»Erhöhe die LocoRoco-Zahl und sorge für Weltfrieden!« Klingt einfach? Isses nicht, denn die Mojas versuchen dich daran zu hindern. Die Demo von LocoRoco wirkte wie ein halbherziger Versuch, Nintendo-Feeling auf die PSP zu portieren – die Vollversion der Pinball- und Jump&Run-Mischung mit dem dämlichen Namen ist allerdings das bisher beste Spiel für die PSP.
Hand aufs Herz: Das bei Sony herunterladbare Demolevel für LocoRoco ist einfach scheiße. Das Spielprinzip – die komplette Welt mit den Schultertasten nach links oder rechts zu kippen oder zu stoßen, um ein rundes, weiches Etwas durch die Spielwelt zu bugsieren – kriegt man dort mit, aber mehr als Herumtollen, Mojas auf den Kopf hüpfen und Beeren einsammeln geht nicht.
Im Spiel selbst sieht das ganz anders aus. Beinahe jedes Level hat irgendeine kleine Überraschung parat, ob sich nun eine Beere als Köder einer Venusfliegenfalle entpuppt, die unseren LocoRoco verschlingen möchte, ob wir in einer Palmenlandschaft einen Strandball zum Spielen bekommen, mit dem sich versteckte Schalter auslösen lassen, oder ob unser LocoRoco von einem riesigen Wal verschluckt wird, durch dessen Verdauungstrakt wir uns bis zum A… usgang vorarbeiten müssen.
Dabei merkt man recht schnell, dass hinter der knuffigen 2D-Grafik viel mehr steckt, als es zuerst den Anschein hat. Manche Oberflächen sind klebrig und erschweren das Vorankommen, andere sind so vereist, dass unser kleines Früchtchen mit Höchstgeschwindigkeit durch die Gänge schießt. Manche sind so weich, dass man darin wie in Daunenkissen versinkt, andere sind bretthart. Alte Ruinen stehen unbeweglich in der Landschaft, im Darm des Wals ist dagegen das gesamte Level derart in Bewegung, dass man kaum noch weiß, wo oben und wo unten ist.
Außerdem befinden sich in den Welten viele versteckte Extras und geheime Orte. Diese aufzuspüren macht Spaß, trotzdem wird das Spiel kaum etwas für Highscore-Enthusiasten sein. Es zwingt niemanden dazu, alle diese Dinge, oder auch nur die Mehrheit der Dinge, zu finden, man kommt auch ohne sie ins nächste Level, das Spiel geht weiter. Es gibt auf der anderen Seite auch keine besonderen Belohnungen dafür, wirklich alles gefunden zu haben, abgesehen von Bauteilen für ein Haus, das man seinen LocoRocos basteln kann.
Allerdings sind einige der besser versteckten Orte wirklich schwer zu erreichen. Insbesondere die Pinball-Stellen sind auf Grund der unberechenbaren Physik und der dafür nicht exakt genug arbeitenden Steuerung auch bei viel Übung nur mit Glück und unzähligen Versuchen zu meistern. Da kann Frust aufkommen, der sich mit der niedlichen Präsentation und dem kindlichen Soundtrack des Spiels leider überhaupt nicht verträgt. Finde ich das Spiel in entspanntem Zustand einfach nur klasse und sehenswert, gehen mir das süßliche Tralala und die Pastellfarben unter Anspannung wahnsinnig schnell auf die Nerven.
Also: Zurücklehnen und Genießen. Falschen Ehrgeiz zu Hause lassen. Dann kann LocoRoco das Spiel für die PSP sein, auf das wir seit Release des Handhelds gewartet haben.
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