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d-frag.de :: Fahrenheit

Fahrenheit

von mo · 30. September 05 ·

FahrenheitSie steht nur mit weißer Unterwäsche bekleidet in ihrem Appartement vor mir. Hinter den großen Fenstern erfriert gerade Manhattan, irgendwo 20 Stockwerke unter uns. Mauern aus Eis um ihre Single-Wohnung und ihr Single-Herz, denke ich, alles pflegeleicht single-kugelsicher. Ihr Gang – die Bewegung ihrer Hüften – haut mich um. Aus ihrem CD-Spieler klingt »Sandpaper Kisses« von Martina Topley-Bird, und das haut mich auch um. Ach Carla – denn das ist ihr Name, Carla Valenti – ach Carla, ich hätte gerne mehr über dich erfahren, doch ich muss die Menschheit retten. Wieder einmal. Diesmal mit Sensospielchen.

Woanders in New York. Die Wohnung von Lucas Kane ist genauso trostlos wie sein Bewohner: kahl, leer, ein einsamer Sandsack, ein paar Umzugskartons in den Ecken. Verwirrt und verzweifelt wacht er eines Morgens im blutverschmierten Bett auf, denn Lucas Kane hat einen Mord begangen und sich dabei seine Unterarme aufgeritzt. Warum, weiß er nicht. Außerdem hat er sich kürzlich von seiner Freundin getrennt (oder sie von ihm), und als sie ihre restlichen Sachen bei ihm abholt, blickt man ganz kurz in seine glücklicheren Zeiten.

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Woanders in New York. In Tylers Heim würde sich Quentin Tarantino wohlfühlen. Überzeichnete Klischees schlurfender Ghetto-Moves, greller Seventies-Poster, oranger Kugelsessel und Motown-Schallplatten. Whatever you do, do it cool. Doch so kühl ist Tyler nicht, dass ihm die Dame in seinem Bett (die in einer Verfilmung von Uma Thurman oder Juliette Lewis gespielt werden müsste) gleichgültig wäre. Samantha und er sind seit zwei Jahren zusammen und eigentlich glücklich. Eigentlich, weil ihr Privatleben viel zu kurz kommt, denn Tyler ist ein Cop und jagt zusammen mit Carla Valenti einen mysteriösen Mörder: Lucas Kane.

Über allen drei liegt die gedrückte Stimmung eines ungewöhnlich kalten New Yorker Winters, so wie über der Grafik von Fahrenheit ein Störungsfilter liegt – grobkörnig, verwaschen, gritty. Hätte sich David Cage in Fahrenheit ausschließlich auf seine Charaktere und deren Privatleben konzentriert, was für ein großartiges Werk wäre es! Die Wohnungen als Spiegel der Seele ihrer Bewohner. Die Zerbrechlichkeit der Protagonisten, ihre Einsamkeit selbst in zweisamen Siutationen. Die kleinen Dinge wie private E-Mails, Tylers Plattenspieler, Carlas angebrochene Pizza oder Lucas’ Gitarre. Alles lässt mich nach dem Abspann süchtig nach mehr verlangend zurück. Oder nein: ließe. Konjunktiv. So großartig Fahrenheit die Wege der drei Akteure miteinander verknüpft, ihr Innenleben fühlbar werden lässt, so elegant es die Perspektiven von Jägern und Gejagtem wechselt, so sehr hat es mich gleichzeitig genervt, geärgert und für völlig bescheuert erklärt – wie kein anderes Spiel der letzten Jahre.

Fahrenheit Fahrenheit Fahrenheit

Der bizarre Mord zu Beginn, gegen den Lucas und ich uns nicht wehren können, verspricht soviel. Einen Psychokrieg zwischen dem Spiel, seinen Protagonisten und mir. Oh, ich möchte dieses Spiel lieben. Doch dann wache ich in einem ganz anderen Psychokrieg auf. Sein Name lautet nicht Mystery Thriller, sondern Sensotastendrücken.

Fahrenheit zwingt den Spieler oft zu schnellen Reaktionen: während der Dialoge mit anderen Personen (schlicht, intuitiv, gut) und während diverser Actionsequenzen. Blau gelb rot grün rot blau rot grün meisterhaft choreografierte Kämpfe gelb rot grün grün Motion Blur Zeitlupe Effekte zum Verlieben gelb gelb rot blau gelb fantastisch komponierte Musik rüttel rüttel. Wie man sieht, sieht man nichts. Denn blinkende Farbkränze legen sich über die Szenerie, reißen mich erstens aus New York heraus, bereiten mir zweitens als stolzer Besitzer einer Links-Rechts-Schwäche einige Probleme und lassen mich drittens die parallel laufende Handlung im Hintergrund verpassen. Minutenlang! Als würde Francis Ford Coppola während einer Kinovorführung seines Apocalype Now im Clownskostüm vor der Leinwand herumhopsen, den Zuschauern mit diesen schrecklichen Leuchtarmbändern bewaffnet die Sicht nehmen und laut in die Menge brüllen: »Gebt mir ein gelb! Gebt mir ein doppelblau! Jetzt klatscht! N00bs! Marlon Brando kriegt ihr so nie zu sehen!«

Die zweite Variante der Actionsteuerung besteht darin, den Joystick das Pad oder die Tastatur so schnell wie möglich zu schänden. Winter Games in New York, der Temperatur angemessen. Am angeblich interaktiven Ablauf ändert sich nichts. Entweder schafft man eine Sequenz bis zum Ende oder eben nicht. (Viele Grüße von Dragon’s Lair und Space Ace aus den frühen Achtzigern. Been there, done that.) Viele dieser Sequenzen kann man übrigens – vielleicht wegen des schlechten Gewissens der Entwickler? – später als Bonus in Ruhe betrachten. Ganz selten funktioniert der Versuch sogar, den Spieler die Spielwelt physisch miterleben zu lassen: wenn man den Atem der klaustrophobischen Carla in engen Gängen beruhigen muss, zum Beispiel.

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Auch die von David Cage im Vorwort des Handbuchs angekündigte interaktive Geschichte ist so interaktiv nicht. Fast keine Handlung der beteiligten Personen hat größeren Einfluss auf den weiteren Spielverlauf. Natürlich ändern sich die Bilder von Lucas, Carla, Tyler und den anderen im Kopf des Spielers, doch das ist nicht der Verdienst des Spiels, sondern der menschlichen Einbildungskraft.

Am Ende von etwa neun Stunden Spielzeit stehen bloß drei verschiedene Epiloge – statisch, unveränderlich. Drei Epiloge einer anfangs wahnwitzig spannenden, später immer abstruser und unglaubwürdiger werdenen Geschichte um weltbeherrschende Geheimbünde, Esoteriktanten, geheime Militärlabors, auserwählte Kinder, lebende Tote, blutrünstige Maya-Rituale und (!) bösartige künstliche Intelligenzen, die schließlich in der bedingungslosen Versklavung der Menschheit endet – oder mit der Antwort auf alle, absolut alle Fragen des menschlichen Seins. So zielstrebig trudelt die Erzählung in den Abgrund, dass gegen Ende sogar die Glaubwürdigkeit der Charaktere mit völlig unmotiviertem Sex aufs Spiel gesetzt wird, der wie eine Parodie vorheriger erotischer Szenen wirkt.

Nein. Eine derartige Beleidigung des schöngeistigen Intellekts habe vielleicht ich verdient, nicht aber Fahrenheits Figuren. Wie kann man seinen eigenen Geschöpfen nur so in die Herzarterien stechen, Herr Cage?

Dabei ist die Oberfläche von Fahrenheit so schön, so schön. Nostalgisch flackernde und mit Kratzern übersähte Kinoästethik während der leider fast unspielbaren Rückblenden in Lucas’ Kindheit (schleichen, erwischt werden, von vorne anfangen), kunstvoll zusammengesetzte Splitscreens (wie schon im Woodstock-Film von 1969, Neugeborene nehmen gerne die TV-Serie 24 als Referenz), sehr gute englische Sprecher (einfach die verbrecherisch schlechten deutschen Sprecher ignorieren), Oscar-würdige Kompositionen von Angelo Badalamenti und die eines Tarantinofilms würdige Auswahl der einzelnen Songs.

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»Am Ende fühlt man sich wie ein blutig geprügelter Hund«, schreibt jetsetradio. Kalt wird Fahrenheit niemand lassen, ob aus Wut oder aus Liebe. Und das ist sehr wichtig in Zeiten gähnend langweiligen Mittelmaßes. Aber ich hätte gerne eine Fassung ohne Schnickschnack, die sich völlig auf die Charaktere konzentriert und auf das peinliche Story-Patchwork verzichtet. Von mir aus gerne zum doppelten Preis. Denn den wäre Fahrenheit dann wert.

