Wie Kinder Spaß am Morden finden

von chris · 24. Oktober 06 ·

AspekteErschrocken über den reißerischen Titel? Keine Sorge, er stammt nicht von uns, sondern vom ZDF-Kulturmagazin Aspekte. Normalerweise glänzt Aspekte mit aufwühlenden Themen wie »Der Dresdner Brückenstreit« oder »Das Lucerne Festival«, aber normalerweise stammen die Beiträge dort auch nicht von Rainer Fromm. Bis zum letzten Samstag jedenfalls.

Ouvertüre

Das Trauerspiel im ZDF hatte diesmal reichlich Vorlauf. Am 19. Juni sprach Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann mit Spiegel Online über ein Herstellungs- und Verbreitungsverbot von Spielen mit extremen Gewaltdarstellungen. Während dieses Gesprächs verwickelte sich der gute Mann in zahlreiche Widersprüche, die deutlich zeigten, dass sein profundes Fachwissen offenbar einzig und allein aus Beiträgen von Rainer Fromm für Frontal21 stammte. Das ist an sich nicht weiter schlimm. Reden kann ein Politiker gemäß Adenauers »Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?« viel, einem großen Onlinemagazin beispiellosen Mist zu erzählen kann da schon einmal passieren. Im Eifer des Gefechts.

Erster Akt

Leider ist Herr Schünemann ein Mann der Tat. Im Auftrag der Innenministerkonferenz will er gemeinsam mit Prof. Dr. Christian Pfeiffer vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen (KfN) nun den derzeitigen Jugendschutz in Deutschland untersuchen. Denn, so die Pressemitteilung, Schünemann und Pfeiffer seien »sich darin einig, dass der Jugendschutz bei gewaltverherrlichenden Computerspielen deutlich verbessert werden muss.«

Damit endet die Einigkeit aber auch schon. Schünemann sagte in Aspekte: »Wir wollen Formulierungen haben für ein Herstellungs- und Verbreitungsverbot.« Prof. Pfeiffer in der HAZ auf die Frage, ob er ein Verbot wolle: »Nein, das ist Quatsch, das bringt gar nichts. Ich fordere die Ganztagsschule…« Dass Spiele, die Gewalttätigkeiten gegen Menschen verherrlichen, nach §131 StGB in Deutschland bereits verboten sind, ist den beiden Herren offenbar unbekannt.

Weil man irgendwo mit der Arbeit anfangen muss, untersucht das KfN nun 90 Computerspiele darauf, ob ihre USK-Einstufungen nachvollziehbar seien. Schließlich, zitiert Pfeiffer eine Studie des KfN, gebe es einen Zusammenhang zwischen dem Konsum von Gewaltspielen (ab 16 oder ab 18 Jahren freigegebenen Spielen) und nachlassenden schulischen Leistungen. Bei einem Blick in die Studie fällt aber schnell auf, dass Pfeiffers Team lediglich Viert- und Neuntklässler untersucht hat, also Kinder und Jugendliche, für die derartige Spiele auch nach den USK-Einstufungen ungeeignet wären.

Zweiter Akt

Eine Kritik an den USK-Einstufungen lässt sich also kaum an dieser Studie festmachen. Deutlich zeigen sich dagegen die Auswirkungen übermäßigen Spiele- wie Fernsehkonsums. Um darauf zu kommen, dass es die schulischen Leistungen eines Zehnjährigen nicht gerade verbessert, direkt nach der Schule fünf Stunden vor der Glotze zu hängen, hätte es allerdings keiner Studie bedurft, sondern lediglich einer guten Portion gesunden Menschenverstandes.

Wenn man seinen blinden Aktionismus nicht wissenschaftlich untermauern kann, muss man zu anderen Mitteln greifen. Zu den Mitteln eines Rainer Fromm. In einer Predigt in Braunschweig erklärt Prof. Pfeiffer der Gemeinde beispielsweise: »GTA: San Andreas ist besonders bei Zehnjährigen sehr beliebt… Ein Höhepunkt des Spiels liegt darin, herbei eilende Passanten auf einer Straße mit einer Motorsäge zu töten, so dass das Blut nur so spritzt.«

Welche Wirkung solche Äußerungen insbesondere auf Eltern haben, die selbst über wenig Erfahrung mit dem Medium verfügen, kann sich jeder selbst ausmalen. Nicht die gleiche Wirkung wie »Ein Höhepunkt des Spiels liegt darin, mit dem Motorrad Richtung Sonnenuntergang zu fahren, mit einem Fallschirm abzuspringen oder versteckte Orte in der Spielwelt zu finden, die meine Freunde noch nicht kennen.«

Jörg Lau stimmt bei Deutschlandradio Kultur munter mit ein: »Du schleichst dich von hinten an die Frau heran und schneidest ihr die Gurgel durch. Du erschlägst eine weitere mit der Schaufel und stampfst durch die Blutlache. Wenn du diese Aufgaben erledigt hast, darfst Du zur Belohnung später Fußgänger mit der Motorsäge zerlegen. So geht es zu in GTA: San Andreas.« Verzeihung, Jörg, geht es nicht. Die Belohnungsstruktur, die du konstruierst, existiert im Spiel so nicht. Das kannst du natürlich nicht wissen, weil du von GTA nur die acht Sekunden Videomaterial kennst, die du bei Aspekte gesehen hast. Denn genau die beschreibst du hier.

Die Frage, ob die im ZDF gezeigten Gewaltszenen aus San Andreas überhaupt aus der in Deutschland verkauften, geschnittenen Version des Spiels stammen können, lassen wir besser gleich außen vor. (Edit am 23. Nov. 2006: Die gezeigte Version ist die in Deutschland erhältliche. Mein Fehler.)

Wenn man nicht weiß, wovon man redet, rutscht einem auch leicht mal so etwas heraus: »Wir wissen lange schon, dass Killer- und Folterspiele Nachahmungstaten anregen. Man denke nur an Robert Steinhäuser, den Massenmörder von Erfurt, der seine Nachmittage als Ego-Shooter verbrachte, bevor er 16 Menschen an seiner Schule ermordete, so wie er es spielend gelernt hatte.« Sicher. Wenn er es nicht doch in einem Schützenverein gelernt hat. Beispielsweise im Erfurter Polizeisportverein, in dem er die Glock und die Pumpgun ganz legal kaufte, mit denen er später das Massaker verübte. Hat auch hier der Jugendschutz versagt? Diese Frage stellt sich Uwe Schünemann, selbst Mitglied im Sportschützenclub Holzminden, offenbar nicht.

Lau, ehemaliger Literaturredakteur der tageszeitung und Mitarbeiter der Zeit, schließt seinen Beitrag mit den Worten: »Es ist Zeit, dass die Medienverwahrlosung weiter Teile der Jungen hierzulande als Skandal angeprangert wird.« Die Medienverwahrlosung weiter Teile der Redakteure hierzulande bereitet mir persönlich ebenso große Sorgen.

Dritter Akt

Prof. Pfeiffer hat in Aspekte inzwischen die ersten zwanzig Spiele seiner Liste durchgespielt und ist entsetzt. Einige Spiele hält er sogar »überhaupt nicht für den Markt geeignet«. Was mit anderen Worten bedeutet: Seiner Meinung nach gehören solche Spiele nicht einmal in die Hände von Erwachsenen. Albrecht Buttolo, Innenminister von Sachsen, stimmt zu und findet »einige Spiele völlig unakzeptabel, ob nun ab 16 oder ab 18. Eine unabhängige Stelle müsste dies auch so sehen und das Töten von Menschen unabhängig von der Altersgrenze als nicht marktfähig wegnehmen.«

Das machen wir bei Büchern und Filmen am Besten auch gleich. Schluss mit den allsonntäglichen Tatort-Leichen, sollen Ballauf und Schenk lieber mal einen gepflegten Taschendiebstahl aufklären. Und Walter Moers Die Stadt der träumenden Bücher ist an manchen Stellen derart eklig, das gehört eindeutig vom Markt. Wenn selbst der Autor auf der ersten Seite warnt, sein Buch sei nichts für Kamillenteetrinker, dürfte die Sache eigentlich klar sein.

Interessant ist hierbei, nach welchen Kriterien Prof. Pfeiffer die Spiele bewertet. Gegenüber Aspekte äußerte er sich dazu nicht, wohl aber in seiner Braunschweiger Predigt: «Ich empfehle eine einfache Grundregel. Spiele, bei denen das Begehen eines Verbrechens belohnt wird, in denen es also Punkte dafür gibt, dass man raubt, erpresst, vergewaltigt oder tötet, dürfen nicht durch Werbung angepriesen oder offen im Handel angeboten werden.«

Klingt simpel, oder? Und so schön logisch. World of Warcraft wären wir los.

Das ist wohl die kriminologische Sicht der Dinge. Egal, ob das Gespielte Kinder oder Jugendliche wirklich in ihrer charakterlichen Entwicklung beeinträchtigen könnte. Vom Markt gehört, was Verbrechen zeigt.

Um sich der Wirkung auf das Publikum ganz sicher zu sein, flechte man das Wort »vergewaltigt« irgendwo ein. Denn im Gegensatz zu den anderen Beispielen, bei denen der Zweck im Rahmen einer Roman-, Film- oder Spielehandlung schon mal die Mittel heiligt, schließlich hat selbst Robin Hood die Reichen beraubt, um den Armen zu geben, schließlich hat James Bond die Welt mehr als einmal gerettet, indem er den Erzbösewicht tötete, sind Vergewaltigungen durch und durch verabscheuungswürdig. Niemand will einen Vergewaltiger spielen. Und deshalb gibt es, soweit mir bekannt ist, auch keine Spiele, in denen man das könnte, obwohl Prof. Pfeiffer durch seinen Satzbau hier geschickt einen ganz anderen Eindruck erweckt. Auf diese Weise hat er schnell jene treusorgenden Mütter und Väter hinter sich, die vor ihrem geistigen Auge sofort den zwölfjährigen Sprössling aus der Schule kommen, in seinem Kinderzimmer verschwinden und mit der PS2 Frauen schänden sehen.

Diese Verleumdung von Computerspielen, das bewusste Ausnutzen der berechtigten Sorge der Eltern um ihre Kinder ist ekelerregend.

Vierter Akt

Dabei gäbe es für die Welt- und Jugendschutzverbesserer tatsächlich einiges zu tun. Wenn sie für einen Moment von ihrer sinnlosen USK-Hetzjagd absehen würden, könnten sie sogar aus ihrer eigenen KfN-Studie ersehen, was.

