Vogelgrippe? Pah. Chicken Strikes Back. Mit Knarre. Denn der Protagonist in Kumoon ist ein bis an den Schnabel bewaffnetes kuschelgelbes Küken. Das schießt allerdings nicht im Stile eines Third-Chicken-Shooters auf alles, was sich bewegt, sondern vielmehr auf still vor sich hin träumende Kisten. Diese stellen allein durch ihre Präsenz diverse Knobeleien dar, die man zuerst mit Überlegen und dann mit gezieltem Schuss lösen muss. Wie viele seltsame Indiespiele kommt auch dieses aus Finnland. Warum, weiß ich aber nicht.
Die roten Kisten sind der natürliche Feind des Kükens, das danach strebt, eben diese roten Kisten so lange anzudotzen, bis sie genervt grau werden. Denn das ist das Ziel des Spiels: die totale Grauzone. Gemeinerweise werden für eine direkte Berührung einer roten Kiste sowie für das Abfeuern einer Waffe (Pistole, Schrotflinte, Bazooka) Strafpunkte verteilt. Pluspunkte sowie Kükenzwitschern erhält man dagegen für jede erfolgreich angeschubste und ergraute Kiste. Viel mehr Pluspunkte werden übrigens vergeben, wenn man Kisten nicht direkt anschießt, sondern die Gummigeschosse vorher von den Wänden abprallen lässt. Wie man sich als Huhnliebhaber vorstellen kann, haben die drei Waffen höchst unterschiedliche Eigenschaften und höchst unterschiedliche Strafpunktzahlen. Da der erste Schuss kostenlos abgefeuert werden darf, sollte man… aber nein, Tipps geben wir hier nicht. Ein Raum gilt als gelöst, wenn keine rote Kiste mehr übrig sind und die Punktzahl mindestens Null beträgt.
39 Räume kann man in Kumoon durchwatscheln, darunter einige Bonuszimmer mit grünen Kisten, einige mit eher öder Kistenverteilung, einige mit kniffligen Logikfallen. So ein bisschen süchtig machen die schon. Die schlichte Grafik finde ich prima, allerdings kann ich das Spiel zumindest auf meinem Rechner nicht zu mehr als 60 Hz überreden. Und da ich schon immer mal ein Wort wie »Physik-Engine« erwähnen wollte, tue ich es jetzt: die Physik-Engine arbeitet leicht und locker, lässt Kisten purzeln, Gummigeschosse abprallen und große Kugeln durch die Gegend rollen.
Kumoon wird weder die Welt retten noch ein für immer und ewig geliebtes Lieblingspiel werden. Iwo! Aber für die kleine Kaffeepause zwischendurch, in der man ruhig auch mal Tee trinken darf, da ist das Kükenknobelspiel wirklich etwas Feines.
Ach ja: Kumoon kostet nix. Überhaupt nix. Herunterladen kann man sich sowohl eine Windows- als auch eine Macintosh-Version.
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