So richtig bekommt Sony die Sache mit dem Spieleangebot für die PSP nicht gebacken. Mag damit zusammenhängen, dass PSP-Titel allein schon der Grafik wegen teurer zu produzieren sind als Hits für den Nintendo DS, weshalb selbst Publisher mit lediglich rudimentären Kenntnissen in BWL lieber irgendwelche halbgaren PS2-Titel portieren, als mit schnieken Eigenentwicklungen für die Taschenkonsole zu glänzen. Was tut man nun als Spieler? Vor lauter Verzweiflung Go! Sudoku zocken?
Das Snowboardspiel punktet in Sachen Coolness: Die Grafik gehört mit zum Schönsten, was es auf der PSP zu Bestaunen gibt und selbst, wer relativ wahllos auf den Tasten herumdrückt, legt Stunts hin, die durchaus sehenswert sind. Die Steuerung ist brauchbar, Rennen gegen die KI-Konkurrenten machen Spaß, das Geschwindigkeitsgefühl ist der Wahnsinn.
Nur den Modus, in dem man unter Zeitdruck mit Stunts und Tricks so viele Punkte wie möglich sammeln muss, den hat auf der PSP offenbar niemand getestet. Die Punktzahlen, die erreicht werden müssen, schafft man vielleicht mit dem Dual Shock auf der PS2, auf der PSP ist es schon zu Beginn bockeschwer und später zieht der Schwierigkeitsgrad wirklich heftig an. Diesen Modus durchzuspielen, behaupte ich bis zum Beweis des Gegenteils einfach mal, ist absolut unschaffbar.
Langzeitmotivation, die Herausforderungen tatsächlich alle durchzuspielen, kam deshalb bei mir nicht auf. Es hat diesen »Hey, es ist SSX! Auf einem Handheld!«-Effekt, unbestreitbar. Und ich hole es auch gerne heraus, wenn ein Freund mal sehen möchte, was die PSP grafisch auf dem Kasten hat. Aber das wars eigentlich schon.
Mit seinem letzten Wurm sammelt David eine Vorratskiste ein, das hinterhältige Lachen lässt mich Böses ahnen: Eine Bananenbombe hat er gefunden! Er wirft das Ding in den Krater, in welchem meine zwei verbliebenen Würmchen sitzen. Ein Opfer stirbt an Ort und Stelle, das zweite wird hinauskatapultiert, landet auf einer Landmine, deren Explosion es ins Wasser schleudert, wo es schließlich ertrinkt. Autsch!
Wer Worms in 2D noch vom PC kennt, wird hier keine Überraschungen erleben. Das Spiel in seinem gnadenlos überzeichneten Comiclook ist fies wie immer und macht gerade deshalb im Multiplayer einen Heidenspaß. Die Herausforderungen im Singleplayer sind zwar … erm … herausfordernd, aber im Vergleich deutlich langweiliger. Die KI gönnt sich gerne unnötig lange Denkpausen, wohl damit sie wie ein menschlicher Gegenspieler wirkt. Ziemlich unrealistisch allerdings, wenn zwei Medipacks direkt neben dem Wurm liegen, der am Zug ist, dieser aber noch ewig knobelt, was er tun soll. Dadurch schaut man im Einzelspielermodus die Hälfte der Zeit nur zu, während über den Würmern der KI-Truppe lustige Denkbläschen aufpoppen.
Einige der stärkeren Waffen scheinen, wenn ich gedanklich die letzten mir bekannten 2D-Worms-Titel rekapituliere, auch seltsam entschärft. Clusterbomben zum Beispiel nutze ich nur extrem selten, weil eine gut platzierte Granate deutlich mehr Schaden anrichten kann. Und Lenkraketen gehen dafür, dass sie eigentlich eine relativ sichere Sache sein sollten, entschieden zu häufig in die Äppel.
Trotzdem ein absoluter Evergreen und für zwei Leute in meinem Bekanntenkreis der Grund, sich eine PSP zu kaufen. Jepp, Verrückte.
Mr. ESC ist professioneller Fluchthelfer. Ein Haus steht in Brand, eine Hauptwasserleitung ist gebrochen, Menschenleben in Gefahr? In Exit betätigst du dich als Retter in der Not. Da du nicht über Superkräfte verfügst und an Werkzeug lediglich benutzen kannst, was du am Tatort vorfindest, gestaltet sich das zeitweise recht schwierig.
Exit ist in erster Linie ein astreines Knobelspiel. Feuer sind zu löschen, verschlossene Türen zu öffnen, Möglichkeiten zu finden, in andere Stockwerke zu gelangen. Häufig muss man um die Ecke denken, um darauf zu kommen, wie ein Level lösbar ist. In späteren Leveln kommt eine Prise Geschicklichkeitsspiel dazu, wenn einem das immer enger werdende Zeitlimit im Nacken sitzt. Ohne Trial and Error geht dann gar nichts mehr. Erst schaut man in mehreren Anläufen, auf welche Weise ein Level überhaupt zu lösen ist, dann muss man sich beeilen, um all die nötigen Aktionen in der knappen Zeit auszuführen. Spätere Level hat man zigmal neu gestartet, bevor man sie das erste Mal gewinnt, denn Raum für Fehler ist praktisch nicht mehr vorhanden. Klingt zu hart? Davon sollte man sich allerdings nicht abhalten lassen, Exit einmal auszuprobieren, denn schwer ist das Spiel nicht vom Start weg. Die Lernkurve verläuft durchaus human.
In der Wahrnehmung innerhalb der Spielergemeinde scheint Exit leider etwas untergegangen zu sein. Möglicherweise liegt das an der eigenwilligen Grafik, die auf Screenshots einfach nicht rüberkommt, in Bewegung aber sehr gut aussieht. Momentan mein Favorit auf der PSP.
Seit Firmware 2.71 kann man mit der PSP Spieledemos direkt aus dem Netz auf seine Taschenkonsole laden. Tolle Sache, auch wenn Sony die Umsetzung im Detail völlig verbockt hat. Ich brauchte zum Ausfüllen der nötigen Onlineformulare dreimal länger, als das Herunterladen und Installieren der Demo selbst letztendlich dauerte.
Bei der ersten dort verfügbaren Demo handelt es sich um LocoRoco, das in Deutschland Ende dieses Monats verfügbar sein wird. Eine Art Jump&Run, nur anders. Man spielt einen Planeten, auf dem putzige Pflanzenfresser wohnen. Alles Idylle, bis sich irgendwann Fleischfresser aus dem Weltall auf dir niederlassen. Also hilfst du den Vegetariern, die fleischfressenden Bösewichte zu besiegen und gleichzeitig so viel Pflanzen zu fressen wie irgend möglich, um immer fetter zu werden. Dabei spielt man tatsächlich nicht irgendeine Figur, sondern kippt einfach das ganze Level in die eine oder andere Richtung oder gibt ihm einen Schubs. Ein bisschen wie Pinball, nur anders.
Vorurteil nach 20 Minuten Demo: Ein bisschen wie Nintendo, nur eben von Sony. Die Grafik würde wahrscheinlich selbst den DS unterfordern, Musik und kindgerechte Sprachausgabe gehen mir schon nach dieser kurzen Zeitspanne furchtbar auf die Nerven. Außerdem wirkt mir das Ganze viel zu kalkuliert: Was man als PSP-Besitzer die letzten Monate an Geld für gute PSP-Spiele gespart hat, weil es einfach zu wenig gute Spiele gibt, sollte inzwischen locker für einen Nintendo DS reichen. Aufs Kommando kommt der DS lite, der optisch einigermaßen ansehnlich und damit auch für Leute kaufbar ist, die um das Designverbrechen Ur-DS einen großen Bogen gemacht haben. Sony versucht nun im Gegenzug, Nintendo-Spielgefühl auf die PSP zu holen.
Aber was red ich, probiert die Demo doch einfach selber aus. Ich spiel so lange eine Runde Go! Sudoku.
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