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d-frag.de :: Ich bin schuld?

Ich bin schuld?

von kai · 21. November 05 ·

Computerspieler auf der GCDarf ich als Lehrer über Computerspiele reden? Oder muss ich es? Die anderen glauben, ganz genau zu wissen, worum es geht, wenn sie über Schule sprechen und über die mangelnde Medienkompetenz »der Lehrer«. Pardon, darüber rege ich mich auf, nicht Sie, Herr Lott, und auch nicht Sie, Herr Kau. Denn ich, Computerspieler und Lehrer, sitze zwischen den Stühlen, und da stinkt es mir schon lange gewaltig von beiden Seiten entgegen.

Dass viele Lehrer noch immer den Tageslichtprojektor für ein innovatives Medium im Unterricht halten und ihre Arbeitsblätter aus Prinzip nur mit Schreibmaschine, Kleber und Kopierer erstellen, stimmt. Dass es Lehrer gibt, die selbstverständlich einen Beamer bedienen können, ein Wiki im Unterricht (nicht in Informatik, sondern in Deutsch und Soziologie) einsetzen, Internetrecherche erläutern, Schulen vernetzen, online Kurse unterrichten, mit Schülern per ICQ sprechen, miteinander skypen und Spiele als Kunst im Unterricht besprechen, stimmt aber auch. An meiner Schule trifft sich eine Lehrergruppe regelmäßig zu Unreal und Bier.

Bitte, Leute! Auch die Schule verjüngt sich. Unterhaltet euch mit Lehrern, bevor ihr eure Vorurteile druckt!

Und so wird mit der Zeit auch der andere Gestank verfliegen. Schön, dass manche Leute wissen, was Kultur ist und was nicht. Zum Beispiel Goethe:

Und doch kann dich nichts vernichten,
Wenn Vergänglichem zum Trotze
Willst dein Sehnen ewig richten,
Erst zur Flasche dann zur Fotze.

Oder Friedrich von Schlegel:

Von allen Männern, die dich je bedrohten,
Bin ich der Geilste. Sieh mich zitternd an.
Ich zerre deine Brüste Spann für Spann
Und werde sie dir auf den Rücken knoten.

Ja, ich bin ein stolzer »Gewaltglücksspielpophorrorbildwelt-Hermeneut«, weil ich verstanden habe, dass Kultur mehr ist als das, wozu es jemand machen will. Und das betrifft auch den geschätzten Xbox-Verkäufer, der sich anmaßt, Beuys in einem Nebensatz zu kritisieren und dabei zeigt, wie wenig er eigentlich über dessen Kunst weiß.

ben [d-frag.de] meint:
Ich hab an der Uni mal ein Hausarbeit über Beuys und Kabakov geschrieben, mit der Perspektive: Raum und Erzählung in den Installationen der beiden Künstler. Für mich hab ich die Arbeit damals explizit mit einem Auge auf digitale Welten geschrieben. Beuys hat da mehrere hochinteressante Ansätze, gerade in den sozialdynamischen Plastiken, die mir neulich auch wieder eingefallen sind, als ich Tim O'Reillys Web 2.0 Manifest gelesen habe.
Einen wie Beuys könnten wir heute gut gebrauchen.
· 21. November 05 · 13:43
Khesrau meint:
Natürlich ist es absurd zu sagen, dass Lehrer nicht mitsprechen dürften, wenn es um Videospiele geht. Ich bin noch Schüler, weshalb ich mal an dieser Stelle meine Meinung dazu kundgebe:

Ich teile unsere Lehrer gerne in zwei Generationen auf, wobei "Generation" sich sehr furchtbar anhört, allerdings fällt mir dazu gerade kein anderes Wort ein. Die älteren (und ganz allgemein als "konservativ" verschrieenen) Lehrer haben mit Medien und deren Integration in den Unterricht nichts am Hut. Die schaffen es - ernsthaft jetzt - nicht mal, den Videorekorder einzuschalten, geschweige denn den Videokanal auf dem Fernseher zu finden. Da muss man sich als hilfsbereiter Schüler öfter mal nach vorne bewegen und aushelfen.

Allerdings sind die "jüngeren" Lehrer so was von dermaßen "medienaffin" (Gunnar hat mir das Wort jetzt ins Hirn gebrannt...), dass man es schon als Blogger und anständiger Nutzer des Internets mit der Angst zu tun kriegt. Da laufen die mit ihrem Pocket PCs und iPods rum, einige kommen mit dem Notebook samt Beamer und wieder andere verteilen OpenSource-Programme, um auf die Monopol-Stellung Microsofts hinzuweisen. (Ein Lehrer hat uns mal wirklich ALLEN gebrannte CDs mit Open-Source-Programmen gegeben! Mit dem eigenen Computer gemacht, samt netter Rede...)
Diese Lehrer finden es auch sehr schön, wenn die zur Verfügung gestellten Medien auch ausgenutzt werden, was von Leuten wie mir zum Beispiel gerne angenommen wird.

Die "älteren" sagen aber oftmals schon Sachen wie "Dieses ganze Medien-Bromborium lenkt doch nur vom Vortrag ab!" oder ganz anderen Schwachsinn. Viele Schüler sind aber auch, um das ganze ein wenig zu relativieren, tatsächlich etwas unbeholfen mit ihrem Medien-Einsatz, einige übertreiben es auch. Einmal hat ein Schüler seinen Vortrag per PowerPoint samt hinterlegter Sprachausgabe gehalten. Beziehungsweise der PC hat es gehalten, denn er hat kein Wort gesprochen.

