Warning: Creating default object from empty value in /www/htdocs/defrag/b2evocore/_class_settings.php on line 36

Warning: Creating default object from empty value in /www/htdocs/defrag/b2evocore/_class_settings.php on line 36

Warning: Creating default object from empty value in /www/htdocs/defrag/b2evocore/_class_settings.php on line 36

Warning: Creating default object from empty value in /www/htdocs/defrag/b2evocore/_class_settings.php on line 36

Warning: Creating default object from empty value in /www/htdocs/defrag/b2evocore/_class_settings.php on line 36

Warning: Creating default object from empty value in /www/htdocs/defrag/b2evocore/_class_settings.php on line 36

Warning: Creating default object from empty value in /www/htdocs/defrag/b2evocore/_class_settings.php on line 36

Warning: Creating default object from empty value in /www/htdocs/defrag/b2evocore/_class_settings.php on line 36

Warning: Creating default object from empty value in /www/htdocs/defrag/b2evocore/_class_settings.php on line 36

Warning: Creating default object from empty value in /www/htdocs/defrag/b2evocore/_class_settings.php on line 36

Warning: Creating default object from empty value in /www/htdocs/defrag/b2evocore/_class_settings.php on line 36

Warning: Creating default object from empty value in /www/htdocs/defrag/b2evocore/_class_settings.php on line 36

Warning: Creating default object from empty value in /www/htdocs/defrag/b2evocore/_class_settings.php on line 36

Warning: Creating default object from empty value in /www/htdocs/defrag/b2evocore/_class_settings.php on line 36

Warning: Creating default object from empty value in /www/htdocs/defrag/b2evocore/_class_settings.php on line 36
d-frag.de :: Games 2.0

Games 2.0

von ben · 25. Januar 06 ·

Games 2.0Das Internet hat einen neuen Hype. Web 2.0 heißt die neue Ultima Ratio. Und wir sind die Speerspitze. Nicht wir Spieler, sondern wir – die Blogger. »Auha«, mag sich die geneigte Leserschaft denken, »wenn das mal nicht ein hoch selbstreferentieller Artikel wird. Ich will zocken und nicht bloggen.« Abwarten, geneigte Leserschaft, vielleicht hat das eine mehr mit dem anderen zu tun, als man gemeinhin annimmt.

Bloggen ist eine spaßige Sache und einem Game – früher hieß das Spiel – gar nicht so unähnlich. Als erstes braucht man Software und Hardware. Software gibt es für lau, Hardware ist egal. Mitmachen kann folglich fast jeder für fast gar kein Geld. Was wiederum eine grandiose Ausgangslage für ein erfolgreiches Spiel hergibt. Wie es sich gehört, gibt es ein paar einfache Spielregeln:

  • Du musst Einträge schreiben.
  • Dies solltest du regelmäßig machen, um besser zu werden und um die Leser – so heißen die Mitspieler, die nur zuschauen – bei Laune zu halten.
  • Zitiere andere Blogger – so heißen andere Mitspieler, die auch bloggen – und werde zitiert.
  • Unterhalte, erleuchte, amüsiere, provoziere deine Zuschauer und Mitspieler.

Es gibt sogar ein paar Spielziele:

  • Viele Leser erreichen.
  • Bei Technorati aufsteigen.
  • Sich »selbst verwirklichen«.
  • Mehr Katzenbilder für die Welt.

Ein einfaches Spiel mit derzeit mehr als 22,6 Millionen Spielern weltweit. Immerhin mehr als dreimal so viele Spieler wie The Legend of Zelda: Ocarina of Time, das es auf 7,6 Millionen bringt. Zugegeben, die Grafik ist ziemlich oldschool. Dafür sind die Charaktere aber höchst realistisch. Jeder eine echte eigene Persönlichkeit. Aber Spaß beiseite: was zur Hölle hat jetzt Web 2.0 wirklich mit Spielen zu tun?