Jens meint:
Kalt wird Fahrenheit niemand lassen, ob aus Wut oder aus Liebe

Ich habe bisher nur die Demo gespielt, und meine Wut über die unverschämt schlechte Kamera und die völlig vermurkste Steuerung hat bei mir jeden Ansatz von Wertschätzung für die spannende Szene zerstört. Und der Anfang soll ja schon mit das beste am Spiel sein... So schade!
· 30. September 05 · 15:17
suicide meint:
Mal ganz banal gesagt: Am Ende von Fahrenheit hatte ich Würgreiz. Kotzen tue ich nur bei noch schlechteren spielen. Aber Carla in Unterwäsche ist definitiv heiß, ganz heiß!
· 30. September 05 · 16:02
m.a. meint:
Also, ich weiß nich ... entweder ich bin ein überragender Spieler (was ich in meinem Alter eigentlich nicht mehr glaube) oder ihr seid alle Pussies. Die "unspielbaren" Rückblenden waren problemlos spielbar (einmal erwischt worden, shit happens).

Die Sensospielchen waren nicht besonders anstrengend und in den allermeisten Teilen auch nicht so kompliziert, als daß man von dem dahinter ablaufenden Film nichts mehr mitbekommen könnte.

Und was die übertriebene Story angeht - ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber ich hab auch Akte X gekuckt ohne jedes mal zu hinterfragen "Herrjeh, geht denn das? Ist das denn überhaupt realistisch?"
· 30. September 05 · 17:23
mo [d-frag.de] meint:
Ich hätte das Spiel beinahe komplett abgebrochen, weil ich sieben- achtmal an so einer Rüttelstelle (Sturm in Lucas' Wohnung) scheiterte. Ich konnte so etwas nie und will es auch nie können.

Am Erstaunlichsten finde ich, wie weit die Meinungen zu diesem Spiel auseinanderliegen. Böseste Verrisse von SpielerEins und suicide, hämischer Kommentar von Richard, Liebeserklärungen von Nasreddin und jetsetradio.
· 30. September 05 · 20:08
jetsetradio meint:
Mo, du bewertest die Actionszenen völlig über. Ich hab keine Ahnung welch Grobmotoriker du bist, aber ich hatte auf normalem Schwierigkeitsgrad _überhaupt_ keine Probleme. Die Actionszenen hab ich immer beim ersten Mal geschafft (und ich bezeichne mich sicher nicht als Profi), das Spiel is in der Beziehung ja wahnsinnig fair. Du hast verdammt viel Zeit um den Stick (auf Konsole) in die richtige Richtung zu drücken, kannst dir kleinere Patzer erlauben und musst bei zwei gleichzeitig aufleuchtenden Symbolen die Kombinationen nicht mal synchron ausführen. Und die von dir angesprochenen Sensospielchen während der laufenden Storysequenzen laufen ja absolut langsam ab, sodass jede Omi mitkommt... da kann man ja nebenbei noch locker die Zwischensequenz betrachten. Wir brauchen hier übers Gameplay nicht viel zu reden. Klar, es zählt nicht viel in Fahrenheit, es hat Fehler (die Schleichpassagen), aber diese ganzen Spielchen sind für mich toll integriert worden in den "interaktiven Film", sie passen fast immer zur Szene und beziehen, wie ich schon mal gesagt hab, den Spieler mehr mit ein als das jedes andere vergleichbare Spiel je gemacht hat.

Und diejenigen die Fahrenheit stark kritisieren, die gewichten meiner Meinung nach zu sehr Kleinigkeiten und vergessen das Gesamtwerk bzw. den Großteil des Spiels. Klar, die Schleichereien waren sinnlos, das Gameplay ist fast nicht vorhanden und die letzten 2 Stunden des Spiels sind für die Tonne... aber das is mir doch alles schnurz, wenn ich sehe welche Akzente dieses Spiel gesetzt hat und welche Emotionen es in mir hervorgerufen hat. Ich seh da wenig Konkurrenz, in letzter Zeit sowieso nicht. Aber es stimmt natürlich, dass das Ende einiges verhaut, aber das sind 2 Stunden denen 7 tolle gegenüberstehen. Schade natürlich, dass Fahrenheit es vergessen hat mit nem glaubwürdigen und wirklich traurigen Ende das i Tüpfelchen zu setzen, denn dann hätt ich wohl schon einen Altar errichtet.

Und Liebeserklarüng würd ich nich sagen. Grad Nas hat sich gegenüber mir eigentlich eher negativ zu Fahrenheit geäußert, wohl auch wegen dem miesen Ende. Mir persönlich ists bei nem Spiel aber einfach wichtig, dass es mir was Neues bietet und mich emotional berührt, dann kann der Rest noch so beschissen sein. Aber es denken wohl nur wenige so... der Großteil hängt sich wohl lieber an schnurlosen Telefonen auf und durchforstet ein Spiel nach Fehlern. Anyway.
· 1. Oktober 05 · 00:00
Jan meint:
Irgendwie werd ich aus eurem Fazit nicht schlau.
· 1. Oktober 05 · 01:42
mo [d-frag.de] meint:
Herr m.a., der Unterschied zwischen Akte X und Fahrenheit ist Gillian Anderson :-)

Jan, ich werde aus meinem eigenen Fazit selber nicht schlau. Fahrenheits adäquate Rezension übersteigt meine bescheidenen Fähigkeiten womöglich. (Und – Achtung Seitenhieb Richtung Spielepresse – es lässt sich natürlich überhaupt nicht mit Punkten oder Prozenten bewerten. Völlig absurd. Völlig absurd.)

jetsetradio, hätte ich keine grobmotorischen (ich bin 10 Jahre älter als du, also fast Rentner!) Schwierigkeiten gehabt, hätte ich die auch nicht beschrieben. Die hatte ich vor allem bei den Rüttelaufgaben, weniger bei den Farbspielen. Gerade als Spiel für »Gelegenheitsspieler« (David Cage) oder »Pussies« (Herr m.a.) halte ich Fahrenheit für ungeeignet. But anyway… Ich möchte aus meinem schneeverwehten blassgrauen New York einfach nicht durch bunte Farbkränzchen in der Optik herausgerissen werden. Ob ich die meistere oder nicht. Ja, ich kann verstehen, dass diese Aktionen für dich das »physische Erleben« der Spielwelt erhöhen, für mich haben sie leider das Gegenteil bewirkt.

Außerdem hoffe ich sehr, dass mein Text nicht als Korinthenkackerei oder als kleinliche Suche nach kleinen Fehlern verstanden wird. Das war nicht mein Anliegen. Mich nerven bei potentiell guten Spielen (Romanen, Filmen) eben Ungereimtheiten viel mehr als bei sowieso schon trashigem Bad-Taste-Müll.

(»Liebeserklärung« sage ich trotzdem. Schönes Wort für schöne Texte. Basta.)
· 2. Oktober 05 · 01:34
jetsetradio meint:
Also ne... Korinthenkackerei würd ich nich sagen. Das bezog ich fast eher auf Spielerzwei. Aber das Natura der Spieler liegt ja wohl sowieso im Auseinandernehmen eines Spiels. Wir sehen eher das Gesamtwerk... und ihr macht irgendwas dazwischen. Wär ja auch langweilig, wenn alle das selbe tun würden.

Und dass du leicht grobmotorisch unterwegs bist, hab ich mir schon gedacht. Ich mein aber mal, dass selbst ein Grobmotoriker keine ärgeren Probleme mit den Spielchen von Fahrenheit haben sollte, denn dafür sind sie, wie beschrieben, meiner Meinung nach viel zu fair und viel zu nachsichtig.

Was ich aber überhaupt nicht verstehe, ist, warum Fahrenheit für Gelegenheitsspieler ungeeignet sein soll. Klar du beziehst dich auf die deiner Meinung nach ach so schweren Actionsequenzen, aber ich glaub grad ein Gelegenheitsspieler könnt von Fahrenheit angefixt werden, weil er einen Film erleben kann und zwischendurch bei den (meist) selbsterklärende Spielchen rumtüfteln kann. Ich glaub da könnte man das Pad glatt einem Rentner in die Hand drücken... ja, einem richtigen (!) Rentner. Einer der selbst schon zu alt ist um Texte über Videospiele zu schreiben...
· 2. Oktober 05 · 10:20
m.a. meint:
Wir können ja mal die Gegenprobe machen ... Frau I. und ich müssen das Spiel sowieso ein zweites mal durchspielen um die notwendigen Punkte zu bekommen, auch den Rest des Bonusmaterials freizuschalten.

Ich werde also Frau I. den Controller in die Hand drücken und kucken, was dabei passiert. Sie spielt zwar Videogames, aber wenn man im Lexikon unter "Casual Gamer" nachkucken würde, würde da wohl ein Bild von ihr stehen.
· 2. Oktober 05 · 10:40
Zyme meint:
Mich nerven bei potentiell guten Spielen (Romanen, Filmen) eben Ungereimtheiten viel mehr als bei sowieso schon trashigem Bad-Taste-Müll.

beim spielen von beyond good & evil auf dem pc habe ich beispielsweise gern über die zum teil massiven kameraprobleme, die durchaus mit denen in fahrenheit vergleichbar sind, hinweggesehen, weil es eben auch im grunde das einzige problem in dem ansonsten absolut beeindruckenden spiel darstellt.

da sich fahrenheit jedoch insbesondere über die detaillierte beschreibung der charaktere bzw. seine atmosphäre definiert und als interaktiver film angesehen werden möchte, wirken die unzulänglichkeiten des spiels auf mich umso stärker – schließlich habe ich bisher noch keinen ambitionierten film gesehen, in dem die protagonisten bevorzugt gegen wände und einrichtungsgegenstände laufen.

die "sensospielchen" habe ich mühelos absolviert – das eigentliche problem jener reaktionstests besteht für mich jedoch darin, dass sie in den emotionalen momenten dazu beitragen können, die kraftanstrengungen des protagonisten physisch und auch psychisch mitzuerleben, während es allerdings genauso passieren kann, dass man als spieler während der actionsequenzen völlig aus der eigentlichen atmosphäre von fahrenheit gerissen wird. wenn man sich z.B. dafür entscheidet, den kleinen jungen zu retten, hat man die chance, einen der aus meiner sicht intensivsten, faszinierendsten momente in einem videospiel mitzuerleben, während der kampf mit dem orakel auch eine szene aus irgendeinem viertklassigen hollywood-blockbuster sein könnte.

das eigentliche manko stellt für mich jedoch ebenso die story dar, welche im letzten drittel extrem in richtung fantasy abdriftet. es geht dabei nicht um die frage, ob dies nun realistisch ist oder nicht – der punkt ist, dass jene story-wendungen innerhalb des spiels völlig unglaubwürdig wirken. während des spielens hatte ich parallelen zu hervorragenden filmen wie mulholland drive und sieben gesehen und nahm an, dass beispielsweise der extreme schneefall und die kälte ausschließlich als symbole für die fiktiven geschehnisse bzw. für die beziehungen zwischen den charakteren anzusehen sind; die tatsache, dass gegen ende des spiels eine quasi logische erklärung dafür gegeben wird, hat mich massiv gestört.

Hätte sich David Cage in Fahrenheit ausschließlich auf seine Charaktere und deren Privatleben konzentriert, was für ein großartiges Werk wäre es!

ich denke ebenso, dass sich die designer und entwickler von fahrenheit besser auf das hätten konzentrieren sollen, was dieses spiel im wesentlichen ausmacht. dann wäre es nämlich das interaktive drama, dass sich wohl die meisten spieler erhofft hatten – ein intelligentes, vielschichtiges, emotionales spiel, dass vergleichbaren filmen oder büchern in nichts nachsteht.
· 2. Oktober 05 · 11:01
chris [d-frag.de] meint:
Die Kamerasteuerung fand ich nicht annähernd so nervig wie in Beyond Good and Evil. Meine Güte, die eine Hüpfstelle da, wo man während des Rennens ins Schlachthaus kommen musste. Scheiße. Ansonsten natürlich ein Spitzen-Spiel.

Story: Nicht annähernd so schlimm wie in Baphomets Fluch 3. Was müssen die Jungs von Revolution für Drogen genommen haben, um die Tempelritter mit chinesischen Mythologien, ziemlich seltsamen Science-Fiction-Zeugs und zu guter Letzt noch der Artus-Sage inklusive Excalibur in einen Topf zu schmeißen. DA wurde mir richtig übel und dagegen ist die Story in Fahrenheit eigentlich noch ne Wohltat, zumindest über zwei Drittel in sich stimmig.

Unglaubwürdig wirds vor allem durch Lucas. