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d-frag.de :: Realsatire

Realsatire

von chris · 24. Juni 06 ·

NiedersachsenIrgendwo in den Chatlogs auf meiner Festplatte liegt er sicher noch, Mos zarter Hinweis, auf d-frag.de werde in absehbarer Zeit nichts zu »Gewalt in Videospielen« erscheinen. Insbesondere zur Bewertung der Situation durch Politiker. Schließlich sei das ein sauödes Thema, zu dem seit Jahren ohne neue Erkenntnisse der immer wieder gleiche Käse geschrieben würde. Recht hat er. Herr Schneider-Johne wünscht sich deshalb mehr Satire dazu und verweist auf Jon Stewards Äußerungen über den US-amerikanischen Congress. Wäre doch nett, wenn das mal jemand mit Herrn Schünemann machen würde? Muss eigentlich nicht sein, denn wenn er so weiter macht, wird Herr Schünemann von ganz allein zu einem der größten Komiker unseres Landes.

Im Moment ist Herr Schünemann allerdings noch Innenminister des Landes Niedersachsen, und in dieser Funktion hat er mit Spiegel Online über seine Zweifel an der Unterhaltungssoftware SelbstKontrolle (USK) gesprochen. Nicht gesprochen hat er offenbar mit Christine Schulz, der Leiterin der USK. Oder ihrem Vorgänger, Klaus-Peter Gerstenberger. Hätte sich ja lohnen können.

Schon der erste Absatz des Artikels lässt mich schmunzeln: »Wir dürfen nicht warten, bis spektakuläre Einzelfälle von jugendlichen Amokläufern - wie 2002 in Erfurt - zu Opfern führen, sondern müssen präventiv handeln«, erklärt Herr Schünemann da und fordert ein Verbot von »Killerspielen«. Boris Schneider-Johne kontert in seinem Blog mit der Forderung nach einem Verbot von Killerbier. Richtig, auch dort müssen wir präventiv handeln, ehe es durch Alkoholeinfluss zu weiteren Unfällen mit tödlichem Ausgang auf deutschen Straßen kommt! Herr Schünemann würde ein Verbot von Killerbier aber vermutlich nicht unterstützen, schließlich sind die meisten Autounfälle einfach nicht genug »spektakulärer Einzelfall« dafür.

Je weiter man liest, desto lustiger wirds. Da beschwert er sich, er könne den wissenschaftlichen Streit über die Auswirkungen von Computerspielen nicht nachvollziehen, bringt auf die Frage, in welchem Bereich er wissenschaftliche Belege denn für überflüssig halte, aber ein Beispiel, das so extrem ist, dass Spiele mit solchen Inhalten von der USK vermutlich gar keine Kennzeichnung, allerhöchstens ein »Keine Jugendfreigabe« bekämen. Was das Verbot von Spielen, die nur an Personen ab 18 Jahren verkauft werden dürften, bitte mit Jugendschutz zu tun hat, erklärt der Minister nicht. Ich schmunzle und freue mich auf die wahrscheinlich kommende Werbekampagne der CDU bei der nächsten Wahl: »Jugendschutz – Jetzt auch für Erwachsene!«

Um zu beweisen, wie wenig Ahnung er vom Thema hat, lässt Herr Schünemann kein Fettnäpfchen aus. Dass inzwischen Millionen Menschen online spielen, hält er für problematisch, obwohl ihm nicht ein einziges gewaltverherrlichendes Onlinespiel bekannt ist. Mir auch nicht. Auto Assault hat zwar keine Jugendfreigabe bekommen, allerdings ist in Deutschland noch kein MMO-Spiel härter bewertet worden. Wo genau sein Problem mit diesen Spielen liegt, erklärt er nicht. Deshalb werden wir wohl nie erfahren, ob ihm die Suchtgefahr Sorgen bereitet (die freilich ein ganz anderes Thema ist) oder ob es ihm einfach sauer aufstößt, dass es Menschen gibt, die lieber mit Freunden etwas unternehmen als sich vor dem Fernseher sozial zu isolieren.