Offen mitmachen

Web 2.0 besteht nicht nur aus einer Technologie wie HTML oder RSS oder irgendwas in der Richtung. Das Buzzword Web 2.0 beschreibt vielmehr einen größeren Wandel im Internet, einen Paradigmenwechsel. So wie der Wechsel von Spielen mit damals maximal vier Spielern zu MMO-Games heute. Dieser Web-Wandel wird durch ein paar kleine Techniken möglich und manifestiert sich vor allem in einem anderen Umgang mit Webseiten. Der wohl wichtigste Aspekt ist das Mitmachen. Je mehr Leute bei einem Projekt mitmachen, desto besser wird es in der Regel. Die Blogosphäre – so heißt die Spielwelt – ist deshalb so spannend, weil so viele Menschen mitspielen. Und weil sie mit ihren Artikeln, ihren Zitaten und ihren Ideen das Spiel spannend und aufregend gestalten. Logisch, dass bei 22 Millionen Spielinhalt-Entwicklern für jeden Spieler etwas dabei ist. Und mehr noch: die Erfahrung, dass mein Inhalt irgend wen unterhalten kann, irgend wem Spaß macht und vielleicht sogar irgend jemand wirklich berührt, ist tausendmal aufregender als das Knacken eines Highscores, einer Bestzeit oder eines Endgegners.

Aber Web 2.0 ist noch mehr als das. Bloggen beispielsweise ist nicht nur ein Spiel, es ist auch ein freies Spiel. »Frei« wie in Open Source, wie in Open Standards und Open Documents. Nicht nur kann und darf ich den Großteil dessen, was meine Mitspieler produzieren, wieder verwenden und weiter verarbeiten. Durch eine kleine Hand voll Technik habe ich die Möglichkeit, Spielelemente und Inhalte von einer Anwendung in die nächste zu exportieren, transportieren, importieren, remixen, recyceln oder etwas ganz neues daraus zu machen. Weil die Game-Engine dahinter auf einfachen, offenen Standards beruht und jeder sein eigenes Mod mit diesen Standards entwickeln kann. Web 2.0 ist nur ein Spielsystem und kein fertiges Spiel. Das System sorgt dafür, dass alle mitspielen können und dass jeder das Spiel seinen eigenen Bedürfnissen und Vorstellungen anpassen kann, ohne den Anschluss an die anderen zu verlieren. Und gemeinsam bringen wir das Spiel voran.

The content has you

Ich bin zusehends gelangweilt von den Spielinhalten, die mir die Industrie anbietet. Nicht, dass die Spiele der Industrie nicht komplex genug wären. Keine Frage: zur Beschreibung der Mechanik von World of Warcraft gibt es mehr Fachbegriffe, als so manche Disziplin an der Uni aufweisen kann. Trotzdem bleibt mir als Spieler nur minimaler Spielraum. Das Spiel fordert mich lediglich zur Beherrschung seiner Regeln auf. Danach ist meistens Ende. Bei World of Warcraft heißt das, ein paar Makros zu schreiben und die richtigen Buttons in der richtigen Reihenfolge zu drücken. Im besten Fall noch aufzupassen, dass es keinen Wipe gibt. Bei aller Liebe – was für eine armselige Idee von Multiplayer ist denn das im Vergleich zur gegenseitigen Inspiration und Entwicklung, die jeden Tag in Blogs stattfinden?

Doch das ist nicht das Ende der Geschichte. Sonst würden wir ja einfach d-frag dicht machen und fortan übers Bloggen bloggen. Nein, nein nein. Andersherum wird ein Game draus. Warum werden Spiele nicht wie Blogs? Wie cool wäre ein Spiel, dass ich kaufen oder runterladen, auf meinen eigenen gemieteten Webspace schieben und dort spielen könnte? In meinem Teil des Spiels hätte ich die Kontrolle, könnte aber mit anderen kommunizieren und interagieren, mich mit anderen austauschen und ergänzen. Je mehr wir würden, desto größer wären der Spielplan und die Spielwelt. Dank offener Standards könnte jeder das Spiel weiterentwickeln oder verbessern, durchsetzen würde sich letztlich aber nur, was die Zustimmung der meisten Mitspieler fände.