Das Hauptproblem sind keinesfalls die Alterseinstufungen der USK, sondern die Tatsache, dass viele Kinder auch an Spiele herankommen, die für ihr Alter überhaupt nicht freigegeben sind. Ganz klar zeigt die KfN-Studie einen Zusammenhang zwischen Bildungsgrad des Elternhauses einerseits und Umfang und Art des Medienkonsums andererseits.

Die Frage lautet: Wie kann man das ändern? Vielleicht, indem man Wege findet, die Kompetenz der Eltern im Umgang mit neuen Medien zu steigern? Das ist laut Pfeiffer nicht möglich: »Viele Eltern haben weder die Zeit noch die Lust zu kontrollieren, ob sich ihr Kind an die Regeln hält« (HAZ-Interview).

Die von EA und Nintendo ins Leben gerufene Initiative »Spielraum«, aus der einmal ein Institut zur Förderung von Medienkompetenz erwachsen soll, geht dieser Frage inzwischen allerdings genauer auf den Grund. Im Rahmen einer Studie des Kölner Instituts für Medienforschung und Medienpädagogik wurde zum Beispiel das Fortbildungsinteresse von Eltern untersucht.

Die ersten Ergebnisse sind durchaus interessant. Von den in der Kölner Fußgängerzone befragten Eltern hatte lediglich ein Viertel eigene Spielerfahrungen, das grundsätzliche Interesse an Informationsangeboten war gerade bei den Eltern ohne eigene Erfahrungen eingangs sehr gering. Das Bild wandelte sich aber, als man den Befragten konkrete Vorschläge unterbreitete, wie solche Angebote aussehen könnten. Sachliche, fundierte Informationen über die Motivation von Spielern und Wirkungen von Computerspielen stießen auf großes Interesse, unabhängig davon, ob die Befragten selbst bereits über Spielerfahrungen verfügten. Ähnliches gilt für praktische Hilfestellungen zur Spielauswahl und zur Spielpraxis in der Familie.

Bei der Form des Informationsangebots favoritisieren viele der Befragten ganz klar Printmedien und Informationsveranstaltungen beispielsweise im Rahmen der Elternabende in Kindergarten oder Schule.

Bleibt uns nur, der Initiative »Spielraum« auf ihrem weiteren Weg viel Erfolg zu wünschen. Wie Thomas Zeitner, Geschäftsführer von EA Deutschland, bereits auf der GC sagte: »[Es ist wichtig], dass diese Debatte auf der Basis von echtem Wissen geführt wird, nicht auf der Basis von Vermutungen, dumpfem Unbehagen, das sich aus Unkenntnis speist, oder gar mit polemischer Absicht, die dieses Unbehagen bedient.«

Schlussakkord

Fachmann für polemische Absicht ist Rainer Fromm. Viel geringer als bei seinem ersten Frontal21-Report fiel aber das Echo in Spielemagazinen und Blogs diesmal aus. Denn oberflächlich betrachtet bietet er nur mehr vom Gleichen, wir kennen die Masche inzwischen, Aspekte schaut sowieso keiner und so weiter und so fort. Auch ich bin müde, auch ich bin es leid, immer die gleichen Erwiderungen auf die immer gleichen Anschuldigungen vorbringen zu müssen.

Dennoch haben die aktuellen Entwicklungen eine neue Qualität. Beckstein redete nur, Schünemann will handeln. Wenn er erklärt, »Jugendschutz gehört eindeutig in staatliche Hände…, die USK kann das in Zukunft sicherlich nicht machen«, dann ist das genau das, woran er im Moment arbeitet. Die ersten Schritte hat er mit Unterstützung der Innenministerkonferenz bereits getan.


chris [d-frag.de] meint:
Weia, ein neuer Rekord. Die angestrebte Maximallänge für d-frag.de-Artikel um mehr als das Doppelte gesprengt. Bitte verzeiht mir. *g*

Und sagt Mo nichts davon.
· 24. Oktober 06 · 17:16
mo [d-frag.de] meint:
Der kann auch nix für die unbelehrbare Windmühlenhaftigkeit der im Text erwähnten Menschen. Man fühlt sich wie Don Quijote.
· 24. Oktober 06 · 17:29
imYemeth meint:
Ist wirklich traurig. Die derzeitigen Einschränkungen des Jugendschutzes sind in Dt. im großen und ganzen in Ordnung, es fehlt an Medienkompetenz und Aufklärungsarbeit bei Eltern/Lehrern - und unter Windows auch an einfachen Kindersicherungen (brauchbare Useraccounts, P2P Ports dichtmachen, nur spezielle Anwendungen erlauben). Ich will mich da argumentatitv nicht weiter ereifern, wurde eh schon alles dutzendfach gesagt.

Wenigstens haben wie eine Verfassung die den Herren zumindest etwas Einhalt gebietet.

· 24. Oktober 06 · 18:01
Timo meint:
Ich möchte nun gar nichts zur Diskussion beitragen - mein Standpunkt dürfte klar sein - sondern einfach mal den guten Chris loben, für einen sprachlich, sachlich und überhaupt wunderbar geschriebenen Text - Es ist selten, dass ich 'nen Blogartikel, der so lang ist, wirklich komplett durchlese. Nur schade, das so etwas nie dort ankommt, wo es hingehört. Gratuliere :)
· 24. Oktober 06 · 18:20
imYemeth meint:
"Niemand will einen Vergewaltiger spielen. Und deshalb gibt es, soweit mir bekannt ist, auch keine Spiele, in denen man das könnte..."

:-(

Gibt es. http://seanbaby.com/nes/egm09.htm - ok, das ist eher eine "Kuriosität" aus der Computersteinzeit. Back to Topic.
· 24. Oktober 06 · 18:21
Htwo meint:
Aber die Politiker müssten, doch wissen wer die Wähler von morgen sind.

Und, dass man, EU sei Dank, ganz legal Spiele aus Österreich importieren kann oder wollen sie das auch unterbinden?
· 24. Oktober 06 · 18:37
The Addict meint:
Danke. Großartiger und leider sehr wahrer Artikel. Und überhaupt nicht zu lang.
· 24. Oktober 06 · 18:51
Helmut meint:
"Für mich sind einige Spiele unakzeptabel." "Eine unabhängige Stelle müsste dies dann natürlich auch so sehen." sagt Herr Buttolo, seines Zeichens oberster Meinungsführer in Deutschland.

Ich werd nichtmehr. Geballte Kompetenz. Danke für den Artikel.
· 24. Oktober 06 · 19:25
Casimir meint:
Bin kein Spieler und informier mich nur aus reinen Interesse über die Entwicklungen und Innovationen in diesem Bereich..kann also nicht direkt auf den Beitrag eingehen. Trotzdem möchte ich was loswerden:
Schon bezeichnend wie auch das öffentlich rechtliche Fernsehen immer mehr an Qualität und Glaubwürdigkeit verliert. Nicht nur in den Beiträgen, nein auch in der Strukturierung des ganzen Programms kann man eine immer weitergehende Annäherung an das Unterschichtenfernsehen alá Pro7,RTL erkennen. Die so groß angekündigten Filme "Dresden" und "Neger, Neger Schornsteinfeger" (propagiertes Haupt- "Qualitätsmerkmal" in der Werbung waren immer die ach so riesigen Kosten) waren ja auch ziemlich schlecht. Wo sind die Zeiten hin als es noch richtiges Kulturfernsehen gab und manchmal Videokunst sogar zur Hauptsendezeit kam. --> Bleibt nur noch Arte...
· 24. Oktober 06 · 19:58
chris [d-frag.de] meint:
@imYemeth: Ich wusste, dass irgendwer so ein Kuriosum ausgraben würde. :) Die Rache folgt auf dem Fuße:

SPIEGEL: Gibt es Grenzen?
John Romero: Ich würde kein Vergewaltigungsspiel machen. Wenn du jemanden vergewaltigst, dann bist du ein Bad Guy. Ein Spiel für Bad Guys kann keinen Spaß machen. So etwas würde sich auch nicht verkaufen.

Und bitte, wenn selbst Romero das sagt!

Thema Windows: Ich bin gespannt auf die Jugendschutzfunktionen unter Vista. Besonders darauf, ob und wie leicht die sich umgehen lassen. Aber die Idee, es einem Admin dort zu ermöglichen, für die restlichen Benutzerkonten gezielt Spiele ab bestimmten Altersfreigaben zu sperren, ist gut. Wenn das einigermaßen funktioniert, für viele Eltern sicher eine Erleichterung.

@Timo: Danke. :)
· 24. Oktober 06 · 20:22
Micha meint:
Wah ... ich ... gnaa ... ich könnte bei soviel Inkompetenz explodieren vor Wut. Unwissen macht so verdammt wütend ... erst Recht, wenn man den Rattenfänger (Fromm) und die riesige Gefolgschaft sieht, die ihm hinterherlaufen und die Botschaft verbreiten ... während ich immer noch als Geek gelte, wenn man mal sagt das man jetzt mal 5h am Stück in WoW raiden geht. GNAAAAAAA

Und dann schreiben wieder irgendwelche kiddies todesdrohungen an Fromm und der sieht sich bestätigt ... teufelskreis ... einfach teufelskreis
· 24. Oktober 06 · 21:18
Andreas meint:
Erst mal: Vielen Dank für den Artikel! Die meisten Länder der EU nehmen die Ratings der PEGI. Weiß jemand warum Deutschland hier eine Sonderrolle mit der USK hat? Ich hab dazu im WWW nichts gefunden.

Mit digitaler Distribution und dem EU-Binnenmarkt fände ich eine länderübergreifende Lösung für Spieler, Hersteller und Publisher besser. Vielleicht ist eine EU-weite Organisation auch nicht so sehr als Projektionsfläche für die Polemik von Kreuzfahrern Politikern aus der zweiten Reihe geeignet.
· 24. Oktober 06 · 21:25
teppi meint:
Na hoffentlich denken die auch dran diese Pseudogerichtssendungen, die Nakedeisendung auf Eurosport ab 23 Uhr und die Bild zu verbieten.

Dann gehts in Deutschland endlich wieder vorwärts.
· 24. Oktober 06 · 21:38
DocTriv meint:
Danke für diesen sehr guten und fundierten Artikel!

