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d-frag.de :: Die Pest

Die Pest

von ben · 18. September 06 ·

Die PestOran liegt an der nordafrikanischen Mittelmeerküste in Algerien, das Mittelmeer im Rücken, weit im Süden die Sahara. 1830 wurde Oran mitsamt des größten Teils Nordafrikas französische Kolonie und blieb es auch, bis sich Algerien 1962 die Unabhängigkeit erkämpfte. Die Sommer dort sind milder, als man es von einer Stadt dieser Lage erwartet, und sie gilt gemeinhin als liberal und weltoffen. Die Pest versetzt den Spieler ins Oran der Vierziger Jahre, als noch viele Franzosen dort lebten – und wie der Name des Spiels andeutet, bricht die Pest aus.

Eigentlich ist so ein neuzeitlicher Pestausbruch eine durchaus spektakuläre Sache und bietet theoretisch genug Stoff für Schockeffekte á la Resident Evil – in dunklen Gassen stöhnende und blutende Aussätzige. Und man bekommt diese Szenen auch zu sehen, aber nur versprengt. Der Großteil des Spieles kommt wenig hektisch daher. Der Spieler begleitet den Arzt Rieux. Er hat die einzige denkbare Aufgabe für einen Arzt während einer Pestepedemie: so viele Menschen retten wie möglich. Dabei selber am Leben und bei Verstand zu bleiben, ist dafür natürlich Voraussetzung.

Hier hat sich die kleine französische Entwicklerschmiede namens Camus etwas interessantes einfallen lassen. Alle Handlungen haben sowohl Auswirkungen auf den Gesundheitszustand Dr. Rieuxs als auch auf dessen Geisteszustand. Wie man Pestkranke behandelt, ist nicht schwer zu lernen, aber Dr. Rieux bei Verstand und geistiger Kraft zu halten, das muss sich der Spieler mühsam während des Spieles erarbeiten.

Die wirklich große Leistung des Spiels aber ist es, einen langen Spannungsbogen auzubauen. Alles läßt sich sehr langsam und geschmeidig an. Während sich die ersten Anzeichen für die kommende Pest häufen, gibt es reichlich Gelegenheit, in die Atmosphäre der Stadt und seiner Menschen einzutauchen. Nur so wird der kommende Kampf gegen den schwarzen Tod zu mehr als der üblichen Fließband-Spiel-Arbeit, zu einer echten emotionalen Herausforderung. Und das alles ohne BFG9000, Prinzessinnen, Auserwählte, Raumschiffe, Monster, Laser, Elben, Explosionen, getunte Karren und Gangstergetue. Endlich mal wieder ein Spiel, bei dem ich nicht die dumpfe Vermutung hege, zwei Lebensabschnitte älter als die Zielgruppe zu sein.

Ich habe Die Pest inzwischen schon mehrfach durchgespielt und bin jedes mal wieder begeistert. Begeistert davon, wie verhalten das Ende ausfällt. Eigentlich gibt es kein Happy End, obwohl die Pest eingedämmt wird. Dafür gibt es viele »Happy Zwischensequenzen«. So geht Dr. Rieux, während die Pest am heftigsten tobt, eines Abends mit seinem Schicksalsfreund Rambert zusammen schwimmen – und beide sind glücklich.

Das Spiel ist schon seit einiger Zeit bei dem weniger bekannten Publisher Rowohlt erschienen, doch die Fachpresse scheint dieses zwar wenig spektakuläre, aber doch mitreißende Kleinod übersehen zu haben. Immerhin hat das Studio Camus dafür den in der Branche bisher eher unbeachteten Literaturnobelpreis erhalten. Den Low-Budget-Preis von 7,90 € ist das Spiel auf jeden Fall wert.

padington meint:
Welche Systemanforderungen hat das Spiel denn? Ich habe keinen Hinweis bei Amazon gefunden. Aber da die Gamestar zu dem Spiel auch noch keine Motivationskurve veröffentlicht hat, bin ich eh skeptisch.
Auch der Datenträger bereitet mir Kopfzerbrechen, ist er nicht etwas groß für ein durchschnittliches Laufwerk?
· 18. September 06 · 09:01
werkkzeug meint:
war es absicht das du bei amazon das buch verlinkt hast?
· 18. September 06 · 09:44
chris [d-frag.de] meint:
Ich finde 7,90€ eigentlich ganz schön teuer, dafür dass das Spiel schon 1998 rauskam. Wie ist die Grafik denn so?
· 18. September 06 · 10:37
werkkzeug meint:
7,90 kostet das buch... das spiel kann ich bei amazon nich finden.

· 18. September 06 · 13:07
m.a. meint:
"Das ist ein BUCH. Sowas wie der Gameboy des letzten Jahrhunderts!"
"Aaaaah! Ooooh!
· 18. September 06 · 13:50
Thomas meint:
LOL, der Artikel leitet bis zum letzten Absatz ganz schön in die Irre.
Doch dann lassen die Begriffe "Rowohlt" (unbekannter Publisher, haha) und "Literaturnobelpreis" aber ordentlich die Groschen fallen :-)
· 18. September 06 · 14:06
quaimaker meint:
Sehr, sehr schöner Text. Habe mich schon im ersten Absatz gefragt, wie man denn das Buch als Spiel umsetzen will. Es erinnert schließlich ein wenig an "Das Parfum" in der Hinsicht, dass dieses auch als unverfilmbar galt...
· 18. September 06 · 14:28
padington meint:
und immer noch gilt ;)
· 18. September 06 · 15:41
DocTriv meint:
Letzter Absatz?! Die "kleine französische Entwicklerschmiede namens Camus" macht doch schon alles klar...
Anyway, witziger Text! Hätt solch ein Game gern gespielt.

Hab von Camus nur "Der Fremde" gelesen (Schule). Und Rowohlt rules...!
· 18. September 06 · 21:22
Jens meint:
Kann mich der Empfehlung nur anschließen! Dieses Werk halte ich schon seit langem für ein vergessenes Meisterstück unter den Computerspielen.
· 19. September 06 · 19:34
ben [d-frag.de] meint:
:]

@chris: ja die Grafik ... das kann man so ohne weiteres gar nicht sagen, die haben das mit der neue "Imagination"-Engine umgesetzt, die frei personalisierbar ist. Hängt ganz vom User ab.

@DocTriv: eben weil ich endlich auch mal so ein Spiel spielen möchte, hab ich's geschrieben. Hallo! Industrie! Hier, ich bin's die Zielgruppe.
· 19. September 06 · 23:28
Anis meint:
Industrie ist leider mit was anderem beschäftigt... Sie hört Dich nicht, Ben.
· 20. September 06 · 10:27
xeophin meint:
Hehe – cleverer Artikel.

Und ja: ich wäre auch dafür, dass sich die Spielindustrie darauf besinnt, dass sie eine neue Kunstform ist (oder: zumindest sein könnte), und dementsprechend anspruchsvolle Unterhaltung produzieren könnte. All die heutigen (mehrheitlich jugendlichen Gamer) werden einmal erwachsen, und ich glaube kaum, dass die dann zu spielen aufhören. Aber sie könnten Appetit auf intelligente Spiele bekommen, die nicht nur ihre Reflexe prüfen, sondern auch zum Denken reizen …

Da hätte zumindest ich nichts dagegen ;)
· 20. September 06 · 11:11
Anis meint:
· 20. September 06 · 12:59
Commander Z meint:
Hehe. Habt ihr euer Blog-Thema geändert? ;)
· 21. September 06 · 08:42

Kommentare sind für diesen Beitrag geschlossen.

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