Tja, leider fehlt mir die genaue Vorstellung, wie dieses Spiel aussehen könnte. Gerne stelle ich mir etwas wie Civilization oder strategische Browsergames vor. Oder gleich ein völlig neues Genre? Ich hab keine Ahnung. Ich weiß nur, dass der Erfolg der Blogs auf der kreativen Macht der Masse beruht – the Long Tail – und auf der Möglichkeit, sich vom reinen Konsumenten eines Massenmediums zum Mutanten aus Konsumenten und Produzenten zu entwickeln. Vom Leser zum Blogger. Vom Spieler zum Entwickler.

Personal Computer

Was mir besonders an dieser Entwicklung gefällt: es ist eine persönliche. Blogs sind etwas öffentlich Privates und damit die wunderschöne Auflösung dieses ehemaligen Widerspruchs. Bloggen fängt bei mir und bei dir an und nicht in der Industrie. Natürlich schreibt die leider immer noch nicht tote alte New Economy jetzt in dicken Lettern »Web 2.0« auf ihre Banner, macht das Netz mit sich voll (wie Wiglaf Droste sagen würde) und meint damit nur ein bischen RSS und Klickibunti. Aber gerade so funktioniert das nicht. Der durchschnittliche Blogger bloggt aus den gleichen Gründen, aus denen der durchschnittliche Spieler spielt: weil es Spaß macht zu sehen, wie sich etwas auf dem Bildschirm und dahinter bewegt, wenn ich mit meinen Fingern ein paar Tasten berühre. Nur mit dem Unterschied, dass mein Spiel sich nicht verbessert, wenn ich ein besserer Spieler werde. Web 2.0 aber wird ein besseres Spiel mit jeder besseren Idee, die geboren wird. Wie lange können sich Spielehersteller diesen Nachteil leisten? Wie lange sind Spieler bereit, sich diesen Nachteil bieten zu lassen?

Anis meint:
Danke, Ben. Deine Zusammenführung von Blog und Spiel kommt heute für mich, wie gerufen. Morgen habe ich Sprechstunde beim Prof mit dem Thema "Spiel und Lernen; Kreatives Schreiben". Da lasse ich ein Paar von deinen Ideen einfließen, (was nicht einfach sein wird, denn er auf Kriegsfuß mit dem Computer steht und es gerne zugibt, ein 68-er Rebell!).

"Trotzdem bleibt mir als Spieler nur minimaler Spielraum. Das Spiel fordert mich lediglich zur Beherrschung seiner Regeln auf. Danach ist meistens Ende.
Bei World of Warcraft heißt das, ein paar Makros zu schreiben und die richtigen Buttons in der richtigen Reihenfolge zu drücken. Im besten Fall noch aufzupassen, dass es keinen Wipe gibt. Bei aller Liebe – was für eine armselige Idee von Multiplayer ist denn das im Vergleich zur gegenseitigen Inspiration und Entwicklung, die jeden Tag in Blogs stattfinden?"