Rainer Fromm ist ein geistig Amok laufender Agitator... Medienkompetenz ist daher wirklich das Schlagwort - ich frage mich, warum überall den Eltern Kompetenz zugestanden wird, nur nicht beim Spielen? Schon allein diese simple Erkenntnis, dass "brutale" Spiele ja nix für Minderjährige sind, ist von manchen Politikern wohl nicht verständlich.
· 24. Oktober 06 · 23:05
scholt meint:
Wie wäre es denn wenn die Herren als erstes mal die Tagesschau verbieten, immerhin lernen da sämtliche Jugendliche das man ungestraft die größten Lügen erzählen darf und dafür noch belohnt wird (siehe Politik).
· 24. Oktober 06 · 23:05
Timo meint:
DSF!!!1

Eurosport, tz ;(
· 24. Oktober 06 · 23:06
Tom meint:
Großartiger Text!
Gut recherchiert, soweit ich das beurteilen kann, besser als von dem Herren Lammfromm. :)
· 24. Oktober 06 · 23:58
chris [d-frag.de] meint:
@Andreas: Ich finde es auch verwunderlich, dass man in Deutschland nicht ebenfalls die PEGI-Einstufungen verwendet. Denn obwohl die Einstufungen der PEGI auf Selbstauskünften der Hersteller beruhen, sind sie dennoch oft strenger als die der USK. Drei Beispiel aus meinem Spieleregal:

Dreamfall (USK 12+ / PEGI 16+)
Civ4: Warlords (USK 6+ / PEGI 12+)
Oblivion (USK 12+ / PEGI 16+)

Der Hauptunterschied für uns Spieler liegt natürlich darin, dass die Vorgaben der PEGI nicht verbindlich sind, sie sind nur Empfehlungen, die aber einen 12-jährigen nicht daran hindern würden, beispielsweise San Andreas im Laden zu kaufen. Ich sehe aber nicht, warum sich so eine Beschränkung nicht gesetzlich umsetzen lassen sollte. England hat beispielsweise auch zusätzliche eigene Regelungen für Spiele ab 18 Jahren.

Der Hauptgrund dürfte sein, dass die Einstufungen dem Einfluss deutscher Politik entzogen wären, sollte das von PEGI übernommen werden. Momentan ist dieser Einfluss recht groß, erteilt doch die USK Freigaben lediglich stellvertretend: »Die Alterskennzeichnung von Computerspielen ist eine Aufgabe der Jugendministerien der Länder. Diese haben einen Vertreter benannt, der im Begutachtungsverfahren mitwirkt und am Ende auf der Grundlage der Empfehlungen des Prüfgremiums die Altersfreigabe erteilt.« – aus der FAQ der USK
· 25. Oktober 06 · 00:21
chris [d-frag.de] meint:
Ui, gerade noch was nettes entdeckt.

Prof. Dr. Pfeiffer in der Braunschweiger Predigt (2. Juli 2006):
»Als wir das nun anhand der Gutachtentexte überprüfen wollten, mussten wir eine überraschende Erfahrung machen. Der Industrie haben die Landesjugendbehörden das Recht eingeräumt, die Herausgabe dieser Gutachten an die Wissenschaft zu verweigern.«

Ausschnitt aus der Prüfordnung der USK (Stand: 16.10.2006):
»Die Weitergabe der Gutachten zu veröffentlichten Produkten an Dritte, soweit diese in den Grundsätzen oder der Prüfordnung nicht ausdrücklich vorgesehen ist, erfolgt durch die USK nur zu wissenschaftlichen Zwecken und nur zur Unterstützung der Forschung. Der Anbieter ist im Nachgang über die Bereitstellung des Gutachtens durch die USK zu informieren.«

Kann man aus den widersprüchlichen Angaben nun auf die Meinung der USK zur "wissenschaftlichen Arbeit" von Prof. Pfeiffer schließen oder hat sich die Prüfordnung seit Juli gerade in diesem Punkt geändert?

Jedenfalls war Pfeiffer am 18. Oktober bei der "64. Fachtagung des Gutachterteams der USK" zu Gast, um dort seine Forschungen vorzustellen. Die USK schreibt dazu: »Der lebhafte Austausch von teilweise kontroversen Meinungen stützte sich auf das gemeinsame Interesse an einem wirksamen Jugendmedienschutz. In diesem Sinne waren sich alle Beteiligten einig, dass die Diskussion in sachlicher Weise fortgesetzt werden muss. Weitere Treffen wurden verabredet.«
· 25. Oktober 06 · 00:42
Carsten meint:
Erstmal: Klasse Text. Schade, dass du hier damit nur Leute erreichst, die eh so denken wie du, denn ich denke, dieser Text hat so deutlich Hand und Fuß, dass er auch anderen Verbreitungswegen gewachsen wäre.

Ach, was red ich da: Blogger sind ja keine Journalisten und recherchieren nicht, wie dumm von mir;)

Aber könntest du uns beiden trotzdem einen kleinen Gefallen tun und die beiden "Unbehangen" in "Unbehagen" ändern?
· 25. Oktober 06 · 01:46
Andreas meint:
@Chris: Danke für die Erläuterung dazu. Ich hatte die stellvertretende Tätigkeit der USK nicht gekannt. Auch wenn man noch mehr Spiele vergleicht sind keine gravierende Unterschiede zwischen der USK und den Pendants aus EU und sogar den USA sichtbar. Vermutlich haben alle Rating Organisationen die gleichen Wahrnehmungsstörungen wie die USK.

Vor allem stört mich die von Dir im ersten Akt beschriebene merkwürdige Herangehensweise bei der Studie. Die Auswahl der Altersgruppen zeigt ja eigentlich schon, dass der Jugendschutz eher ein Problem in der Verbreitung als in der Bewertung der Medien hat.
· 25. Oktober 06 · 08:32
stefanx meint:
@chris: sehr guter text! und wenn ihr schon mit spreeblick unter einem dach steckt - könnte der nicht auch dort auftauchen? das würde sicherlich für mehr feedback sorgen..
· 25. Oktober 06 · 09:43
tanja meint:
Vor allem kann ich mich bei Gewalt in Spielen, Filmen, Büchern zur Not immer noch durch das Fiktions-Argument vor meinen Kindern aus der Affaire ziehen.
Schlimmer ist es doch, wenn morgens das Küchenradio läuft und mein vierjähriger Sohn dann gerne wüsste, warum denn der Papa im Radio sein Baby zerhackt und in den Kühlschrank gelegt hat!
"War das in echt?"
· 25. Oktober 06 · 09:50
grobi meint:
Die beste Reaktion auf Herrn Fromm, die ich seit langer Zeit gelesen habe.

Hut ab.
· 25. Oktober 06 · 10:43
tanja meint:
Und dann fällt mir noch ein, dass eine Freundin erzählte, sie sei seinerzeit mit ihrer Tochter (4,5) in der Nachmittagsvorstellung von "Findet Nemo"(FSK 0) gewesen, den sie sich dann aber leider doch nicht ansehen konnten, da im Vorprogramm der Trailer zu "Herr der Ringe", sowie der Kopierschutz-Clip mit den Knackis lief, weshalb die Tochter dann lieber wieder gehen wollte.
· 25. Oktober 06 · 10:46
chris [d-frag.de] meint:
@Carsten: Hab das "Unbehagen" geändert, danke. Zigmal drübergelesen, ist mir nie aufgefallen. :)

Was Blogger, Journalisten und Recherchieren angeht: Die entscheidenden Links stehen direkt unter dem Artikel, ihr könnt die zitierten Texte ja alle selbst komplett nachlesen. Es ist auch nicht viel Arbeit, die im Internet zu finden. Von einem wirklichen Journalisten würde ich tatsächlich umfangreichere und bessere Recherche erwarten. Das geht schon damit los, beispielsweise Gespräche mit den erwähnten Personen zu führen.

Dass ich das erwarten würde, heißt natürlich nicht, dass das (gerade im Zusammenhang mit diesem Thema) viele Journalisten tun würden.

@Andreas: Die Pressemitteilung des Niedersächsischen Innenministeriums liest sich durch die Pfeiffer-Zitate in der Tat so, als ob zwischen den Ergebnissen der Studie und der Überprüfung der USK-Gutachten ein Zusammenhang bestünde. Entsprechend lesen sich auch die Meldungen über die KfN-Untersuchung in verschiedenen Presseorganen.

Auf die KfN-Studie selbst trifft das aber nicht zu, dort werden die beiden Faktoren Verbreitung und Bewertung klar getrennt. Dort steht, dass sich Zweifel an den Gutachten der USK unabhängig von der Verbreitung jugendgefährender Spiele auch bei Jugendlichen ergeben hätten. Begründet wird das vor allem mit der bei der USK bestehenden Arbeitsteilung zwischen Testern und Gutachtern. Prof. Dr. Pfeiffers Äußerungen in Aspekte klingen aber sehr danach, als hätte das KfN auch an den Bewertungskriterien eine Menge auszusetzen.

Und da wird die ganze Sache dann ziemlich fragwürdig. Denn nach welchen Richtlinien stellt das KfN seine eigenen Kriterien auf? Glaubwürdiger wäre es, wenn sie tatsächlich auf ebenso breiter Basis untersucht hätten, welche Auswirkungen Spiele ab 16 oder ab 18 auf die Jugendlichen/jungen Erwachsenen haben, für die sie zugelassen sind.
· 25. Oktober 06 · 11:56
Thorsten meint:
Hey Chris,

spitzen Artikel, wäre cool von dir wenn du den auch noch an das Aspekte Team sendest, dann wären wir schon zu zweit mit kompetenten Leserbriefen aus der Spielkultur Liste.
Allerdings war meine Antwort nicht ganz so lang, aber ebenso vernichtend.
Sehr gute Arbeit, schönen Tag noch
Thorsten
· 25. Oktober 06 · 13:01
izanagi meint:
Wirklich, ein schöner Text, auch wenn die Sache als solches nach Wiederholung stinkt. Daumen hoch für den chris ;)

Mir fällt bei dem Thema immer das Statement aus einem Forum oder Comment ein, ich weiß nicht mehr genau, wo ich es her habe.
Aber, wenn wir, die ja einigermaßen Ahnung von dem Them haben, sehen, wie die Politik sich daran vergeht, dann würde ich gerne mal wissen, wie das auch bei "richtigen" ploitischen Themen aussieht. Ob da mit genauso viel Diletantismus und Unwissen gearbeitet wird?
· 25. Oktober 06 · 13:59
Torg meint:
Schöner Text, aber völlig sinnlos.
Wir sind uns alle einig, dass unsere Politiker über Ding polemisieren, von denen sie nicht die geringste Ahnung haben. Nur wird der Text ausser den paar Bloglesern hier niemanden erreichen.
Seit Jahren ist das Gejammere unter den Gamern groß, dass sie ja ach so schlecht dargestellt werden. Aber anstatt einen gut recherchierten Beitrag wie diesen hier mal den entsprechenden Medien mit ausreichender Reichweite reinzuwürgen, dürfen doch immer wieder nur geistige Tiefflieger im Fernsehen mit blöden pubertären Kommentaren in gebrochenem Unterschichtendeutsch das Cliché des verblödeten Gamers vertreten.
Also nehmt es einfach hin.
Oder tut richtig was dagegen. Und damit meine ich nicht, Einträge in einem Blog zu schreiben, der ohnehin nur von Gamern gelesen wird, die diese Aufklärung nicht benötigen.
· 25. Oktober 06 · 14:25
Falk meint:
· 25. Oktober 06 · 14:42
mo [d-frag.de] meint:
Falk, wie unseriös einer der von dir verlinkten Autoren, nämlich Jörg Lau, recherchiert, wurde bereits im Artikel oben deutlich.
· 25. Oktober 06 · 15:16
chris [d-frag.de] meint:
Danke für die Hinweise, ich hab die Links mal anklickbar gemacht.