Worum es ging? Um die Relativitätstheorie.
· 21. November 05 · 15:05
Robert meint:
Ich will auch bei euch in die Schule gehen!
Nebenbei: Euer Spreeblick-Link geht zu Antifreeze.de
· 21. November 05 · 15:10
Q-Rai meint:
Ich hatte das Glück, wobei diese Art von Unterricht leider auch nicht bei allen meiner Mitschüler auf Zustimmung. :-/
Ich finde den Unterschied zwischen den verschiedenen Altersklassen von Lehrern jedenfalls sehr extrem. Wobei es auch durchaus einige (wenige) ältere Lehrer gibt, die auch so langsam mit der Technik klarkommen.
Letztenendes ist es aber schon am angenehmsten, eine ausgewogene Relation der verschiedenen Unterrichtsstile zu haben.

Ob man Computerspiele als Kunstform in der Schule lehren soll oder nicht....ich denke schon, denn da sie eine Form des Ausdrucks und der Kunst sind, aber auch ein weitverbreitetes Unterhaltungsmedium, haben sie einfach eine Existenzberechtigung neben der ganzen traditionellen Literatur, Musik usw. Wenn Max Ernst im Kunstunterricht, Strawinsky in Musik und Benn ;) im Deutschunterricht durchgenommen werden, wieso dann nicht auch Spiele? Immerhin machen diese -zumindest in den Augen der Schüler- mehr Sinn, bzw werden als schöner empfunden.

Lass dich nicht unterkriegen ;)
· 21. November 05 · 16:07
Khesrau meint:
Wie blöde ich angeschaut werde, wenn wir über Gewalt sprechen und irgendjemand Videospiele erwähnt und ich dann allen ernstes sage, dass auch ich spiele, aber bislang noch niemanden umgebracht habe. Abgesehen davon, dass das Gelächter groß ist, wenn ich das Wort "Kunst" in den Mund nehme, was für viele Spieler schon ein sehr großes Wort ist, für Lehrer und einige Schüler hat das allerdings Ausmaße, die man nicht wahrnehmen kann...
· 21. November 05 · 16:29
Anis meint:
Es geht um zwei Fronten, die auf einander prallen, und die tapfere Zinnsoldaten, wie Kai, müssen dabei ausharren und allem Stand halten.
Man muss, soll, sich nicht bekriegen, sondern mehrere sachlich getrennte Disskusionen führen: über Kunst in Spielen, über Medienkompetenz der Lehrer oder der Kinder, über Politik und Kunst ... usw. Nicht alles auf einen Haufen werfen!
· 21. November 05 · 17:56
Richard meint:
Gewaltglücksspielpophorrorbildwelt-Hermeneuten aller Welt, vereinigt euch!
· 21. November 05 · 17:57
Khesrau meint:
Zugegeben, ich habe da (auch?) sehr weite Felder angeschnitten... ;)
· 21. November 05 · 18:06
adrian meint:
kann dir nur zustimmen. wie immer werden alle lehrer in einen sack gepackt und dann draufgehauen. ich hatte mal einen referendar der counter-strike gespielt hat und sich mit computern und co gut auskannte. nur im unterricht hat er die neuen medien auch nie genutzt...
die frage ist nur: warum sollte es den lehrern besser gehen als beamten, politikern, arbeitgebern und lobbyisten?? man kann davon ausgehen, dass 2/3 aller beamten, politikern, arbeitgebern und lobbyisten - und natürlich auch lehrer - gute arbeit leisten und 1/3 vollidioten sind, aber über genau wird dann in den medien berichtet.

was herr kau übrigens vergisst ist, dass diese jugendlichen zombies (so kommen mir die personen vor, die er beschreibt) am ende im schnitt weniger gewalttätig sind als frühere kinder!!
· 21. November 05 · 20:55
Anis meint:
Wie heißt das Thema dieser Diskussion noch mal genau?

Kai hat drei (?) auf einmal angesprochen, kurz: "Kultur/Kunst in Spielen" und "Mediennutzung der Lehrer und Schüler", "Spiele im Unterricht". Ich glaube, man sollte sie separat betrachten.

@ Khesrau. Das sind ziemlich weite Felder, du hast sie richtig angeschnitten, meiner Meinung nach. Aber welche Thema liegt dir mehr am Herzen?
· 21. November 05 · 21:09
ugh meint:
Alles wird gut - habe heute einem Schüler erzählt, dass wir mit dem letzten Abi-Jahrgang ein Turnier Schüler gegen Lehrer im LAN geplant (und leider nicht realisiert) hatten... er war begeistert, ich war begeistert also los - schnell, bevor's an Schulen verboten wird (wie alles was Spaß macht, Geld kostet oder ungesund ist).
Übrigens: In meiner Schulzeit kämpften die Lehrer z.T. noch mit Riesenprojektoren, Dinosaurier der Medienkompetenz... das waren noch Filme...! Das Einlegen der Rolle als Happening, die Ehrfurcht vor dem Rattern des Projektors. Welt, was ist aus dir geworden: oh, meine DVD ist zerkratzt...

ugh - auch mal bonzoid gewesen...
· 21. November 05 · 22:05
Khesrau meint:
@Anis:

Mir liegt wohl diese "Mediennutzung der Lehrer bzw. Schüler" am Herzen, denn die Unterschiede bei uns könnten deutlicher nicht sein. Man merkt das inzwischen schon sehr krass an den Unterrichtsformen. Während es bei den einen schon wirklich ein Highlight ist, wenn mal der Beamer angeschlossen wird, besteht der Unterricht des anderen schon öfters daraus, in den Informatikraum zu gehen und in einer Schulstunde Informationen zu einem bestimmten Thema auszugucken.