Was die strategischen Browsergames angeht, bin ich auch deiner Meinung. Meine nächste Bemerkung betrifft die Studio-Videospiele. Dort steckt mehr Potential drin. Man kann sie nicht "mitkreieren", weil jemand es für dich schon gemacht hat. Die Autorenintention aber ist, dass du nach dem spielen nicht mehr der alte bist, dass du etwas begriffen hast. Die richtig gute Videospiele haben mit seinen begrentzten, nicht offenen Möglichkeiten einige Funktionen, die Blog nicht hat, z.B. eine konkrete Idee/Botschaft vermitteln, gezielt bestimmte Fähigkeiten trainieren, Spaß und Lernen auf natürliche Weise verknüpfen. Was ich damit sagen will: der bestimmten Rahmen tut manchmal auch was Gutes und Studio-Videospiele haben ihren Höhepunkt noch nicht erreicht.
· 26. Januar 06 · 11:11
suicide meint:
Fein, fein, auf so einen Vergleich würde ich erst gar nicht kommen. Blogs sind ähnlich wie Spiele aufgrund ihrer Regeln. Wirklich ein guter Ansatz.
· 26. Januar 06 · 11:44
Jan meint:
Ben, wir machen das... wirklich. In 2 Jahren haben wir eine Firma, die heißt long-tail-games (Ich seh schon das süße Maskottchen), oder open-games und haben uns mit irgendwelchen Grafikern zusammengetan. Dann noch die Schnittstelle klären, dann wird jedes Spiel zum Spiel 2.0.
Wenn ich mal Zeit hab, denk ich über mögliche Formen nach... ideen sind ja leider nicht digital.
· 26. Januar 06 · 14:23
Torg meint:
Hmm aber gibt es das nicht schon mit den Modulen für Neverwinter Nights zum Beispiel?
· 26. Januar 06 · 15:29
Anis meint:
Kann man mit bloggen sich selbst wirklich verwirklichen? Also, im Sinne etwas Unsterbliches schaffen? Glaube ich nicht... Infos und Ideen holen, verarbeiten und weiter reichen, ja. Mehr aber nicht... Denn mit der Selbstverwirklichung im Blog geht es wie mit dem Spielen im Browserspiel, nämlich nicht so richtig...

Thja, es liegt wohl in dieser "offenen Form"! Um sich zu verwirklichen, braucht man etwas Abgeschlossenes, z.B. ein Lied, ein Buch, ein Spiel. ein Bild... Blog kann als Vorstufe dazu dienen.
· 27. Januar 06 · 08:31
ben [d-frag.de] meint:
Tja Anis, vielleicht ist das endlich mal eine der echten Neuerungen, die uns das neue Medium bringt: Dinge nicht als abgeschlosen zu begreifen, sondern als etwas sich stetig weiterentwicklendes.
· 27. Januar 06 · 10:14
taubstumbler meint:
Die wikipedia hat sich ja schon als spiel etabliert:
wer die anleitung versiebt hat, kann ja sicherheitshalber hier noch mal nachsehen
http://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:Southpark/Playing_Wikipedia
· 27. Januar 06 · 12:35
chris [d-frag.de] meint:
Zitat: In meinem Teil des Spiels hätte ich die Kontrolle, könnte aber mit anderen kommunizieren und interagieren, mich mit anderen austauschen und ergänzen. Je mehr wir würden, desto größer wären der Spielplan und die Spielwelt.

Das klingt verdächtig nach Spore, wenn man Mr. Wrights Vorankündigungen glauben darf. Fremde Planeten in "deinem" Universum werden bevölkert von Spezies, die andere Spieler gezüchtet haben und die über das Internet den Weg zu dir gefunden haben.
· 27. Januar 06 · 12:43
Manuel meint:
Ich werde mirs überlegen bloggen oder zocken, und wenn beides will ?
· 27. Januar 06 · 21:25
Anis meint:
Ich möchte (konnte) nicht bloggen... Um Gottes Willen! Wie soll ich mich auf fließendes Wasser konzentrieren! Man konzentriert sich im Leben so wie so auf das, was man am besten kann... (Konzentration - eine Bedienung der schöpferichen Tätigkeit!).
Ich kann aber drin spielen... zum Ufer des Flüsses gehen, betrachten, was so vorbei getriben wird und ab und zu Stein oder Stück Holz reinwerfen...
· 29. Januar 06 · 15:28
Homo Ludens meint:
Sehr schön gesagt, Anis.
· 31. Januar 06 · 14:38
thwidra meint:
Nett. Der Artikel ist auf Spiegel Online verlinkt: http://www.spiegel.de/netzwelt/technologie/0,1518,398842,00.html
· 3. Februar 06 · 12:24
Stefan meint:
Der Hinweis ist vielleicht überflüssig, weil bekannt, und u.U. auch nur teilweise zutreffend, aber in die Richtung "selbstbestimmtes Spielen in einem grundlegenden Rahmen" geht "Second Life" durchaus:
Second Life: Your World. Your Imagination.
An online society within a 3D world where you can explore, build, socialize, and participate in their own economy.
http://secondlife.com/