Gerade in den letzten beiden Artikeln sind auch sehr interessante Ansichten dabei. Da wäre beispielsweise das Zitat aus American Psycho im Artikel von Susanne Gaschke. Das zeigt sehr gut, wo das eigentliche Problem liegt: Bei den völlig unterschiedlichen Messlatten, die an verschiedene Medien angelegt werden.

Dieses Zitat ist absolut widerwärtig, mir wird schlecht, wenn ich sowas lese. Dagegen sind GTA: San Andreas und auch einige brutalere Spiele Kindergeburtstag. Trotz des Interaktivitäts-Aspektes, der so gerne in den Vordergrund geschoben und meiner Meinung nach überbewertet wird.

Ich persönlich mag Egoshooter nicht mal. Spiele wie Prey, Dead Rising, Doom III oder wie auch immer machen mir persönlich überhaupt keinen Spaß. Und wenn ich jetzt die ärgerlichen Forenbeiträge sehe, weil Gears of War wohl keine USK-Plakette bekommen wird, kann ich darüber nur den Kopf schütteln. Nicht meine Art von Spielen. Ich sehe es auch so, dass der Jugendschutz durchaus verbessert werden kann, siehe den vierten Akt im Artikel.

Trotzdem kann es nicht verwundern, wenn Spieler sich durch solche Berichterstattung extrem ungerecht behandelt fühlen. Weil all diese Dinge in anderen Medien nicht weniger verbreitet sind, dort aber niemand so einen Aufstand darum macht.

Das geht soweit, dass einige Bekannte und Verwandte von mir, die Computerspiele praktisch nur aus solchen Beiträgen (ob jetzt Frontal21, Aspekte oder die oben verlinkten) kennen und wissen, dass ich am Computer spiele, automatisch davon ausgehen, ich würde am PC vor allem "rumballern". Dabei befinden sich in meiner Sammlung überwiegend Strategiespiele, Rollenspiele, Adventures, die mit solchen blutigen Szenarien überhaupt nichts zu tun haben.

Egoshooter machen nur einen Bruchteil des aktuellen Spieleangebots aus. Trotzdem werden wir alle durch solche Beiträge darauf reduziert.
· 25. Oktober 06 · 15:48
chris [d-frag.de] meint:
Oder tut richtig was dagegen. Und damit meine ich nicht, Einträge in einem Blog zu schreiben, der ohnehin nur von Gamern gelesen wird, die diese Aufklärung nicht benötigen.

Zum Beispiel?
· 25. Oktober 06 · 15:58
Michael meint:
@chris: Wenn das einigermaßen funktioniert, für viele Eltern sicher eine Erleichterung.

Bist du dir da so sicher? Welche Eltern sollen das denn sperren, wenn die Kinder 1. einen eigenen PC besitzen und 2. was von viel wichtiger ist, wenn die Eltern selber keine Ahnung haben? Viele Eltern sind doch gar nicht so technikversiert wie ihre Kinder. Und welches Elternteil hat denn auch Zeit, so etwas einzurichten? Das sind so Fragen, die mich noch interessieren.

Ich muss den Text noch lesen. Hab erst die Kommentare überflogen
· 25. Oktober 06 · 16:11
In der ersten Ausgabe der Trash-Comedy "die Freudenshow" haben wir die richtige Antwort darauf gegeben, denke ich. Nach Killerspielen sollte man jetzt auch Singstar und The Sims verbrennen ;-)

Zu finden unter:
http://www.die-freudenshow.de/2006/10/16/a-new-star-is-born/

Freudige Grüße!
· 25. Oktober 06 · 16:16
chris [d-frag.de] meint:
Deshalb das "wenn" im Satz. :)

Die Zeit ist nicht das Problem, eingerichtet ist das mit drei Klicks. Ahnung brauchst du dafür auch nicht, abgesehen davon, dass du wissen musst, dass die Funktion als solches existiert...

Aber wenn die Kinder eigene PCs besitzen, wirds natürlich schon schwierig. Und früher oder später finden sich wahrscheinlich auch Möglichkeiten, die Sperre zu umgehen. Ich muss zugeben, so genau hab ich mir das im Release Candidate 1 nicht angeschaut, weil ich nicht vorhabe, an meinem eigenen PC irgendwas zu sperren, da in meinem Haushalt noch keine Kinder herumwuseln. :)
· 25. Oktober 06 · 16:18
peter meint:
ich bin gerade über den spreeblick hierhergekommen.
super artikel, großes lob!
· 25. Oktober 06 · 16:44
mo [d-frag.de] meint:
Beim Thema Gewaltdarstellung in Medien fällt mir direkt nach Videospielen immer dieses Buch namens Bibel ein, wohl eines der bekanntesten der Welt.

Und wenn Frau Gaschke von der Zeit ausgerechnet am letztlich nicht sonderlich schockierenden American Psycho eine Verschiebung der »Grenze des Unerträglichen« sieht, hat sie das Buch vielleicht nicht ganz gelesen und kennt wohl auch Die 120 Tage von Sodom aus dem Jahr 1785 nicht, auf das die von ihr zitierte Stelle anspielt.

Explizite fiktive Gewaltdarstellung in Medien gab es schon immer und wird es immer geben, Spiele sind keine Ausnahme.
· 25. Oktober 06 · 17:03
EmmJay meint:
Die BPjM ist ein staatliches Organ zur Wahrung des Jugendschutzes. Das weiß auch niemand der Zitierten, wie mir scheint. Nur, weil die letzte Gesetzesnovelle die BPjM der USK nachstellt, hat sie nicht weniger Macht. Und diese ganzen Studien, die angeblich eine positive Korrelation zwischen Gewaltspielen und realer Gewalt unter ceteris-paribus-Bedingungen bewiesen haben wollen, sind der größte Mumpitz. Mann, was regt mich das wieder auf!
· 25. Oktober 06 · 17:22
nilz meint:
ach...du...scheisse. wie kann man unbelehrbare belehren?
· 25. Oktober 06 · 17:41
ixy meint:
@ Chris:
Der Artikel ist wirklich gut geschrieben. Viel zu selten liest man heutzutage noch längere Artikel bis zum Ende durch. Das war einer dieser Artikel.

@ Michael:
Wenn die Kinder einen PC bekommen, dann muss man sich als Vater oder Mutter aber auch damit auseinandersetzen.
Mein Kind 1.0 hat jetzt mit sieben Jahren einen PC von mir bekommen. Ich war es leid, immer meinen PC abtreten zu müssen. :-)

Aber da gucke ich mit ihr gemeinsam, was sie spielt bzw. wir sitzen gemeinsam vor dem PC und spielen. Ab und zu kontrolliere ich auch, wo sie so rumsurft. (Von totaler Sperre halte ich nichts)
Sich herausreden und sagen, dass man technisch nicht so versiert ist, kann es doch auch nicht sein.
Dann muss man sich halt mit der Materie beschäftigen oder einen fragen, der sich damit auskennt.

· 25. Oktober 06 · 17:49
Falk meint:
mo: ich habe gerade leider sehr wenig zeit, mich wirklich in die debatte einzuklinken. aber was ich sagen kann: ich hatte damals für den eigenen artikel vor einem knappen jahr mit einem hildesheimer psychologen gesprochen, der auch darin zitiert ist. der war früher selbst am kriminologischen institut von herrn pfeiffer, iirc. vielleicht lohnt sichs, wenn ihr da dranbleiben wollt, sich mit dem nochmal zu unterhalten.
· 25. Oktober 06 · 18:13
mp_464 meint:
ich hab jetzt nicht alle kommentare gelesen und wollte eigentlich nur sagen: sehr guter text, danke dafuer!
· 25. Oktober 06 · 18:18
Peter meint:
Ein guter Artikel, wirklich lesenswert. Ich muss sagen, dass mich das Thema nicht sehr tangiert, da ich seit über einem Jahr nicht mehr zocke, aber was mir auffällt, ist die beeindruckende und zugleich zutiefst bedrückende Unkenntnis einiger Entscheidungsträger.
Da malt man doch tatsächlich mal wieder den Teufel an die Wand. Ich habe zwar nur kurz in GTA San Andreas reingesehen, als es herauskam, aber ich muss sagen, dass ich diese Zitate gewisser Herren von dem eigentlichen Spielziel her ebenfalls nicht nachvollziehen kann. Gut, sicher, man kann natürlich Fussgänger umbringen etc., aber: Das gehört nicht im eigentlichen Sinne zum Spiel, bringt wenn ich mich recht erinnere ja auch kein Geld. Und sowas wie Killerwahn gibt es in der Deutschen Fassung ja auch nicht... Dennoch: Das Spiel ist durchaus ein Kandidat für die Freigabe ab 18, in Relation zu anderen Spielen ist die USK 16-Freigabe dann wieder ok...
Genug dazu, und zurück zu dem, mit dem ich abgefangen habe:
Die Unkenntnis von Leuten, die einiges an (Medien-) Macht durch ihre Position besitzen. Leider ist es ja nicht nur bei den genannten Entscheidungsträgern so, dass sie keine Ahnung haben und platte Kampagnien zur Steigerung ihrer Popularität (durch das bewusste Einnehmen von Hardlinerpositionen) einnehmen, dass sie sich einfach mal gerne als "Retter des Abendlandes" sehen, gewiss auch aus einer gewissen Selbstverliebtheit heraus.
Tendenziell ist dieser Typ in gewissen administrativen Ebenen in der Überzahl, nehmen wir einmal den Bundestag. Dort werden ständig Gesetzesnormen verabschiedet, die derart speziell sind, dass die Abgeordneten gar keine Ahnung davon haben können, die Vorraussetzung dazu wäre wohl ein sehr umfangreiches Studium Generale. Dann gibt es da noch so Dinge wie Fraktionsdisziplin, was dazu führt, dass gewisse "Experten" (ob diese tatsächlich die Materie verstehen, ist dabei relativ egal) die in den Ausschüssen sitzen, mit anderen Kollegen von anderen Parteien und manchmal auch eventuell unter einem gewissen Lobbyisteneinfluss die Sache bereden, und dann einen Entwurf vorlegen, der dann beschlossen wird - ohne das irgendjemand einen blassen Schimmer hat.
Man sollte wirklich was dagegen tun, z.B. sich selbst ordentlich bilden (was jetzt über Studiengebühren zunehmend verwehrt werden soll), und dann in die Politik gehen.. wobei man dann verdammt aufpassen muss, dass man sich nicht aufgrund zäher Parteistrukturen jegliche Ideale abhanden kommen lässt.
· 25. Oktober 06 · 18:27
frank meint:
Schünemann? Das ist doch der, welcher lieber von heute auf morgen das Internet filtern lassen möchte? Der ein Urteil des BVerfG für Behinderung seiner Arbeit hält? Der ist ja gemeingefährlich.

