden Beitrag von Nadeo-Gründer Florent Castelnerac stieß:
The game is really online demanding and we will probably cover some of the expenses of the free online service with that. In addition, we pay someone from the community to admin ManiaZones […] I am sure the community will understand the benefits of this and this is the reason I don't care of an unactivate ads option. Players should like Nadeo receiving money for the free online services.
I think advertising is a lost of time and money for the whole word. I wish it will change, but until then, I will gladly receive the money (it is not so lost then ^^).
Und tatsächlich: Wie versprochen kann man mit einem Klick im Einstellungsfenster die Werbung in United abschalten. Nach Florents Beitrag tue ich das aber doch nicht. Denn tatsächlich ist der Onlinemodus von United hervorragend, auf Nadeos Servern werden unzählige Replays, Highscorelisten und von Usern gebaute Strecken verwaltet, hoffentlich noch jahrelang. Wenn Jerry Bruckheimer mit seiner Déjàvu-Werbung am Streckenrand dazu beitragen möchte, mit Werbung, die ich sowieso kaum registiere, weil mein Blick auf die Strecke geheftet ist, kann mir das nur recht sein. Solange ich es, wie in United, selbst entscheiden und im Zweifelsfalle abschalten kann.
Denn zweifeln kann und sollte man durchaus. Für denselben Zweck haben schließlich jahrelang auch Werbebanner außerhalb des Spielgeschehens, beispielsweise im Serverbrowser, gereicht. Nun betätigen sich Systeme von Massive und IGA als Datensammler, die nicht nur die Länge der Gamesessions mitloggen, sondern auch, wie oft welche Werbung während des Spielens wie groß im Bild war. Laut deren Datenschutzerklärung. Welche Daten genau übertragen werden, lässt sich von Ottonormalspieler ja kaum kontrollieren.
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