Vor etwas über einem Jahr haben wir d-frag gestartet. Und es war ein gutes Jahr. Für all die unglaublich vielen Kommentare, die Diskussionen, die neuen Bekanntschaften und ja, auch Freundschaften sagen wir aus tiefster Seele: Danke! Ob wir mit den virtuellen Helden gejubelt oder mit den Antihelden gelitten haben – immer haben wir versucht, genau das zu vermitteln. Manchmal ist uns das vielleicht gelungen. Aber wir müssen ehrlich zugeben, dass uns am Ende unseres ersten Jahres die Puste ausgegangen ist.
Das Gefühl, alles schon mal gesagt, alles schon mal gesehen und alles schon mal gehört zu haben kennen sicher viele, die selbst regelmäßig seit längerem bloggen. Und dann ist da noch die dumme Realität! Die lässt einen zu nix kommen, die Sau! Beruf, Studiumsende, Familie, Konzertreisen und diverse hedonistische Kapriolen zeichnen tiefe Spurrillen in unsere Zeitpläne. Und letztlich möchte man nicht mehr jede freie Minute vor elektronischen Spielgeräten hängen. Denn – und das haben wir bereits vor einem Jahr gesagt – eigentlich sind wir zu alt für diesen Mist!
Genug geflennt. Natürlich machen wir weiter. Weil es immer Spiele geben wird, die zu großartig sind, um über sie zu schweigen. Weil wir die besten Leser der Welt haben. Und weil der Welt ruhig erklärt werden darf, dass Videospiele nicht nur Kinderkram oder geistlose Reflexunterhaltung sind.
Design und Texte werden entstaubt. Weniger Korsett, mehr Luft. Mehr Platz für große Screenshots, mehr Raum für kleine Notizen am Rande. Weniger Blogroll- und Listenwüsten. Und natürlich völlig unbescheiden mehr Radical Chic. Schon allein deswegen, um spreeblick-intern mit den Stilnazis der Popnutten mithalten zu können. Inhaltlich das ein oder andere Experiment. Außerdem werden wir Konsolen mehr liebhaben. Versprochen.
Von heute auf morgen geht das leider nicht. Hinter den Kulissen werden bereits gewagte Stunts vollführt, doch noch bleiben die Kulissen die alten. Die derzeit geringe Frequenz möge man uns nachsehen. Wir müssen ein wenig Luft holen. Aber eines Tages wird man morgens aufwachen und sehen: alles neu macht der Mai!
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