Ein feiner Artikel.
· 25. Oktober 06 · 18:56
Sebastian meint:
Gut geschriebener Artikel, Hut ab!

Das meiste ist in den Kommentaren schon gesagt worden. Möchte nur betonen, dass ein Beitrag im Medium Fernsehen keinen aufklärerischen Charakter besitzen kann, sondern zwangsläufig diese Form von Polemik annehmen muss. Man kann in 5 Minuten kein vielschichtiges und komplexes Thema abstrahieren und verpacken. Darum ist es einfacher an der Oberfläche, den Bildern, zu kratzen und alles allein auf die Darstellung zu reduzieren. Lässt sich auch wesentlich einfacher im Medium TV vermitteln. Zudem hat der Zuschauer keine Möglichkeit mit dieser Berichterstattung wirklich ins Gespräch zu kommen oder sich mit Beteiligten auszutauschen.

Eltern können sich durchaus hilflos fühlen, da sie nicht wissen an wen oder wohin sie sich wenden müssen, um sich über das Thema Computerspiele zu informieren. Solche Reportagen schüren natürlich bestimmte Ängste und bieten die entscheidende Lösung gleich mit, das Verbot. Allerdings entheben sie die Eltern ein Stück weit ihrer eigenen Verantwortung, wenn sie die vorgeschlagene politische Richtung fördern. Deshalb müssen Eltern ihre Kompetenzen ausbauen, um zu verstehen womit sich ihre Kinder beschäftigen und was sie spielen.

Deshalb hoffe ich natürlich, dass dieser Artikel nicht nur Spieler und Webnerds erreicht.
· 25. Oktober 06 · 18:59
Michael meint:
@ixy

Sich herausreden und sagen, dass man technisch nicht so versiert ist, kann es doch auch nicht sein.
Dann muss man sich halt mit der Materie beschäftigen oder einen fragen, der sich damit auskennt.

Genau das meine ich ja. Dies geschieht eben nur nicht. Man müsste es tun. Aber hier fehlt eben die Kompetenz der Eltern.

Sehr guter Artikel. Gut durchdacht und auch sehr schön argumentiert. Man hofft, er möge gehört werden.
· 25. Oktober 06 · 19:03
lesen meint:
· 25. Oktober 06 · 19:53
Vagabond meint:
Sehr guter Text, chris. Spricht mir echt aus der Seele. Das Problem besteht, wie hier auch schon öfter angesprochen, leider darin, dass wir, die Informierten, bei unserem Protest unter uns bleiben. Es ist sicher nicht einfach, hier große Aufklärungsarbeit zu leisten, da dazu nicht zuletzt eine Lobby fehlt. Konsumenten, Handel und Publishern täten gut daran, einen Versuch zu starten, das Thema gemeinsam anzupacken.
· 25. Oktober 06 · 21:23
chris [d-frag.de] meint:
Das ist doch genau das, was EA mit "Spielraum" versucht.

Darf man ruhig auch mal positiv erwähnen, bei allem, was man sonst gegen die Firma haben mag.
· 25. Oktober 06 · 21:50
Acid meint:
Hach ja, "American Psycho"...
Die letzten 100 Seiten sind wirklich grenzwertig, selbst wenn man Horrorstories mag. Aber man sollte schon das ganze Buch lesen, bevor man einige Zeilen aus dem Kontext reisst. Denn dann kann man fragen, wieso Ellis ausgerechnet durch diesen Roman so berühmt wurde.
Warum besteht eine so hohe Nachfrage?
Warum werden die jungen Filmemacher - wie z.B. Alexandre Aja - wegen Filmen wie "High Tension" gefeiert, während deutsche Betroffenheitsschinken 3 Tage nach der "Uraufführung" in der Versenkung verschwinden?
Fürwahr, Frau Gaschke, die Welt ist verkommen und verroht und ausgesprochen widerlich. Man sollte allerdings zu bedenken geben, dass sie ohne diese Filmchen/Spiele auch noch totlangweilig wäre. Vielleicht haben Sie ja ein Konzept, das Abhilfe schafft.

Die "Jugendkultur" hierzulande sei ein zutiefst ernst zu nehmender Ausdruck der Befindlichkeit einer Generation, die politisch rein gar nichts zu melden hat.
Vielleicht sollten wir "Generation" durch "Gesellschaft" ersetzen, dann kommt es fast hin. Es werden fast durch die Bank Verordnungen und Gesetze gegen das Volk abgenickt. Da wird "Bürger" - ob jung, ob alt - irgendwann sauer. Diese Wut muss raus. Seien Sie froh, dass die Leute nur auf Pixel ballern und nicht auf Beamte und Abgeordnete.
· 26. Oktober 06 · 01:38
Aya meint:
100%ige Zustimmung meinerseits, ich hatte mich in meinen Äußerungen zu dem ZDF-Quatsch-mit-Soße nur etwas kürzer gefasst ;-) - super Artikel, schade nur, dass die die es betrifft (Politiker, Herr Fromm usw...) alle taub und blind sind... Stumm ja leider nicht, sonst würden sie nicht solch unqualifiziertes zeug von sich geben XD.
· 26. Oktober 06 · 06:42
joshua meint:
»Viele Eltern haben weder die Zeit noch die Lust zu kontrollieren, ob sich ihr Kind an die Regeln hält«.
Ja es könnte so einfach sein. Es bräuchte nur die Eltern, die Zeit und Lust haben sich mit ihrem Nachwuchs auseinanderzusetzen. Mit ihren Kindern reden, spielen oder einfach rumalbern statt sie vor den Fernseher, den Computer oder die Playstation zu setzten. Aber wie fern sind wir davon in den Zeiten des Prekariats.

Da ist eine staatliche Kontrolle doch viel einfacher. Wie bei Zigaretten und Alkohol zum Beispiel. Obwohl – bei näherem Betrachten funktioniert die staatliche Aufsicht bei Kippen und Alkopops ja nicht wirklich gut.
Die Alkopopsteuer hat aber zumindest dazu beigetragen, dass die finanziellen Mittel nicht mehr für einen Vollrausch ausreichen. Wäre das eine Lösung? Die First-Person-Shooter-Steuer? §1 FPSSG – pro Frag 2 Euro? Counterstrike Deathmatch – 2000 Euro, Serious Sam für den Preis eines Eigenheims?
Wie bequem staatliche Kontrolle doch ist – man kann das eigenständige Denken einstellen und sich vollkommen auf andere verlassen.
Aber halt – Deutschland ist ja keine Insel. Über das Internet wären ja eventuell immer noch solch gewalttätige Inhalte verfügbar. Unsere Politischen Führer müssten wohl mal mit den Chinesen reden, die haben doch Mittel und Wege das Internet zu kontrollieren.

Kann sich noch jemand an die Indizierung von C&C Generals erinnern? Unter anderem wurden in der deutschen Version die Selbstmordattentäter durch „Rollbomben“ ersetzt.
Jetzt brauch nur noch das Real Life eine USK / FSK Einstufung, dann können wir uns alle beruhigt schlafen legen.

Man verteile nach Gutdünken: [ironie], [/ironie]
· 26. Oktober 06 · 11:29
Gunnar meint:
Hallo
Bin über den Spreeblick Artikel auf diesen Artikel aufmerksam geworden. Danke für die wahren Worte. Besser hätte es niemand ausdrücken können.

Danke

Gruss
Gunnar
· 26. Oktober 06 · 11:48
laZee meint:
Enorm schöner Artikel. Mir pocht die Halsschlagader bei deren Argumentation. Bleibt nur zu hoffen, dass im Falle von ernsthaften Überlegungen zur Umsetzung der Vorhaben von oben genannten Leuten auch Menschen hinzugezogen werden wie du.

Oder wir haben bald in Berlin ne kleine Spieleverbrennung :/
· 26. Oktober 06 · 13:37
mo [d-frag.de] meint:
Einen Kommentar zur Diskussion um Gewaltdarstellung in Spielen gibt's auch von Jon Stewart. Die gezeigten Zitate von US-Politikern ("insane jack asses") sind unfassbar ignorant, bigott und sogar rassistisch.
YouTube-Link
· 26. Oktober 06 · 15:19
chris [d-frag.de] meint:
Jaja. Das Video hatten wir hier schon mal.
· 26. Oktober 06 · 16:16
Ben meint:
Für mich werden da einfach auch ganz wichtige Aspekte wie das Verändern der Spiele ausgelassen, was ich nicht als kontraproduktive Förderung von Agressivität auffassen würde.

Aber die [deutsche?] Medienlandschaft ist speziell bei diesem Thema sowieso nicht mehr wirklich ernst zu nehmen, weil sie nicht mehr informiert, sondern nur noch polarisiert. Dass diese Arbeitsweise auch die öffentlich-rechtlichen schon vor einiger Zeit erreicht hat, und eben jene eigentlich auch die sind, die am meisten Hetzjagd auf Spieler betreiben, ist keine schöne Sache, aber wohl mittlerweile auch nicht mehr rückgängig zu machen - umso besser, dass aus der Welt der Spieler auch fundierte und qualifizierte Antworten kommen; denn ganz ehrlich: In einigen Diskussionen nach Beiträgen bei frontal21 konnte man sich als Produzent solcher Sendungen schon in seiner Ansicht bestätigt fühlen.
· 26. Oktober 06 · 17:10
Gunnar meint:
Hallo
Etwas anderes.
Wie sieht es eigentlich bei 3sat aus. Dieser Sender gehört doch zum Teil dem ZDF. Aber ist Computerspielen recht aufgeschlossen. Jedenfalls merke ich das an der Sendung "neues".

Gunnar
· 26. Oktober 06 · 19:53
Gunnar meint:
Anmerkung auf der ZDF aspekte Seite:

"Live-Chat
Aufgrund zahlreicher Emails an den Autor Rainer Fromm und der aufflammenden Kontroverse gibt es am Donnerstag, 2. November ab 21.00 Uhr einen Live-Chat zum Thema. Diskutieren Sie mit!"

ZDF Live-Chat-Einladung

Wollte ich mal drauf hinweisen.
· 26. Oktober 06 · 20:01
imYemeth meint:
Hmmm, das könnte eventuell interessant werden...
· 26. Oktober 06 · 20:35
muhahahah meint:
"
"Niemand will einen Vergewaltiger spielen. Und deshalb gibt es, soweit mir bekannt ist, auch keine Spiele, in denen man das könnte..."
:-(

Gibt es. http://seanbaby.com/nes/egm09.htm - ok, das ist eher eine "Kuriosität" aus der Computersteinzeit. Back to Topic.
"

ohhh yess geil.. endlich..
ich bin 16 jahre alt und finde, dass spiele zur abstumpfung stark beitragen. mehr als jedes fernsehen. weil nicht in anwesenheit von eltern gespielt.
· 26. Oktober 06 · 21:34
muhahhaha meint:
nachtrag:

Want less rape, produce more porn

schlussfolgerung?

want less killing , produce more killerspiele ^^
· 26. Oktober 06 · 21:40
chris [d-frag.de] meint:
Danke, Gunnar. Wir schauen da mal rein. :)
· 26. Oktober 06 · 21:55
WW meint:
Ich bin 24, habe einen IQ von 130 und spiele seit 10 Jahren Ego-Shooter. Es hat mir nicht geschadet, mich nicht aggressiver gemacht und zudem ein Interesse für Computer in mir geweckt, welches ohne Ballerspiele wahrscheinlich niemals so erwachsen wäre. Ich profitiere davon beruflich und privat.

Ein Onkel von mir ist Mitte 50 und studierter Kunsthistoriker "der alten Schule", arbeitet seit mehr als einem Vierteljahrhundert für ein Kulturmagazin mit geringer Auflage. Das erste Computerspiel, welches er komplett durchgespielt hat, war der Ego-Shooter Duke Nukem 3D, anno 1997. Mit seinem Sohn (heute 22) spielte er zusammen häufiger solche Spiele wie "Destruction Derby", in dem man Autos auf einem Schlammplatz zu Schrott fährt.

Usw.

Es geht uns allen gut.
· 27. Oktober 06 · 11:14
imYemeth meint:
Naja. Ich habe einen Kumpel der von sich selber sagt dass ihn Shooter nach einer Weile aggressiv machen. Jeder reagiert anders auf sowas...
· 27. Oktober 06 · 11:46
chris [d-frag.de] meint:
Da muss ich nicht mal Kumpels bemühen. Ist bei mir selbst so. Ich mag Egoshooter nicht, sie sind mir zu stressig, machen mich ziemlich hibbelig, kurz: tun mir nicht gut. Aber das ist bei jedem anders, ich mag auch Horrorfilme und Gruselbücher nicht und kann trotzdem damit leben, dass solche Filme teils ab 16, Bücher komplett ohne Altersbegrenzung zu haben sind.

Passend zum Thema zwei Sätze aus dem Review zu Canis Canem Edit bei Eurogamer.net: »I've played about eight Rockstar games now, and I'm still not a highly trained professional killer. Am I playing them wrong or something?«
· 27. Oktober 06 · 12:35
Robert meint:
@ chris [d-frag.de] meint:

"Thema Windows: Ich bin gespannt auf die Jugendschutzfunktionen unter Vista. Besonders darauf, ob und wie leicht die sich umgehen lassen. Aber die Idee, es einem Admin dort zu ermöglichen, für die restlichen Benutzerkonten gezielt Spiele ab bestimmten Altersfreigaben zu sperren, ist gut. Wenn das einigermaßen funktioniert, für viele Eltern sicher eine Erleichterung."

Im Prinzip gebe ich dir da recht. Allerdings glaub ich halt, daß die meisten PCs von den Kids selbst administriert werden, weil die meisten Eltern gar keine/zu wenig Ahnung davon haben.

Eine komplette Zensur ist natürlich keine Lösung, ich will mir kaufen könne, worauf ich Lust hab. Über politische Lösungen lässt sich dieses Problem m.E. extrem schwer in den Griff kriegen

· 27. Oktober 06 · 14:00
chris [d-frag.de] meint:
Um das "gar keine/zu wenig Ahnung haben"-Problem gehts ja am Schluss des Artikels oben. Aber für Eltern mit ein paar grundlegenden Kenntnissen über PCs machts die Sache dann doch einfacher. Ich fänds auch erschreckend, wenn Vista die Sache komplett allein regeln würde.
· 27. Oktober 06 · 14:04
Gunnar meint:
Bitte Chris.
Hoffentlich gibts dann auch ein Chatlog.

· 28. Oktober 06 · 15:12
Khesrau meint:
Kafka musste auch mal im Blut baden - störte keinen.

Easton Ellis denuziert seinen Vater, indem er ihn als einen Serienkiller durch ein ganzes Buch (und später auch Film) scheinbar sinnlos Morde begehen lässt - lässt ein paar Literaturkritiker aufschrecken, sonst niemanden. (Und der Herr war ja damals wohl alles andere als jemand, der die Jugend mit seiner Art hätte nicht ansprechen können.)

Ist schon super so eine Doppelmoral.

Was mich jedoch viel stinkiger macht ist die Tatsache, dass in einem demokratischen Land so ein Politiker Dinge komplett verbieten und somit die Menschen bemuttern will. Ich staune immer wieder, wenn einige Politiker solche Abschaffungen fordern, ohne mit der Wimper zu zucken.
· 28. Oktober 06 · 21:45
imYemeth meint:
Naja, von nahezu jedem "neuen Medium" hat man im Verlauf der Geschichte behauptet es würde die Jugend verderben: Romane, Filme, Video und nun halt Spiele. Ist eigentlich nix neues... der Diskurs muss und wird geführt werden und Artikel wie dieser sorgen hoffentlich dafür dass er nicht zu einseitig geführt wird.
· 29. Oktober 06 · 02:24
Gunnar meint:
Guten Morgen.
Was ich nicht verstehe, das ist warum immer sofort nach Verboten geschriehen wird. zB. damals in den 50er, 60er Jahren wo der Rock n Roll und die Beat bzw Rockmusik entstand haben auch Leute nach Verboten geschrieben. "Die Musik verdirbt unsere Jugend", "Teufelsmusik, Teufelszeug" usw. Wenn es damsls Verbote gegeben hätte hätten wir heute kein musikalisches Kulturgut mehr.

Ich bin für da eher für Aufklärung und nicht für Verbote.

· 29. Oktober 06 · 09:29
Abdullah meint:
Boaah, klasse Text und sauber formuliert.
Gibt es den keinen weg, diesen Artikel in eine Fachzeitschrift zu kriegen,
z.b. in die Gamestar oder von mir aus auch in eine andere ?
· 29. Oktober 06 · 17:35
imYemeth meint:
Die lustigen Blogger hier freuen sich eigentlich dass sie den soggenannten "Fachzeitschriften" ein bisschen überlegen sind. ;)
Davon mal abgesehen, in der Gamestar würde es doch nur ein Publikum erreichen das beipflichtend nickt (wie hier ja eigentlich auch).

Bin mal gespannt ob und was bei dem Aspekte-Chat bei rumkommt.
· 29. Oktober 06 · 18:30
Björn meint:
Wenn wir viel Glück haben, das was im Chat nach der letzten Frontal-21-Sendung nach dem Thema passierte: Der Fromm beantwortet immer die selben drei Fragen und die schönsten vier Morddrohungen von irgendwelchen Kiddies (wobei die vielleicht auch aus E-Mails oder dem Forum stammten, da bin ich mir nicht mehr ganz sicher) werden in der nächsten Sendung zitiert, um die These zu belegen, dass Videospiele verrohen.

Den Fromm halte ich, ohne ihn persönlich zu kennen, für einen unbelehrbaren Überzeugungstäter...
· 30. Oktober 06 · 09:11
m.a. meint:
Ursache und Wirkung, Björn, Ursache und Wirkung ... ich erinnere mich mit Schrecken an einen Heise-Chat vor ca. einem Jahr, wo es auch um dieses Thema ging. Ich hatte entgegen jeder Wahrscheinlichkeit gehofft, dass da vielleicht doch mal was vernünftiges bei rumkommt. Aber nachdem schon in der ersten halben Stunde nicht weniger als zwanzig mal zwischen der Banal-Logik "Ich spiele schon seit zehn Jahren Videospiele und hab ja auch noch keinen umgebracht!" und der pubertierenden "Haha, den machen wir fertig, voll vor'n Koffer geschissen" Abteilung hin und her gesprungen wurde, habe ich den Chat wieder verlassen, denn meine Zeit kann ich besser verschwenden.

Genau so wird das auch bei dem Chat laufen (nicht mit meinem Verlassen sondern mit der Dumpfbackigkeit der Teilnehmer), denn, seien wir ehrlich, leider sind nur die wenigsten Spieler so sprachgewaltig wie Chris oder auch nur bereit sich ausführlich vorher zu informieren und mit guten Argumenten zu wappnen.