Allerdings solte man immer das Regelwerk im Kopf behalten, das nunmal immer da ist, sei es technisch oder 'politisch' bedingt, und das bestimmt, wie man sich bewegen kann, egal wieviel Freiheit es *simuliert*.
Ist aber auch andererseits nicht völlig anders als im phyisischen Leben, da kann ich ja auch nicht alles tun, was ich gerne möchte - z.B. fliegen.

Ach ja, damit ich wenigstens ein Buzzword hier unterbringe: "user generated content".
Darum scheint sich Web/Games/Whatever 2.0 primär zu drehen.
Finde ich einerseits großartig und mediengeschichtlich auch nahezu 'revolutionär' (mir fällt gerade kein weniger großspuriges Wort ein), andererseits besteht auch die Gefahr der reinen 'Produktwerdung' für die, die sich so schön als "Content Provider" bezeichnen.

Das nur am Rande, ich kann nicht anders, als auch noch zwei kritische Anmerkungen einzustreuen, auch wenn ich ansonsten vom Vergleich und den Annahmen angetan bin.
· 3. Februar 06 · 12:37
karx11erx meint:
Sorry,

aber bloggen ist für mich kein Spiel im klassischen Sinne des Gesellschaftsspiels (in diese Kategorie fallen m.E. auch Multiplayer-Online-Spiele). Es ist ein Unterschied zwischen "Spiel" und "spielerisch". Ehrlich gesagt sehe ich als Motivationsquelle der meisten Blogger o.B.d.A. die Selbstdarstellung, einen narzißtischen Drang nach Aufmerksamkeit. Das Blog stellt eher den Umschwung von der persönlich gepflegten Website mit von persönlichen Präferenzen geprägten Inhalten und Kommentaren zu einer der Presse ähnlicheren Darbietung von personalisierten Informationen und deren Bewertung dar, unterstützt von leistungsfähiger Software.

Jedes Spiel lebt von einem begrenzten Regelsatz. Im günstigsten Fall gibt es bei spielergeneriertem Spielinhalt eben von Spieler zu Spieler unterschiedliche Regeln, und in dieser Spielwelt geht mit dem Übergang von einem Bereich zu einem anderen eben auch ein Wechsel der Regeln einher - unbeschadet dessen, dass evtl. nur populäre Erweiterungen überleben. Persönlich habe ich nicht das geringste Problem mit Spielen mit einem klar begrenzten Regelsatz, solange mir das Spiel das gibt, was mir gefällt.

Ich habe fast den Verdacht, dass "Spiel 2.0" ein Ersatz für "Leben 1.0" werden soll. Im Spiel bleiben die Herausforderungen, Schwierigkeiten und Verletzungen des realen Lebens erspart, oder ich kann mich ihnen jederzeit entziehen. Wenn ich mir den derzeitigen Trend entsprechender Spiele (eigentlich aller MMO-Spiele) ansehe, kann ich mich dieses Eindrucks nicht erwehren.

karx11erx
· 3. Februar 06 · 14:09
mo [d-frag.de] meint:
Stefan, wir haben Second Life hier bereits hin und wieder erwähnt.
· 3. Februar 06 · 17:25
ben [d-frag.de] meint:
@thwidra: Hoho! Danke für den Hinweis. Das ist ja was...