Der Knüller kommt allerdings erst bei der Frage, warum Herr Schünemann denn eigentlich der Meinung ist, dass die USK ihre Arbeit nicht ausreichend gut erledige: Es würden einfach nicht genügend Spiele als für Jugendliche ungeeignet eingestuft, damit würde sich das Kontrollgremium unglaubwürdig machen. Zu diesem Schluss kommt er, obwohl seine Zahlen von bislang 3500 insgesamt geprüften und 23 nicht gekennzeichneten Spiele vom Mond kommen und mit den tatsächlichen Zahlen der USK (15.000/91) nichts zu tun haben. Und obwohl es eindeutig nicht die Aufgabe der USK ist, bei der Bewertung der Spiele irgendwelche Verbots-Quoten zu erfüllen, sondern jedes Spiel fair zu bewerten. Ich sollte dem Herrn Minister mal einen Brief schreiben:

Sehr geehrter Herr Innenminister Schünemann,
ich habe meine Zweifel, ob Polizei und Justiz unseres Landes noch ordnungsgemäß funktionieren. Denn, wissen Sie, laut Strafvollzugsstatistik hatten 2004 von den knapp 60.000 in den Gefängnissen unseres Landes inhaftierten Erwachsenen nicht einmal 2.000 eine lebenslange Haftstrafe abzusitzen. Das ist doch viel zu wenig! Sie werden mir sicherlich zustimmen, dass sich unser Rechtssystem auf diese Weise unglaubwürdig macht. Vielleicht sollten Sie, als für die innere Sicherheit zuständiger Minister, gemeinsam mit dem Herrn Justizminister erwirken, dass in Zukunft mehr Menschen zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt werden.
Mit freundlichen Grüßen, Chris

Die Ohrfeige für Schünemann kommt prompt von der USK:
»Man sei gern bereit, den Unions-Innenministern die rechtlichen Grundlagen der Einstufungen erneut zu erläutern. Zuständig für den Jugendschutz seien aber ohnehin Jugend-, nicht Innenminister.«
Zitat SpOn, Hervorhebung von mir.

Ich hab auf dem Boden gelegen vor Lachen.

trashhero meint:
Und ich mache gerade das gleiche.
Genial!
· 24. Juni 06 · 10:17
Martin meint:
Ich erdreiste mich hier einfach mal, einen manuellen Trackback zu setzen ;)

Über deinen Brief hab ich noch mehr gelacht als über die Retourkutsche der USK muß ich zugeben :)
· 24. Juni 06 · 10:24
imYemeth meint:
Irgendwie ist das alles so traurig.

Zum einen kann man die Motivation der Leute verstehen, sie sehen "Ballerspiele"/Gewalt und haben sofort den "Jungtier-Schutzreflex" und halten ihrem Nachwuchs die Augen zu. Zwar wirkt mediale Gewalt, aber wie sie wirkt ist doch etwas komplexer als sich das die Politik genre vorstellt. Counterstrike spielen -> Amok laufen ... na klar! Ist doch logisch!

Solchen Leuten fehlt es einfach an medialer Kompetenz, sie haben keine Ahnung, wollen sich nicht informieren und vor allem selbst nicht in die Verantwortung genommen werden: Staatliche Regelungen statt elterlicher Verantwortung.
· 24. Juni 06 · 11:15
chris [d-frag.de] meint:
Am meisten gelacht hab ich über Boris' Killerbier. Das ist einfach zu süß.

Ich muss sagen, ich hab auf meinem PC derzeit 16 Spiele installiert (was nicht bedeutet, dass ich die alle noch regelmäßig spiele - hab nur Platz ohne Ende und bin deshalb zu faul zum deinstallieren), und von diesen Spielen hat nicht ein einziges keine Jugendfreigabe oder überhaupt keine Kennzeichnung. Dafür haben mehrere (z.B. Sims 2 und die diversen Trackmania-Teile) überhaupt keine Altersbeschränkung. Mich wundert ehrlich die Selbstverständlichkeit, mit der dieser Typ über »Spiele, in denen Frauen verstümmelt werden« redet, als wären solche Spiele die absolute Regel und als wären das Spiele, die fast jeder Spieler auf der Platte hätte.

Er hätte sich ja auch einfach bei der USK genauer erkundigen können und wäre dann vermutlich zu dem Schluss gekommen, dass deshalb so wenige Spiele keine Jugendfreigabe bekommen, weil nur ein Bruchteil der verfügbaren Spiele diese Einstufung verdient und diese ganze »Killerspiel«-Diskussion völlig überzogen ist.

Angst macht mir nur die Vorstellung, dass Herr Schünemann von den für ihn als Innenminister wirklich wichtigen Themen möglicherweise genauso viel Ahnung hat.