Solange die "LOL - HEADSHOT!" Fraktion nun mal stimmlich am lautesten tönt wird uns ewig das Image des minderbemittelten sozial inkompetenten anhängen.
· 30. Oktober 06 · 13:40
mo [d-frag.de] meint:
Abdullah, die Gamestar selbst hatte vor einiger Zeit schon eine Unterschriften-Aktion gestartet und danach auch ein Gespräch mit Frontal21 und Rainer Fromm organisiert. Ergebnis: 0,0.
· 30. Oktober 06 · 13:51
chris [d-frag.de] meint:
@imYemeth: Die lustigen Blogger hier freuen sich eigentlich dass sie den sogenannten "Fachzeitschriften" ein bisschen überlegen sind. ;)

Gilt für uns hier eigentlich nicht. Sollten wir wirklich in mancher Hinsicht "besser" sein, fände ich das eher bedenklich. Blogs und die Printmagazine haben aber so wenig gemein, dass sich das schwer vergleichen lässt. Klassische Print-Reviews würden bei uns überhaupt nicht funktionieren, andererseits könntest du nicht eine komplette Zeitschrift mit unseren Texten hier füllen.

Davon mal abgesehen, in der Gamestar würde es doch nur ein Publikum erreichen das beipflichtend nickt (wie hier ja eigentlich auch).

Klar, die Reaktionen hier sind sehr vorhersehbar. So als würdest du in einem Veganer-Forum fragen, ob sie Rindfleisch lieber medium oder blutig mögen.

@m.a.: Völlig richtig.

@mo: Ja. So richtig auffällig wird das, wenn man sich die beiden alten Frontal21-Beiträge nochmal zum Vergleich anschaut. Zu einem nicht unerheblichen Teil ist der Aspekte-Beitrag aus den Spielszenen der beiden ersten Beiträge zusammengeschnitten. Also praktisch recycled.
· 31. Oktober 06 · 14:47
imYemeth meint:
Wollt' euch da nix vorwerfen, sind wohl meine generellen Vorurteile gegenüber Spiele-Weblogs ;) Anstatt das jetzt weiter auszuführen bleib ich mal grob beim Thema des Artikels: Im Escapist sind einige Interessante Beiträge rund um Moral in Computerspielen. Lesenswert!
· 31. Oktober 06 · 15:53
chris [d-frag.de] meint:
Die Kollegen von www.gameparents.de, einer Seite, auf der sich Eltern über Videospiele informieren können, haben in ihrem Aspekte-bezogenen Artikel einen weit besseren Schlussabsatz gefunden als ich:

»Aber auf all dies wird in dem Beitrag nicht eingegangen. Es werden ausgewählte Szenen gezeigt, die so richtig schocken sollen. Es wird ein Schuldiger gesucht und in der USK gefunden. Doch die wahren Verantwortlichen werden in keinster Weise erwähnt. Was aber am Schlimmsten ist, dass genau diese vor dem Fernseher diesen Bericht anschauen, den Kopf über diese unfähige USK schütteln und sich über die grausamen Spiele aufregen, während einen Raum weiter der 14-jährige Sohnemann den neusten Shooter ohne Jugendfreigabe daddelt.«

Den kompletten Beitrag findet ihr hier.
· 31. Oktober 06 · 23:47
Benno meint:
Und wieder ein neuer Artikel von Jörg Lau in der Zeit:
http://www.zeit.de/2006/45/Titel-Computerspiele-45

Die Idee, bei der Alterseinstufung auch die Moralvorstellung eines Spiels zu berücksichtigen finde ich sogar recht gut, nur der Rest des Artikels scheint per Copy&Paste aus anderen, ähnlich polemischen Schriften zusammengeklaubt zu sein...manche Passagen meine ich sogar wortwörtlich wiederzuerkennen.
· 2. November 06 · 11:44
chris [d-frag.de] meint:
Spiele, in denen der Ehrgeiz von Jugendlichen auf das möglichst grausame Töten, Foltern, Erpressen gerichtet wird, gehören auf den Index, damit sie nicht mehr offen verkauft werden können und für sie nicht mehr geworben werden darf. - sprachs und redete von "Der Pate", dass in Deutschland keine Jugendfreigabe erhalten hat.

Und dann immer diese Verweise auf Backyard Wrestling! Unmöglich! Falls sich jemand von euch gefragt hat, warum er in der Zeit vor Rainer Fromm noch nie was von diesem Spiel gehört hatte: Laut GameRankings haben die Spiele dieser Reihe nen Metascore zwischen 40 und 55. Die sind einfach nur brutal schlecht, kaum jemand spielt das.

Der Rest des neuen Lau-Artikels ist zusammenkopiert aus seinem letzten Artikel und der KfN-Studie, da hast du völlig recht. Dazu das bewährte Rate-welches-Spiel-das-ist:

»Ein paar Szenen aus derzeit in Deutschland sehr verbreiteten Computerspielen: Du schleichst dich von hinten an die Frau heran, greifst sie dir und ziehst das Messer durch die Kehle. Es macht ein schmatzendes Geräusch, sie fällt vornüber. Eine Blutlache zeigt, dass du erfolgreich warst. Auf die nächste gehst du mit einer Schaufel los. Sie flieht, du erwischst sie mit einem kräftigen Hieb. Sie fällt, der Vorgartenrasen färbt sich rot von ihrem Blut. Beim Weggehen trittst du auf ihre blutige Leiche. Deine Sohlen hinterlassen Blutflecken, während du deine Mission fortsetzt.

Dann verbrennst du mehrere Passanten mit einem Flammenwerfer. Zwei Frauen zerlegst du mit einer Kettensäge. Das Blut spritzt auf den Bürgersteig. Ein Polizist will dich stoppen. Du zersägst auch ihn.

Schließlich liegt ein Polizist verblutend vor dir, an seinen Einsatzwagen gelehnt. »Du bist ein Arschloch bis zum bitteren Ende«, rufst du ihm zu, bevor du ihn mit einem Tritt auf den Kopf tötest. Mission erfüllt! Du hast Respektpunkte erhalten im Spiel Grand Theft Auto: San Andreas

Gut, dass er dazuschreibt, dass es aus San Andreas sein soll. Ich hätts sonst nicht wiedererkannt.
· 2. November 06 · 12:13
imYemeth meint:
Dieses Unwahrheiten mit US-Versionen, das völlige Vorbeireden an den eigentlichen Zielen der Spiele... jedes mal dasselbe.
· 2. November 06 · 12:35
chris [d-frag.de] meint:
Uh, zu früh abgeschickt, den Kommentar. Sein USK-Verriss am Schluss ist ja noch besser. Da reißt er ein Zitat von Klaus-Peter Gerstenberger aus dem Zusammenhang und stellt danach fest: Ist der Jugendschutz für die USK ein Mittel zum Zweck, um »neuen Medien die nötige Akzeptanz« zu verschaffen? Sie tritt neuerdings immer offener als Lobbyistin des Mediums auf, das sie eigentlich überwachen soll.

Noch einer, der den Unterschied zwischen Medium und Inhalt nicht verstanden hat. Ich verweise mal aufs agitpopblog. Natürlich ist das wichtig, darauf hinzuweisen, dass die genannten Gewaltspiele nur einen Bruchteil des Spieleangebots ausmachen. Und wir können froh sein, dass die USK das tut, unter anderem in einem Interview bei uns.

Gerade Typen wie Lau und Fromm zwingen die USK doch praktisch, als »Lobbyist des Mediums« aufzutreten. Weil diese ganze Jugendschutz- und USK-Schelte sich daraus speist, das Medium als solches schlechtzumachen.
· 2. November 06 · 12:39
henteaser meint:
Ein 16er- oder 18er-Siegel der USK wirkt auf die Verbreitung nicht hemmend, wie schon der abermals gestiegene Spieleumsatz zeigt – 469 Millionen Euro setzte die Unterhaltungs-Software-Branche allein im ersten Halbjahr 2006 in Deutschland um, bei den Videospielen waren es 8 Prozent mehr als im Vorjahr.

... meint Jörg Lau und hat dabei wohl vergessen, dass sich gleichzeitig auch immer mehr Menschen PCs und Spielkonsolen zulegen.

Und warum?

Nun ja, weil man mit diesen Dingern so tolle Spiele spielen kann. Und auch ins Internet gehen, um zu chatten. Und man muss inzwischen auch nicht mehr programmieren können, um diese Geräte zu bedienen. Die Hardware lässt sich tunen und optisch aufmotzen. Und wenn die Kids schon nichts 'sinnvolles' anstellen mit den Geräten, so lernen sie doch zumindest, mit modernen Medien und Techniken umzugehen.

Gewalt als Unterhaltung ist ein Risikofaktor für die Bildungskarriere – vor allem für Kinder in den ohnehin »bildungsfernen« Schichten. […] Vor allem Eltern mit niedrigem Einkommen erlauben ihren Kindern den unkontrollierten Konsum von Gewaltmedien. Dieser Konsum wiederum macht dumm, dick und aggressiv – und verhindert den Ausbruch aus der Bildungsmisere.

Bleibt nur zu hoffen, dass die Kinder bildungsferner Eltern nicht nur auf der Straße herumlungern und aus Langeweile Katzen anzünden, sobald ihnen Vater Staat PCs und Konsolen abgenommen hat.
· 2. November 06 · 14:39
casi123 meint:
»Viele Eltern haben weder die Zeit noch die Lust zu kontrollieren, ob sich ihr Kind an die Regeln hält«

Wie? Die haben keine Lust? Das sagt doch alles. Dann sind wir ja froh, dass wir Fromm & Co. haben, denn die haben ja Lust.

· 3. November 06 · 09:45
BBirke meint:
Ich war auf der Podiumsdiskussion des KFN im Leibnitzhaus Hannover am 2. November und habe da meine Meinung auch in Flugblättern und einer Wortmeldung kund getan. Insgesamt waren ca. 60 Leute da, inklusive Referenten und Journalisten.

Nunmal erst zum Inhalt: Pfeiffer stellte seine Studie vor, wonach Kinder mit viel Fernseh- und Computer-/Videospielkonsum schlechter in der Schule sind, wobei gesellschaftliche Unterschichten stärker vertreten waren. Und angeblich auch gewalttätiger, wenn sie Gewaltspiele spielten, wobei allerdings die Differenz nach Herausnahme der sozialen Differenzfaktoren (Bildungsniveau von Kind und Eltern, Gewalterfahrungen in Familie usw.) nur noch gering war.