@karx11erx: Sooo ganz ernst gemeint ist ja der erste Teil des Artikels auch nicht. Ich hab mich vom großen Boris Schneider-Johne inspirieren lassen, der uns erzählte »vergesst mir eBay nicht, das ist das perfekte Spielmodell«. Ich weiß nicht, ob er das völlig ernst gemeint hat - ich hab das Interview ja nicht gemacht :) - aber der Ansatz ist deutlich: »Spiel« wird immer stärker auch als Metapher für andere Dinge gesehen, und wir versuchen uns Dinge in den Konzepten von »Spielen« zu erklären. Für Spieler wird das Spiel ein Schlüssel zur Welt... das war so die Intention hinter dem Vergleich »Bloggen ist ein Spiel«.

Tja und zu »Spiel 2.0 als Ersatz für Leben 1.0« - das ist vielleicht tatsächlich der ernsthafte gesellschaftliche Wandel, der sich mit Web 2.0 ein Buzzword gesucht hat: Spiel und Netz werden echter, mit Leben und Menschlichkeit gefüllter Teil unserer Leben und nicht etwas, das eine »parallele Welt« zum »echten« Leben darstellt. Genau das erfahre ich, wenn ich mich bei Flickr umsehe, wenn ich die Blogs der Leute lese. Das Netz ist zu einem normalen Teil von uns geworden und wir sind das Netz.
· 3. Februar 06 · 17:55
Anis meint:
@karx11erx. Wo ist für dich Unterschied zwischen "Spiel" und "spielerisch"?
Kannst du das genauer erklären? Ich sehe keinen...
· 4. Februar 06 · 08:44
karx11erx meint:
ben,

der Unterschied zwischen Spiel und Wirklichkeit ist, daß das Spiel ein Modell der Wirklichkeit ist, und Handlungen in diesem Modell dienen zum Verständnis der Wirklichkeit, ohne diese massiv zu beeinflussen. Deshalb ist Spielen insb. für Kinder so wichtig: So verstehen sie Stück für Stück die komplexe Welt um sich herum. Ich frage mich ja, was speziell Teens und Twens mit Shooterspielen zu verstehen versuchen ... ^_^ :D ... Erwachsenenspiele können genau so zu Sucht und Wirklichkeitsflucht führen wie z.B. Alkohol oder Drogen (oder andere, immaterielle Süchte). Natürlich gilt auch hier, daß das nicht die Masse, sondern eine labile Minderheit betrifft.

Anis,

Mit "Spiel" meine ich eine Umgebung mit einem klar begrenzten Regelwerk, deren Ereignisse separat von lebensrelevanten laufen (wenn ich im Spiel 'sterbe', bin ich nicht tot). Mit 'spielerisch' meine ich einen kreativen, frei assozierenden Umgang mit Inhalten des realen Lebens in einer Umgebung, deren Ereignisse keinen lebensrelevante Auswirkungen haben (wenn ich beim Experimentieren mit Aktienkursen ein paar wenige Euro verliere, bin ich nicht für den Rest meines Lebens ruiniert).
· 6. Februar 06 · 12:21
ben [d-frag.de] meint:
karx11erx,

sicher, Spiele sind nicht die Welt und gerade Computerspiele erklären uns wohl kaum noch (oder noch nicht) die Welt. Und sicher, Computerspiele haben unbestritten das Potential zur Sucht und Wirklichkeitsflucht. Das war auch nicht mein Punkt. Der Punkt war zunächst, dass Blogs und andere Web 2.0 Anwendungen Teil unseres normalen alltäglichen Lebens sind. Und he, keine Frage, das kann auch zur Sucht werden.
Der Punkt war, dass wir mit Blogs uns als Personen ins Netz einbringen. Wir machen das Netz zu unserem öffentlichen Raum. Und Spiele haben das Potential, genau dasselbe zu erreichen, gerade MMOGs, denn ein Spiel kann mitunter nur der Anlass sein, sich mit Menschen zu treffen - Geselleschafts-Spiele. :)
· 6. Februar 06 · 13:10
Anis meint:
Wir sind alle Spieler, mit oder ohne PC.
Im realen Leben habe ich mein Päckchen mit Fragen zu tragen. Damit gehe ich unter anderem in die Blogs. Da habe ich auch ein paar Antworten gefunden! Also, was Medienkompetenz betrifft sind die Blogs echt gute Schule!
Mich interessiert Netz als Medium und die Spiele, wie es sich so weiter entwickelt... Und kuck mal, ohne Netz hätten wir mit einander nie im Leben geredet... (Wenn das "reden" nennen kann.) Auf jeden Fall die Kommunikation steht, das ist mal was! Mit den anderen Dingen bin ich mir nicht so sicher...


