Der erste Advent – Beginn der Vorweihnachtszeit. Eine Kerze am Adventskranz brennt, der Schwibbogen im Fenster leuchtet, ein Teller mit Pulsnitzer Lebkuchen steht auf dem Tisch, aus der Stereoanlage ertönen erzgebirgische Weihnachtslieder. Die Weihnachtszeit ist auch eine Zeit liebgewonnener Konstanten – Lieder wie »Arzgebirg wie bist du schie« bleiben zugegebenermaßen Gewöhnungssache.
Drei Haselnüsse für Aschenbrödel, in Tschechien zum besten Märchenfilm des 20. Jahrhunderts gewählt, läuft auch zu dieser Weihnacht nicht weniger als zwölf Mal im deutschen Fernsehen, Dickens' Weihnachtsgeschichte gehört seit langem zum Vorlesestoff im Advent und wurde unzählige Male verfilmt, Engelbert Humperdincks Kinderoper Hänsel und Gretel war zu ihrer Uraufführung 1893 schon großer Erfolg beschert, ähnliches gilt für Tschaikowskys weihnachtliches Ballett Der Nussknacker. Ohne Danny Elfman irgendetwas unterstellen zu wollen, ähnelt sein Ice Dance aus Edward mit den Scherenhänden mit seiner Kombination aus Kinderchor, Harfe und Celesta dem Schneeflockenwalzer aus dem Nussknacker auffällig.
Ob Bücher, Opern, Ballette, Hollywoodklassiker wie Das Wunder von Manhattan – eine Vielzahl unterschiedlichster Werke thematisiert diese Zeit, den Zauber des Winters und der Weihnacht. Einige von ihnen gehören inzwischen einfach »dazu«, wie Stollen, Plätzchen und Lebkuchen, sind Bestandteil persönlicher Weihnachtsrituale. Und wenn das nur bedeutet, abends nicht weiterzuzappen, sondern bei Nightmare before Christmas hängenzubleiben.
Und wie ist das mit Spielen?
Der einzige Weihnachts-Klassiker, der mir einfällt, ist Baldur's Gate. Nicht etwa, weil das Spiel tatsächlich einen Weihnachtsbezug hätte, sondern weil ich es damals im Advent spielte, in der Nacht vor Heiligabend den letzten Kampf meisterte und den Abspann sah. Wiederholen ließ sich das allerdings nicht – ich habe das Spiel mehrmals wieder von vorne begonnen, aber nie bis zum Schluss durchgehalten. Mit Baldur's Gate 2 schließlich habe ich zwar im November angefangen, brauchte aber bis zum nächsten Hochsommer, um das Finale zu sehen. Eine gewisse Neigung zu Rollenspielen mag in der vorweihnachtlichen Spieleauswahl also durchscheinen, aber gibt es auch unter Computer- und Videospielen Weihnachtsklassiker?
Gibt es Spiele, die man in dieser Zeit immer wieder gerne hervorholt?
Verträgt sich das überhaupt, besinnliche Weihnachtsstimmung einerseits und Computerspiele andererseits?
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