Dann der große Schnitt, statt Statistiken Videoausschnitte aus Computerspielen: GTA San Andreas (in der Tat die deutsche Schnittversion, USK-16, mit Blut und Kettensägenmassaker), Backyard Wrestling, Prey und Der Pate. Teilweise gleich oder identisch mit denen in dem "aspekte"-Beitrag. Bei "Der Pate" ging der Spieler auf unbeteiligte Frauen zu, die um Gnade flehten und dann mit mehreren Schüssen nacheinander erschossen wurden. Zwar wohl nicht der reguläre Spielverlauf, aber der Sinn der Sache ist wohl ein anderer: Die Leute schocken und den Reflex auslösen: "Das ist abartig und pervers, das gehört verboten!" Und Pfeiffer bekannte sich auch ganz klar zur Totalzensur auch für Erwachsene.

Die Diskussionsrunde der Referenten war so aufgebaut, dass der Vertreter der USK, Dr. Klaus Spieler, von Pfeiffer und dem Hannoveraner Psychiater Bernd T. te Wildt gewisser Maßen eingekreist war. Anfangs schlug sich Spieler noch ganz wacker, grenzte Jugendschutz von "Erwachsenenschutz" ab und kritisierte einen unsäglich primitiven Hetzartikel von Jörg Lau in der "Zeit" gegen Computerspiele. Nachher war er allerdings etwas gefangen und wurde zu defensiv, Pfeiffer kritisierte angebliche Abhängigkeiten der USK von der Spieleindustrie. Die heftigsten Ausbrüche brachte aber der Psychiater te Wildt, der den US-Militärpsychologen und Spielegegner Dave Grossman als Referenz anführte, Spiele als Mitursache von Amokläufen darstellte und ohne Umschweife Totalverbote forderte.

Am Ende kam dann die Zuschauerdiskussion mit Fragen. Ein Teilnehmer zog Vergleiche zwischen der Medienpolitik bei Computerspielen und der Drogenpolitik. Eine andere Teilnehmerin regte an, dass die USK doch Einstufungen "ab 18" verweigern und die Spiele gleich selbst zur Indizierung an die BPjM weiter leiten solle, damit sie ganz schnell vom Markt verdrängt würden. Und meine Wortmeldung brachte dann Fragen an die Referenten: Der Verdacht, dass bei "GTA-SA" die amerikanische Originalversion gezeigt und dazu die USK-16-Freigabe für die deutsche Schnittversíon kritisiert würde, stimmte laut Pfeiffer nicht. Te Wildt hatte zuvor gesagt, dass die "Mutter der Egoshooter" aus militärischen Kampfsimulationen entwickelt worden sei, was ich dahin korrigierte, dass "Doom" (von 1993) erst nachträglich zur militärischen Kampfsimulation zwecks Darstellung der Räumlichkeiten umprogrammiert wurde. Te Wildt konterte, es gäbe verschiedene Spiele, wobei die Entwicklung auch andersrum verlief (vermutlich meinte er "America's Army", was mir aber erst später in den Sinn kam). Dann betonte ich den Wert der Freiheit, als Gegensatz zum angeblichen "Untergraben" von Werten durch Spiele, das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit und die Legitimität von Grusel durch fiktive Gewaltdarstellungen. Dann kam mein Hinweis, dass Pixelfiguren keine Menschenwürde im Sinne von Art. 1 GG haben. Schließlich zitierte ich NiSa-IM Uwe Schünemann, wie er laut "aspekte"-Interview dem KFN den Auftrag gegeben hatte, ein Versagen der USK nachzuweisen und Verbotsgesetze auszuarbeiten. Pfeiffer bestritt, nach Ergebnisvorgaben zu arbeiten (die KFN-Untersuchung zu den USK-Freigaben wird allerdings vom NiSa-Innenministerium finanziert).

Nach dem Ende der Veranstaltung folgte noch ein ziemlich langes Gespräch mit einem Redakteur des Online-Spielemagazins "Krawall.de", dann ging es über die nächtliche Autobahn zurück.
· 6. November 06 · 00:13
chris [d-frag.de] meint:
Wow, danke für die umfangreiche Zusammenfassung!

GTA San Andreas: Die beiden Vorgänger hatten in den deutschen Versionen keine Bluteffekte, da bin ich mir sicher. Mein San Andreas hab ich aber seit Wochen an einen Bekannten verliehen, weshalb ich das nicht überprüfen konnte. Mein Fehler. Bin jetzt aber schon erstaunt, dass die deutsche Version Bluteffekte gehabt haben soll und mir das so überhaupt nicht im Gedächtnis geblieben ist...

KfN-Studie: Damit beschäftigt sich intensiv ein gestern erschienener Artikel von Falk Lüke in Zeit Online.
· 6. November 06 · 00:46
chris [d-frag.de] meint:
Auf der anderen Seite gibt es Leute, die sich regelrecht Sorgen wegen des Zuschauerschwunds beim Fernsehen machen. Siehe Heise Online.

Der Fernseher als "Leitmedium" werde abgelöst, die "Zapping-Ära" neige sich dem Ende zu. Na endlich.

"Nur noch 120 Minuten am Tag sehen technisch Interessierte Zuschauer fern – der Mittelwert liegt bei 230 Minuten täglich."
· 6. November 06 · 10:12
Sebastian meint:
Nach eigener subjektiver Erfahrung verzichten bereits viele technikaffine Menschen auf das Medium Fernsehen. Mit diesem klassischen Medium ist nämlich eines nicht möglich, jedwede Form von Diskurs.

Nach dem Artikel von Herrn Lüke lässt sich schon ahnen, dass dieser Blogeintrag etwas gebracht hat, auch wenn er vllt nicht hohe Wellen schlagen wird. Zumindest bietet er eine alternative Perspektive, die zugleich das sehr rigerose Bild von Aspekte & Co relativiert und hoffentlich, zeigt, dass es statt einschlägiger Polemik einen hohen Diskussionsbedarf gibt.
· 7. November 06 · 19:50
Sebastian meint:
Als kleine Anmerkung noch, der Livechat mit Rainer Fromm vom 2. November ist online .
· 7. November 06 · 22:18
Sebastian meint:
Hier der Link. Hoffe es klappt jetzt
· 7. November 06 · 22:19
chris [d-frag.de] meint:
Ja, danke, schon gesehen.

Ich gehör übrigens auch zu den technikaffinen Menschen, die keinen Fernseher besitzen, aber ab Januar GEZ-Gebühren bezahlen dürfen, weil sie über ihren PC mit Internetzugang Aspekte gucken können.

Der Link bringt leider meinen Firefox 2.0 zum Absturz. Reproduzierbar. :)
· 7. November 06 · 22:25
imYemeth meint:
Hmmm, als ich den Satz im Feedreader gelesen hatte ich den Link natürlich schon angeklickt, und Camino hats gleich zerschossen, scheint also ein Geckoproblem zu sein... allerdings tut sich Safari auch schwer, da stimmt irgendwas mit deren Filmdingens da nicht.
· 7. November 06 · 22:44
imYemeth meint:
Weil's ganz gut passt, die ARD kann auch ein bisschen anders:
http://www.antigames.de/2006/11/08/avatar/
· 8. November 06 · 12:59
chris [d-frag.de] meint:
Der Second-Life-Beitrag. Ja, der war klasse!
· 8. November 06 · 13:38
Gunnar meint:
Hmmm, also ich kann nicht viel mit Second Life anfangen. Habe es gespielt aber nach längerer Zeit aufgegeben. Finde die Steuerung zu kompliziert und bis die Grafik komplett geladen ist dauert es ewig, selbst bei meinem DSL Anschluss.

Gruss
Gunnar
· 17. November 06 · 08:53
David meint:
Bin über einen Forenbeitrag auf heise.de zu diesem Artikel gekommen. Ich muss sagen Hut ab. Sehr guter Text, ich wünschte diesen Beitrag würde ein Politiker lesen, der auch mal was zu sagen hat oder die Intendanten der Öffentlich Rechtlichen Sendeanstalten.
· 23. November 06 · 15:34
e.Nini meint:
Ich kann dir beim 4. Akt nur zustimmen. Dennoch halte die Abschnitte davor für etwas zu reißerisch geschrieben.. in der entgegengesetzten Richtung von Aspekte.
Und es gibt sicher auch genug Zehnjährige, die auch die unzensierte Fassung von GTA: San Andreas (oder andere Spiele) spielen, würde ich vermuten.
· 23. November 06 · 20:29
chris [d-frag.de] meint:
Das kann ich im nachhinein nicht mal abstreiten. Ich hab das direkt nach Aspekte geschrieben und ja, ich war sauer. Inzwischen würd ich das sicher anders formulieren.

Und was GTA angeht: Fehler meinerseits. Die deutsche Version hat durchaus Blut. Ich werds im Artikel auch nochmal editieren.
· 23. November 06 · 22:57
Gino meint:
OMG Ich hatte eben Stats von 75:3 .. wenn ich mich weiter anstränge und lerne, meine Maus schneller auf die Gegner zu bewegen, kann ich bald Amoklaufen, weil ich dann komplett geschult bin, für den Waffenkampf...
scheisse, ich hoffe ich krieg auch 300 $ für jeden Kill bei diesem Killerspiel .. O_o
.. hoff ma die Noobs haben wenn ich amoklaufe kein Tactical-Shield >_
· 25. November 06 · 13:33
Achim meint:
@Chris: Du redest immer von der "deutschen Version", spielst Du denn die chinesische (oder schlimmer: österreichische) ??? Nie habe ich reißerischere und inkompetentere Sätzchen in einem Blogg gelesen. Du mußt wohl in der Werbebranche sein... oder ein Österreicher.
· 17. Februar 07 · 15:16
chris [d-frag.de] meint:
Schon mal was von englischsprachigen Originalversionen gehört?
Schon mal was davon gehört, dass sich die deutschsprachige Version von GTA inhaltlich von der Originalversion unterscheidet?

Solche inkompetenten Kommentare haben wir hier auch nicht oft.
· 17. Februar 07 · 18:54
Hubi meint:
Hallo Chris, klasse & danke für die sehr umfangreiche Zusammenfassung! Und ich finde deinen Beitrag überhaupt nicht inkompetent. also nur weiter so.
· 21. Februar 07 · 16:50

Kommentare sind für diesen Beitrag geschlossen.

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