@imYemeth: 100% agree.
· 24. Juni 06 · 11:19
Torg meint:
Mir macht ernsthaft Angst mit wieviel Überzeugung ein führender Politiker, der unter anderem für meine Sicherheit aber auch meine staatsbürgerlichen Rechte zuständig ist, über Dinge sprechen kann, die er nur vom Hörensagen kennt, und über die er offenbar auch noch völlig falsch informiert ist. Naja, wenn es so weiter geht haben wir in 20 Jahren wieder einen Polizeistaat a la Drittes Reich oder DDR, aber dafür mit völlig inkompetenten Plitokern....
· 24. Juni 06 · 19:32
Aramir meint:
Wie ignorant sich die Politik gegenüber wissenschaftlichen Ergebnissen verhält, die nicht ins momentane Programm passt, zeigt auch dieses Beispiel :

http://www.usk.de/docs/videogames.pdf

Diese von dem mittlerweile im Ruhestand befindlichen Psychologen Wolfgang Michaelis durchgeführte Sichtung des Forschungsstands wurde von der BPjM nicht veröffentlicht aufgrund politischer Vorgaben nach Erfurt! Das präkere dabei ist, dass dieser Forschungsbericht gerade erst aufgrund eines Aufrufs der BPjM hin erstellt worden ist.

Aber da dessen Ergebnis scheinbar nicht dem von der Politik gewünschtem entsprach ...
· 25. Juni 06 · 13:12
chris [d-frag.de] meint:
Danke für den Link, Aramir. Schon sehr interessant, wenn auch für Nicht-Fachkundige recht schwer verdaulich. Dass der Bericht in der Politik nicht gaaanz so gut ankam, hängt möglicherweise, abgesehen von den Ergebnissen, zu denen er kommt, auch damit zusammen, dass er auf den ersten zwei Seiten einer Menge Leute vorwirft, von der Materie null Ahnung zu haben. Eben gerade auch Politikern. Zu Recht, natürlich, aber damit erhöht man die Akzeptanz nicht gerade.
· 26. Juni 06 · 21:15
Aramir meint:
Ich habe mich im Rahmen einer Studienarbeit mit diesem Bericht ausführlich beschäftigt und musste dabei erstaunt feststellen, dass das mit "von der Materie null Ahnung zu haben" nicht nur ein einfach dahingestellter Vorwurf ist, sondern dies auch gut begründet wird. Deswegen ist es ja gerade so schade, dass man diesem Bericht kaum Beachtung schenkt; es wird darin schonungslos aber dennoch mit höchstem wissenschaftlichen Anspruch das Treiben einiger Forscher auf diesem Gebiet entlarvt.

Letztendes ist es also leider zu bedauern, dass der Verfasser nicht dazu kam eine gekürzte und für Laien verständlichere Version seines Berichts zu veröffentlichen ... Zumal dies sicher eine Bereicherung gewesen wäre für die vor einigen Ausgaben in der Gamestar veröffentlichte und in meinen Augen wenig gelungene Zusammenfassung des Forschungsstands.
· 27. Juni 06 · 01:06
Phil meint:
Schlimm zu sehen ist, dass selbst in Koalitionsverträgen (letzter Absatz im Spiegel-Artikel) man sich nicht darüber einig ist, wovon eigentlich die Rede ist. Es wird einfach ein Begriff in den Raum geworfen, der nicht näher erklärt wird, aber möglichst groß und böse klingen muss. "Killerspiele", whooooo~ Das macht Eindruck.

Fließen Gotcha und Laserdome nun in die Debatte mit ein? Weiß Herr Schünemann, was das ist? Sollte man nicht vorher eine klare Definition darbieten, was mit diesen "Killerspielen" überhaupt gemeint ist?

Erinnert mich vage an den "War on Terror", von dem auch keiner so richtig weiß, was das überhaupt ist. Aber prompt fällt das Wort, müssen Opfer gebracht werden, weil alle Angst haben, ihr Leben könnte bedroht sein.

Oh, und Jon Stewart ist der beste.
· 29. Juni 06 · 13:25
teppi meint:
Ein dummes Statement eines Politikers, um sich aus der Bedeutungslosigkeit zu erheben, der zudem laut seiner Homepage in einem Schützenverein tätig ist. Nun kombiniere der Bürger in Goggle die Suchbegriffe "Schützenverein" und "Täter" .. Ein Schelm, wer Böses denkt :D ..







· 4. Juli 06 · 12:29
Towelie meint:
recht habt ihr
was ich auch so witzig finde, dieser Mann fordert, man müsse präventiv handeln. Diese ganze Diskussion, so wie sie immer noch geführt wird, beruht aber zum Großtel auf Forderungen, die nach Erfurt gestellt wurden.
· 5. Juli 06 · 22:08

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