Was Chris aber glaube ich im Speziellen ansprechen will, ist seine persönliche Rolle als jemand, der zwischen zwei Stühlen sitzt und kräftige Windstöße von beiden Seiten abbekommt. Seinen Aufreger darüber, dass sich ja die Schule inzwischen verjünge, kann ich sehr gut nachvollziehen. Denn was ich mit dem langen Roman da oben sagen möchte: Es gibt diese jungen und auch vereinzelt älteren Lehrer, die durchaus wissen, was Medien sind und wie man sie sinnvoll in den Unterricht integriert. Langsam aber sicher geht die alte Garde in den Ruhestand und macht endlich mal auch in den Schulkonferenzen ein wenig Platz für die neuen (angehenden) Lehrer, die aufgrund der Tatsache, dass sie vielleicht selber im Studium dem Medium Internet zum Beispiel viel zu verdanken hatten, dem ganzen Technik-Krams eine positive und offene Grundhaltung entgegenbringen.
· 21. November 05 · 22:47
chris [d-frag.de] meint:
Khesrau, Kai ist der Lehrer von uns, nicht ich. :)

Meiner Erfahrung nach sind Lehrer auch nicht fähiger oder unfähiger, mit neuen Medien umzugehen, als andere Vertreter ihrer jeweiligen Generation auch. Da gibt es immer Leute, die die heute zu Verfügung stehenden Mittel nicht ansatzweise ausnutzen. Andererseits kann ich mich aus meiner Schulzeit auch immer noch an eine Reihe von Unterrichtsstunden erinnern, in denen Technik überwiegend der Technik wegen eingesetzt wurde, nicht, weil es den Schülern irgendeinen Erkenntnisgewinn gebracht hätte.

Worum es dem Herrn Lott, wenn ich den oben verlinkten Text richtig verstehe, eigentlich ging, ist die Frage, ob die kompetente Nutzung von Medien nicht Teil des allgemeinbildenden Unterrichts an Schulen sein sollte. Also weniger die Frage, ob genügend Lehrer sich mit sowas auskennen, sondern eher, ob es nicht Teil des Lehrplans werden sollte.

Ich für meinen Teil bin der Auffassung, dass das Blödsinn wäre. Den Umgang mit Computern oder Computerspielen sollen die Leute bitteschön in ihrer Freizeit lernen und nicht in der Schule. Mit ähnlicher Argumentation könnte man fordern, dass an Schulen der kompetente Umgang mit Automobilen unterrichtet werden soll, weil überdurchschnittlich viele junge Fahrer Unfälle bauen... aber was red ich, das hat der Herr Goldt doch alles schon geschrieben.
· 22. November 05 · 00:03
kai [d-frag.de] meint:
Sehe ich anders, Chris :P
Meine Schüler wollen sich nach der Schule bewerben oder studieren. Wenn sie dann keinen Text am Rechner schreiben können, stehen sie dumm da. Oder wenn sie nicht wissen, wie man Informationen im Netz findet und bewertet. Das sind Fähigkeiten, die man heute haben muss. Wie das Autofahren. Darum gibt es Fahrschulen. Aber kein 16jähriger besucht eine Medienschule in seiner Freizeit. Die Schule soll dazu befähigen, im Beruf zurecht zu kommen, bzw. auf das Studium vorbereiten. Gib einem Dozenten an der Uni mal eine handgeschriebene Arbeit ab ...

Das steht übrigens auch alles bereits in Medienkonzepten der Schulen und Schulprogrammen. Das Sprachlabor ist also kein angemessener Vergleich. (Der kommt übrigens von C. Stoll, nicht von Goldt.)

Und: »Internetunterricht«? Wer will sowas? Das Internet ist ein Medium. Es gab ja auch früher keinen »Buchunterricht«. Aber es wurden Bücher benutzt.
Es darf nicht heißen (wie Goldt suggeriert) »Buch oder Netz«, sondern »Buch und Netz«. Ich bereite meinen Unterricht doch auch nicht mehr nur mit Büchern oder alten Kopien vor! Dass Goldt im Internet verlinkt ist, halte ich übrigens für eine nette Ironie...
· 22. November 05 · 02:01
mo [d-frag.de] meint:
[Off topic an Robert: Link ist gefixt, vielen Dank für den Hinweis.]
· 22. November 05 · 02:02
ugh meint:
chris: "Meiner Erfahrung nach sind Lehrer auch nicht fähiger oder unfähiger, mit neuen Medien umzugehen"

Das stimmt, aber: Wir haben bzgl. Medienkompetenz und "neue Medien" das Problem, dass Lehrer in Zyklen eingestellt werden. Einstellungen werden vom Land so lange herausgezögert, bis es sich nicht mehr vermeiden lässt, dass man einstellen muss. Das hat nicht nur den Wechsel von Schwemme und Mangel auf dem Arbeitsmarkt zur Folge, auch Dinge wie Medienkompetenz liegen dann 10-15 Jahre brach bis die kommende Generation das Zepter übernimmt. In dieser Umbruchphase sind wir gerade.

Zur Diskussion um Medien und den "nervösen Kinder und den Schulabbrecher und der Jugendgewalt und den leseunfähigen Fünfzehnjährigen, die der Storch bringt": Es ist schon seltsam: die Klassengrößen werden immer weiter hochgeschraubt, die Stundenzahl der Lehrer pro Woche ist wieder beim Stand der 60er Jahre angekommen - mit einer maximierung des formalbürokratischen Schnickschnacks -, in den Familien ist Respekt vor anderen nicht mehr vorrangiges Erziehungsziel sondern "du sollst mal was werden" und "lass dir nichts gefallen", der Fernseher ist die Supernanny, vor allem wenn ein zweites Einkommen her muss, damit die Familie sich über Wasser halten kann - was mich wundert ist, dass sich alle wundern. (Gewalt-)spiele sehe ich nicht als Ursache sondern als Folge. Nach Donkey Kong bin ich auch nicht mit einem Vorschlaghammern in Kneipen gegangen und habe Fässer zertrümmert.

Zur Medienkompetenz: Es ist nicht damit getan, eine Schule zu vernetzen, wenn niemand die Konzepte dazu erarbeitet (und dazu hat niemand die Verantwortung - erst recht nicht die Lehrer). Der Schulträger stellt Rechner und oftmals gibt es nicht einmal eine professionelle Administration für die immer zahlreicher werdenden Medien. Das machen dann irgenwelche Lehrer für 1-2 Entlastungsstunden pro Woche. Meine Meinung: die 1-2 Stunden sollten von genau diesen Lehrern in Konzepte für Medieneinsatz und Weiterbildung des Kollegiums eingesetzt werden und die Wartung sollte von externen Kräften übernommen werden (Lehrer sind als Hobbyelekrtoniker eh überfordert und für diese Arbeit (da nicht professionell) überbezahlt).

Und noch einmal zu den Lehrern: Nur...
"40% bezeichnen sich als zufrieden, allerdings finden nur 17% in ihrem Beruf "Selbstverwirklichung und Glück". Die anderen 23%, die sich als zufrieden bezeichneten, befinden sich laut Studie im Zustand der "inneren Emigration" und halten sich aus der Schule möglichst heraus."
http://www.taz.de/pt/2005/10/05/a0198.nf/text

Das ist die Basis für die Zukunft der Medienkompetenz... Ich behaupte, die Hauptschuld daran tragen die Rahmenbedingungen für den Lehrerjob. Gibt es einen anderen Job, der solche eigenbrötlerischen Einzelkämpfer heranzieht? Tür zu, das ist mein Bereich...

Das war ein Rundumschlag zu diesem Thema... ich nehme an, das Thema lässt keinen Lehrer kalt, allenfalls die 23%, die unser Bild in der Öffentlkichkeit prägen. Bin ich frustriert? Nö, das wird schon alles... aber wozu wundern? Ich empfehle denen, die das mal erleben wollen, ein Praktikum als Lehrer an Schulen (Praktika von Lehrern in den Sommerferien wurden ja schließlich auch schon mal angedacht).
· 22. November 05 · 07:22
Gunnar Lott meint:
Hallo Kai,

klar, dass auf eine Polemik sofort eine wütende Retoure kommt. Ich sagte im Übrigen nicht, dass es keine medienaffinen Lehrer gibt, sondern das welche fehlen. Und weil mir im Nebensatz unterstellt wird, ich wüsste nicht, wovon ich rede: Ich bin ausgebildeter Sozialpädagoge, habe immerhin vier Sememster Lehramt studiert, mein Schwiegervater ist Rektor, viele meiner Freunde sind Lehrer. Ich denke nicht, dass ich einfach "Vorurteile drucke", sondern durchaus ein handfestes Wissen um die Gegebenheiten mitbringe.
Das nur zur Klarstellung.

Davon abgesehen, geht es mir weniger um die Lehrer als Personen, sondern um den Gesamtkomplex, mein Vorredner hat das sehr schön auf den Punkt gebracht -- die Lehrerausbildung ist keine Hilfe, die Rahmenbedingungen sind mau, die Lehrpläne reflektieren nicht das, was benötigt wird.
· 22. November 05 · 09:03
Anis meint:
@ ugh. Genau das: "Tür zu, das ist mein Bereich! Ich habe das studiert, du - nicht! Du, Amateur, Autodidakt, du..."
· 22. November 05 · 12:56
chris [d-frag.de] meint:
@Kai: "Und: "Internetunterricht"? Wer will sowas?"

Okay, ein Blick auf die Webseite von "Schulen ans Netz" belehrt mich, dass das heute schon etwas anders funktioniert als zu meiner Schulzeit. Aber da, vor 6 Jahren, lief das halt so, dass in unserer Schule ein Klassenraum mit Computern vollgestellt und ein von der Telekom wohl teilgesponsorter Internetzugang eingerichtet wurde und dann etwa ein Jahr lang niemand (auch keiner der "medienaffinen" Lehrer) wußte, was er damit eigentlich anstellen sollte. Zu dieser Zeit ist Goldts Artikel geschrieben, und deshalb zieht er, zumindest was meine persönliche Erfahrung angeht, seine Vergleiche nicht zu Unrecht.

"Meine Schüler wollen sich nach der Schule bewerben oder studieren. Wenn sie dann keinen Text am Rechner schreiben können, stehen sie dumm da. ... Gib einem Dozenten an der Uni mal eine handgeschriebene Arbeit ab ..."

Das habe ich an der Hochschule mehrfach gemacht, ohne Schwierigkeiten. Andererseits unterstelle ich mal, dass jeder, der geistig zum erfolgreichen Abschluss eines Studiums in der Lage wäre, mit der Bedienung einer simplen Textverarbeitung nach kurzer Einarbeitungszeit kaum Probleme haben dürfte. Selbst meine Schwester, die ansonsten mit Technik auf Kriegsfuß steht und mich in der Zeit, als sie ihren PC gerade neu hatte, mit allerlei Einsteigerfragen gelöchert hat, hatte interessanterweise nie auch nur eine einzige Frage zu der auf ihrem Komplett-PC vorinstallierten Textverarbeitung. Damit kam sie aus dem Stand klar.

Ich bezweifle ja gar nicht, dass sich Computer und Internet im allgemeinbildenden Unterricht gewinnbringend einsetzen ließen. Gerade den Einsatz von Google Earth in Erdkunde stelle ich mir sehr spannend vor. Zu oft aber habe ich das Ganze genau andersherum erlebt: Erstmal bemüht man sich monatelang um die Finanzierung und die Technik und danach überlegt man sich, was man denn mit den schönen neuen Medien eigentlich anstellt. Und oft stellt sich mir auch die Frage, ob ich als Schüler vom Einsatz dieser Mittel tatsächlich einen Vorteil habe. Wenn ein "medienaffiner" Lehrer seinen Unterricht mit Notebook, Beamer und Powerpoint unterstützt, ist das ja nett, aber in den meisten Fällen macht er damit doch auch nur Sachen, die der Kollege mit Overheadprojektor und handbeschriebenen Folien genauso gut auf die Reihe kriegt.
· 22. November 05 · 18:00
ugh meint:
"Und oft stellt sich mir auch die Frage, ob ich als Schüler vom Einsatz dieser Mittel tatsächlich einen Vorteil habe." - Du hast genau dann einen Vorteil, wenn sich Dinge mit den Medien machen lassen, die bilang nicht möglich waren. Das fängt bei der DVD mit engischen Untertiteln an, geht über "mal eben bei Wikipedia nachschlagen" bishin zu Blogs, Wikis und Konferenzen quer über die Welt mit Partnerschulen.

Wenn du an der Uni noch mit handschriftlichen HA durchgekommen bist, dann probier das doch auch mal testweise bei Bewerbungen. Du hast recht, dass das nicht unbedingt in der Schule unterrichtet werden muss, aber es ist an der Zeit einzusehen, dass der Computer als Medium, der im Leben längst überall angekommen ist, auch in die Bildung einbezogen werden sollte.
Bei deiner Schwester - ohne ihr etwas unterstellen zu wollen - frage ich mich, ob Sie beim Textverarbeitungsprogramm Überschriften setzt, wie sie Fußnoten macht, ob sie Tabellen sinnvoll formatiert, ob sie die Tabulatortaste nutzt, Querverweise usw.
Klar, das kann man auch in der Volkshochschule lernen, aber die Frage ist, ob die Bedeutung nicht so weit steigt, dass Computer in der Schule zur Selbstverständlichkeit werden sollten... Lyrik oder Computer - oder Lyrik und Computer im Deutschunterricht?

Eine gewisse Medienkompetenz sollte schon vermittelt werden, ansonsten würden vielleicht viele nette Schüler - und erst recht nette Lehrer (vgl. Aussagen über deren Medienkompetenz) - dieses Blog gar nicht lesen können (oder unsterschätze ich sie jetzt)?
· 22. November 05 · 19:06
PlayStar meint:
Ich platze mal in diese Diskussion und lege meine 2 Cent auf den Tisch.

"So haben wir uns gemeinsam mit der Leipziger Messe erfolgreich dafür eingesetzt, dass die Games Convention als Fortbildungsveranstaltung für Lehrkörper in vielen Bundesländern anerkannt ist."

http://www.gamestar.de/news/branchen/29727/
· 22. November 05 · 20:05
shlomme meint:
Hallo,

da sich ja bei Schule jeder für einen Experten hält (war schließlich jeder mal drin, ne?) kann ich mich natürlich kaum bremsen, hier auch meine Meinung in die Runde zu blöken.

Und um jetzt gleich die große Keule der Reaktion herauszuholen, will ich sagen, dass die besten Lehrer, die ich in meiner Schulzeit hatte, sehr gut ohne viel Technik ausgekommen sind. Die Besten sogar ohne Bücher, gereicht haben Nachschlagewerk und ein paar Kopien zum Thema (Nein, ich rede nicht von Deutsch...). Es gibt doch keinen mächtigeren Verbündeten als die Verklärung der eigenen Vergangenheit.

Ob es sinnvoll ist, im Unterricht Computerspiele zu besprechen, ist meiner unmaßgeblichen Meinung nach der gleichen Sinnhaftigkeit wie Bücher zu besprechen, denn beides sind Minderheitenmedien (zumindest gesamtgesellschaftlich betrachtet, gerne lasse ich mich belehren...), wenn die Computerspiele auch weniger. Obwohl es nett wäre, als Hausaufgabe das Durchspielen eines Computerspieles zu bekommen. Schade, dass es für alles schon Walkthroughs gibt, was den ganzen pädagogischen Effekt zerstört (Spiele Fallout II durch, ohne jemanden zu töten, werde ein chaotisch böser Paladin in Baldur's Gate und berichte über deine Erfahrungen et cetera)

Natürlich will ich hier nicht die Parteigänger der Medienkompetenz vor den Kopf stoßen, glücklicherweise hab ich aber auch keinen pädagogischen und wertvollen Auftrag korrekt zu erfüllen, daher kann ich hier postulieren, dass sich das Benutzen eines Computers nicht auf das richtige Setzen einer Überschrift mit Word ist, und auch nicht das Erstellen einer ach-so-hilfreichen Webseite, Wiki, was auch immer. Abgesehen von den *Ideen*, die hinter so tollen Dingen wie dem WWW stehen, kann man Leuten auch zumuten, zumindest die grundlegendsten Grundlagen der Algorithmik zu verstehen; wenigstens dann, wenn man Schüler in der 9 auch stöchiometrische Rechnungen ausführen lässt.

Ob man aber öffentlich zugeben sollte, dass man Unreal spielt als Lehrer? Oder Counter Strike? Ich kann schon die Kinder, die das spielen, nicht verstehen. Was sollte ich da erst mit einem Junggebliebenen anfangen, der das macht? Lehrer sollten Vorbilder sein und sollten das Banner der Hochkultur mit stolzer Brust vor sich hertragen. System Shock, Baldur's Gate, Planescape Torment, Deus Ex in die Curricula!

Übrigens: Ich würde eigens mit heiligem Wahnsinn dagegen angehen, dass meine potentiellen Kinder in der Schule mit dem gleichen Powerpoint-Dreck beschmutzt werden wie ich manchmal in der Uni. Bitte nicht. Dasselbe gilt eigentlich für Microsoft-Software, aber träumen dürfen wir ja alle mal, oder? Vor allem, wenn man in einem Spieleblog schreibt.

[Scheiße, wieder zu viel geschrieben. Na, ohne Vorschaufunktion wird das nichts mit der Fehlerfreiheit...]
· 22. November 05 · 21:28
Khesrau meint:
@ Chris:

Ach, ihr seid doch sowieso alle gleich ;)
· 22. November 05 · 23:44
chris [d-frag.de] meint:
"Du hast genau dann einen Vorteil, wenn sich Dinge mit den Medien machen lassen, die bislang nicht möglich waren."

Vollkommen klar. Siehe Google Earth und Erdkunde.

"Du hast recht, dass das nicht unbedingt in der Schule unterrichtet werden muss, aber es ist an der Zeit einzusehen, dass der Computer als Medium, der im Leben längst überall angekommen ist, auch in die Bildung einbezogen werden sollte."

Solange das nur geschieht, wenn es wirklich Vorteile bringt - kein Problem. Die Textverarbeitungs-Diskussion führte uns, glaube ich, etwas vom Thema weg. (Querverweise, Stichwortverzeichnisse und sowas beherrscht meine Schwester sicherlich nicht - braucht sie für Bewerbungen aber auch nicht unbedingt. Egal.) Auch meine Schuld, durch den Verweis auf Goldt. Wenn ich mich recht entsinne, die Lehrplankundigen unter uns werden da hoffentlich mit fundierteren Informationen aushelfen können, werden derlei Grundkenntnisse im Umgang mit Computern ja schon seit Jahren im Rahmen des informationstechnischen Grundkurses vermittelt.

Herr Lott sprach in seinem Text ja vor allem die Vermittlung von Medienkompetenz im Hinblick auf Computerspiele, Filme usw. an, um möglichem Medienmissbrauch vorzubeugen. Was schon deutlich weiter ginge als Schülern beizubringen, wie man im Internet die Informationen findet, die man sucht, oder nicht? Fiele das eurer Meinung nach noch in den Verantwortungsbereich der Schule?

---
@Khesrau: Nö, Mo ist größer als ich. :P
· 22. November 05 · 23:55
kai [d-frag.de] meint:
Chris, Filmanalyse ist schon lange ein fester Bestandteil in den Richtlinien für das Fach Deutsch.
Es geht in meinen Augen da auch nicht nur um die Vorbeugung eines "Missbrauchs", sondern auch darum, einen bewussteren Blick zu bekommen, um das, was man sieht, anders und mehr genießen zu können. Die Einführung in eine Kulturtradition. Oder einfacher: Die Schüler sollen mitreden können.

[Darum gibt es ja auch Musikunterricht an den Schulen ;) ]

Der Film ist über 100 Jahre alt. Die Schule (in Deutschland) hat gut 90 Jahre gebraucht, um auf ihn zu reagieren. Warum tun wir uns mit Gegenwartskunst so schwer?

@schlomme:
Zu deiner Bewertung von Counter Strike und Unreal: s. meinen Artikel.
· 23. November 05 · 02:26
Anis meint:
Kinder spielen mit Medien. Ob es meine eigene Kinder, oder meine Schüler sind, mir ist nicht egal, wo sie "eintauchen" und "schnörkeln". Medienwelt braucht Forschung, Analyse, Reflexion.

Besonders visuelle Medien haben einen manipulativen Charakter in sich. Bilder haben direkte Wirkung auf Wahrnehmung. Sie "blenden" mit ihrer Macht, sie weisen den unerfahrenen Zuschauer in einem schockartigen Zustand ab. Man sollte Kinder dabei begleiten und erklären, wie Bilder "finktionieren", dass hinter dem ersten Blick, gibt es immer noch der zweite. Unreale Welt nimmt immer mehr Platz in unserem realen Leben.Wir müssen den Kindern dort eine Orientierung geben.

· 23. November 05 · 08:30
snicers meint:
es ist toll zu sehen wie sich die Schule endlich verjüngt. als ich vor 10 Jahren als Schüler mit dem Laptop im Unterricht saß hat jeder über mich gelacht, heute lacht man nicht mehr so laut. allerdings hat die wunderwelt der vernetzung auch ihre schadenseiten die jeder für sich selbst ausloten muß.

spiele als kunst zu bezeichnen ist dann doch etwas grotesk, sicher gibt es spiele die einen hauch von kunst beinhalten, aber eine ganze plattfrom und spiele sind nichts anderes als eine plattfrom (liesen wir die interaktion bei seite, denn auch die ist von jemandem gewollt und vorprogrammiert wären wir beim film). Das es filme gibt die als kunst zu sehen sind beweißt Beuys mit seinem "Schmerzraum", aber wie lange wird es dauern bis wir ein Spiel "Kunst" nennen können?. Wohl noch Jahre, denn im Moment ist das, was ich sehe, zu sehen bekomme, oder spielen kann noch nicht mal vorkindliches Gekritzel auf einer Leinwand nicht größer als eine Briefmarke.
· 23. November 05 · 11:38
Anis meint:
@ snicers."...aber wie lange wird es dauern bis wir ein Spiel "Kunst" nennen können?. Wohl noch Jahre, denn im Moment ist das, was ich sehe, zu sehen bekomme, oder spielen kann noch nicht mal vorkindliches Gekritzel auf einer Leinwand nicht größer als eine Briefmarke."

