Heute morgen schweißgebadet aufgewacht. Warum? Ich habe geträumt, der Supermarkt bei mir um die Ecke hätte ein neues Rabattsystem für sein Sortiment eingeführt – optimal abgestimmt auf den wachsenden Kundenstamm im Rentenalter, mit genug Zeit und Motivation, auch über Tage hinweg nach dem optimalen Preis für ein Produkt zu forschen. Los geht es damit, dass es nicht mehr nur eine einzige Rabattkarte gibt, sondern neun verschiedene, farblich voneinander abgesetzt...
Natürlich bekommt man nicht mit jeder Rabattkarte günstigere Preise für jedes Produkt. Nein, auf den Preisschildchen werden zukünftig die drei Farben der Karten angegeben, mit denen man für dieses spezifische Produkt Ermäßigung bekommt. Die violette Karte ist zwar eine Art Jokerkarte, aber an die kommt man nicht so leicht heran. Die Rabattkarten werden nämlich in den Verpackungen des Supermarkt-Sortiments versteckt. Man muss schon öfter bei ihnen einkaufen, um Karten zu sammeln, die man dann farblich für seinen Einkauf kombiniert. Die violette Karte zum Beispiel findet sich bestenfalls in wirklich hochpreisigen Artikeln – Fernsehern, Fahrrädern und so.
Um das System noch ansprechender zu gestalten, kann man jede Karte an der Kasse natürlich nur einmal verwenden. Für einen einzigen Gegenstand, dann wird sie eingezogen. Da lohnt sich Rechnen wieder, nehme ich jetzt die Schweinekoteletts 10 Prozent günstiger oder lieber die Konserven 25 Prozent, opfere dafür aber auch zwei Karten mehr?
Gegen Ende meines Traums wird das System zu einem bahnbrechenden Erfolg, was die Supermarktleitung veranlasst, es noch weiter auszubauen. Die frischesten Waren an der Fleischtheke bekommt man nur noch, wenn die Bedienung den Kunden beim Vornamen kennt – ein bestimmter Ruf beim Verkaufspersonal ist also von Nöten. Und um dem Kunden Gelegenheit zu geben, möglichst viele der ausgezeichneten Filialen der Kette kennenzulernen, sind bestimmte hochwertige Produkte zukünftig nicht mehr in jedem Geschäft verfügbar. Serranoschinken also nicht im Laden bei mir um die Ecke, sondern nur noch in der Südvorstadt. Wenn ich dort den nötigen Ruf zusammen habe.
Wieso ich so einen Käse träume? Keine Ahnung. Könnte aber damit zusammenhängen, dass ich mir seit kurzem in World of Warcraft Gedanken über die Verteilung der in den diversen Instanzen anfallenden Tokens innerhalb unserer Gilde machen darf – Münzen, Schmuckstücke, Skarabäen, Abzeichen, Ehrenmünzen (die natürlich was komplett anderes sind als einfach nur »Münzen«). Alle in verschiedenen Ausführungen für verschiedene Zwecke, für verschiedene Leute unterschiedlich sinnvoll und so zu verteilen, dass sich am Ende jeder gerecht behandelt fühlt. Jippie!
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