· 6. Februar 06 · 19:31
karx11erx meint:
Leute,

darum ging es mir gar nicht. Es ging darum, ob bloggen eine Form des Spiels ist oder nicht. ;)

karx
· 7. Februar 06 · 16:12
Anis meint:
Ja, ich spiele "spielerisch" damit...
· 7. Februar 06 · 18:08
karx11erx meint:
Anis,

daß Du den Unterschied (scheinbar) nicht verstehst heißt nicht, daß es ihn nicht gibt.
· 8. Februar 06 · 17:38
meint:
Ich versuch's... Puuuh!
Wenn ich im Computerspiel (egal welchem) oder im Blog (was ich für Spiel halte) - also, wenn ich da handle, heißt das "spielen"...

Wenn ich im realen Leben kreativ und spontan entscheide und tu es, heißt das "spielerisch handeln".

Ein Unterschied für mich beim Scheitern ist darin, dass ich im ersten Fall keine Auswirkungen auf mein Leben erwarte ... im zweiten Fall spüre ich die Konsequenzen sehr wohl...

Wie kann ich im Spiel/Blog scheitern? Ich verliere, muss neu anfangen/mein Kommentar wird gelöscht... also, habe ich Zeit verloren... mehr nicht... Und ich kann mich in jede Zeit entziehen... Wer bin ich (mein Geschlecht, meine Nationalität, mein gesellschaflicher Status") spielt keine Rolle. Nicht, dass ich mich verstecken will, sondern
es ist wichtiger, was ich zu sagen habe... Blog ist ein Spiel für mich...
· 8. Februar 06 · 19:18
mo [d-frag.de] meint:
Anis, warum hast du eigentlich selber kein Blog? Mitspielen. Wär doch was, oder? :)
· 8. Februar 06 · 19:56
Anis meint:
Ihr, Blogger, seid meine Helden... Ich bin nur ein kleiner Soldat an der Front im Medienkrieg...
· 9. Februar 06 · 10:54
Anis meint:
Im Ernst, wenn ich mir so überlege, wie mein Blog/Spiel aussehen könnte, dann soll es Blog ohne Wörter sein. Unter dem Motto: "Du sollst dir keinen Begriff machen!" Mein kleiner Soldat kämpft vor allem gegen Wörter. Und das in Rahmen des WordPress? Hmmm... wird schwierig...
· 10. Februar 06 · 08:22
chris [d-frag.de] meint:
Thema "vom eigenen Blog überrascht". Damals hab ich hier nur quergelesen und heute fällt mir auf, was das eigentlich für ein dufter Artikel ist. Gerade jetzt, nachdem ich mir eben was zu Trackmania United aus dem Kreuz geleiert habe.

Ben, schreib doch mal wieder was! :)
· 14. Dezember 06 · 15:48
ben [d-frag.de] meint:
He Chris, danke für das Lob.

Jau, und Du hast Recht und ich hab auch schon einen Plan.
Kennst Du Diplomacy?

:)

ben_
· 14. Dezember 06 · 16:00
chris [d-frag.de] meint:
Das Brettspiel? Na aber! Die Software-Fassung ist mir allerdings unbekannt.

· 14. Dezember 06 · 16:07
ben [d-frag.de] meint:
Yep. "Software" allerdings ist eine spannden Frage der Betrachtung. Bald in diesem Blog.
· 14. Dezember 06 · 16:15

Kommentare sind für diesen Beitrag geschlossen.

Computerspiele. Videospiele. Spielkultur. Oberfläche.

Inhalt

Design auswählen

Suchen

Blog abonnieren