Leider, ja... Aber es gibt die... Spiele (ein sehr junges Medium), die in Richtung "visueller Kunst" gehen. Welche? Geschmäcke sind verschieden... Man kann aber die Tendenz beobachten, und diese Entwicklung lässt sich nicht bremsen, weil Computergrafik auch zur Bildenden Kunst gehört. Nur die Interaktion soll man nicht bei Seite lassen. Sie sind unzertrennlich, nur so kommt die "künstlerische Wirkung" voll in Erscheinung.
· 23. November 05 · 12:34
snicers meint:
tut mir leid anis, diese These vertret ich nicht, bzw, wird nur von leuten vertreten die sich mit diesem genre beschäftigen und es gerne sehen würden das ein spiel als kunst angesehen wird. da würde ich dem schach noch eher das wort kunst zuerkennen, weil dies wirklich können war so etwas zu entwickeln, was man von computergrafiken nicht gerade beschreiben kann.

es gibt sehr interessante ansätze computergrafik für die kunst zu verwenden, die schon sehr alt sind, aber dennoch sollten wir den ball flachhalten. wenn wir uns bilder ansehen von programmieren wie 31!73, die schon 1988 mit Computergrafik experimentiert haben und sogar interaktion zuließen muß ich ehrlich sagen, das daß was heute an Spielen auf dem markt ist und, leider , noch kommt, weil neues *lol* medium, :) , absoluter Schrott ist. Die Kunst der Spiele ist schon lange vorbei, es findet nur eine Adaption an immer neuere Hardware statt.
· 25. November 05 · 14:03
Anis meint:
Was Kunst und was nicht Kunst ist, darüber streiten sich immer noch die Gemüter!
Wenn ich im Spiel drin bin, dann "verlaufe" ich mich und suche nach Bilder. Ich habe auch manchmal meine Momente: "Das isses!" Selten..., leider.
Ja, Künstler experimentieren, kochen ihr eigenes Süppchen, und Spielentwickler bleiben oft "nur" Programmierer und Techniker...
Kunst hat schwer, sich durchzusetzen, schon immer und überall.
Dein Vergleich der Commputergrafik mit dem Schach ist interessant, finde ich.
· 25. November 05 · 18:25
petra meint:
liebe anis, lieber snicers,

bei aller liebe der kunst gegenüber: es geht bei spielen primär um unterhaltung und nicht darum, dem elitär pseudo-intellektuellen anspruchsdenken von leuten wie euch gerecht zu werden. deswegen heißen die dinger spiele. und dennoch: es ist eine art kunst, sich so in einen programm-code reinzufuchsen, eine grafik-engine zu entwerfen, dass am ende was erstaunliches rauskommt.
jaja, aber schach ist ja gesellschaftlich voll anerkannt. da kann man natürlich leicht partei ergreifen für das gute olle schachspiel. oh gott... ist das ein elend.

da bekomme ich hirnkotzen. verzeihung.
· 27. November 05 · 21:52
Anis meint:
Petra, Petra, Petra...
Was ist eine Unterhaltung oder ein Spiel? Hä?
Denk mal weiter nach... Noch weiter...
Bist du so eine wilde Hummel, die auf den Spielwiesen "nur" umhertollt?
Mit dem guten ollen Schachspiel und Grafik (bitte, noch nicht hinkotzen!) hast du nicht kapiert, musst du aber nicht...
Jetzt, aber...
· 28. November 05 · 08:06
petra meint:
liebe(r) anis,

ich bin kleingestreift (wir wollen das hummelchen nicht vergessen, nicht wahr?) genug, um deinen kommentar unter der kategorie "ich hab eigentlich nicht den background, um eine für alle parteien befriedigende thema-bezogene diskussion führen zu können, aber dem anderen wird das schon nicht auffallen, wenn ich ihm dummheit vorwerfe" abzuheften.

ich toll dann mal weiter,
petra
· 28. November 05 · 11:12
Anis meint:
@ Petra. Wir kennen uns doch nicht, nicht wahr?
In diesen Rahmen und unter solchen Umständen nimm bitte das Hummelchen nicht so persönlich! Unseres Gespräch ist wichtiger!
Ob ich als "dumm" oder "elitär pseudo-intellektuell" abgestempelt werde mir ist das egal. Es geht vor allem um "die Sache".

"...ich hab eigentlich nicht den background, um eine für alle parteien befriedigende thema-bezogene diskussion führen zu können..."

Bist du sicher?
· 28. November 05 · 12:41
ugh meint:
Fragen wir doch mal die allwissende Müllhalde, was Kunst und Computerspiele sind:

"(...) Kunst ist auch der Begriff für die vom Menschen geschaffenen Werke, die eine gesellschaftliche Relevanz besitzen und eine ästhetisch-sinnliche Wirkung auf den Rezipienten haben, zum Beispiel die Werke der Kunstformen Malerei, Graphik, Bildhauerei, Architektur, Literatur, Dichtung, Theater, Musik, Film oder Video. Umgangsprachlich wird der Begriff "Kunst" häufig ausschließlich für die Hervorbringungen der Bildenden Kunst verwendet. (...) Der Begriff Kunst bezeichnet einerseits Kunstwerke als Elemente der menschlichen Kultur, die nicht primär durch ihre Zweckmäßigkeit, sondern durch ihre unterschiedlich verstandene Ästhetik geprägt sind. Darüber hinaus umfasst er auch künstlerisch gestaltete funktionale Artefakte und Produkte aus dem Bereich der so genannten angewandten Kunst.", aus Wikipedia, 28.11.05

"(...)Das Computerspiel wird insgesamt weiterhin kaum als Kunstform neben Film, Musik, bildender Kunst etc. akzeptiert. Dies mag an der kurzen Geschichte und den oft sehr technologiebezogenen und auf bloße Unterhaltung fixierten Inhalten liegen, wobei diese zudem bei neuen Titeln sehr oft bloße technisch verbesserte Wiederholungen älterer Titel mit kaum neuen Inhalten sind. Auf der anderen Seite zeichnet sich im deutschsprachigen Raum dafür auch der Name Computerspiel verantwortlich, der abwertend wirkt, weil er eine Ähnlichkeit zu einem Spielzeug mit bloßem Unterhaltungswert ohne Inhaltsvermittlung impliziert.", aus Wikipedia, 28.11.05
· 28. November 05 · 23:14
Anis meint:
Wow, hiermit fühle ich mich mit meiner Einstellung zu Computerspielen nur bestätigt, und dafür werde ich weiter grade stehen!

Petra & Co. möchte ich gerne ins Kellerarchiv schicken.
Dort steht eine Akte, die "für Kunstfreunden" gedacht ist.

www.ntropie.de/archiv/05/05.php

Nur ein Zitat aus dieser Akte:
"Wenn man die spezielle Lesefähigkeit beim Blick auf den Bildschirm hat, werden Bilder eines Computerspiels auch schön, funktional und ästhetisch." (Klaus-Peter Gerstenberger).

Wenn man diese Lesefähigkeit beim Blick nicht hat, dann kann man sie lernen.
· 29. November 05 · 08:14
chris [d-frag.de] meint:
Petra kennt das Kellerarchiv, da sei mal sicher.

Ich weiß auch nicht, was du an der Aussage, dass Spiele "primär Unterhaltung" sind, streitbar findest, Anis. Das ist Fakt. Wenn du anderer Meinung bist, dann solltest du vielleicht ein paar mehr Spiele spielen und weniger in den Kellerarchiven herumhängen.

Das hat mich schon bei der Diskussion zu EVE Online gewundert: Deine Fähigkeit, die Meinung anderer Leute, die EVE tatsächlich gespielt haben, zu kritisieren oder ihnen Ratschläge im Bezug auf dieses Spiel zu geben, obwohl du es selbst, wie du schriebst, gar nicht gespielt hast. Warum eigentlich nicht? Ist doch 14 Tage kostenlos möglich.

Dass Spiele primär Unterhaltung sind, bedeutet nicht, dass sie nicht Kunst sein können, manche mehr und viele eher weniger. Das ist eine Sache, die mich auch im Umgang mit klassischer Musik immer wieder erstaunt: Diese typisch deutsche Trennung zwischen U- und E-Musik. Ernst (sprich: künstlerisch wertvoll) und Unterhaltung. Macht sonst keiner, ist auch sinnlos, weil sich die Koordinaten ständig verschieben. Operetten galten vor nicht allzu langer Zeit als U-Musik schlechthin. Klar, im Vergleich zu ausgewachsenen Opern sind sie das auch. Heute zählen sie zur E-Musik. Was im Vergleich zu Popkonzerten sicher ebenfalls zutrifft. Bei Opern ist es ähnlich. Rossinis "Barbier von Sevilla" ist große Kunst. Trotzdem geh ich in diese Oper, um unterhalten zu werden und Spaß zu haben. Weil die Story vollkommen bekloppt ist und ein Lacher den nächsten jagt.

Gibt auch ein schönes Zitat zu dem Thema, leider finde ich die Quelle nicht mehr wieder: "Spiele sind zu einem Drittel Kunst, denn ein Drittel der Beteiligten trägt ein 'artist' in der Berufsbezeichnung." :)
· 29. November 05 · 13:14
Anis meint:
@ chris. Was EVE-Diskussion angeht, dann hatte ich damals den Eindruck, dass der Aspekt "Ästhetisch-sinnliche Wirkung" ausgeklammert wurde. Ich wollte nicht Meinungen kritisieren, ich wollte nur, dass die Leute, die EVE spielen mehr darauf eingehen und darüber erzählen (was Ben in seinem Artikel so schön angefangen hat).

Ich gebe zu, ich hänge gerne in "Kellerarchiven", aber ich spiele auch. (Ich stecke jetzt in Mist fest, aber nächstes Spiel ist schon geplant).
Ich glaube, jeder sucht in den Spielen, was ihm mehr am Herzen liegt, sich darüber zu streiten ist sinnlos. Ich bin ein Augenmensch (und Ohr auch). Mich stört einfach, wenn Computergrafik, oder Spieldesign oder wie es noch heißen mag (Look&Feel) Aspekt fast immer unter den Tisch fällt, obwohl er ein Hauptträger allen Inhalten des Spiels ist, glaube ich.

Ich persönlich unterscheide nicht zwischen Unterhaltung und Kunst. Ich kann nicht sagen, was primär und was sekundär ist.

Und es tut mir richtig leid, dass nur ein Drittel der Spieletwickler "artists" sind. Wenn es so weiter geht, dann bekommen wir nie so ein Computerspiel, das wir z. B. mit "Barbier von Sevilla" vergleichen können.

· 29. November 05 · 17:28
nic meint:
petra, bleib beim thema und vor allem sachlich
· 24. Januar 06 · 13:15

Kommentare sind für diesen Beitrag geschlossen.

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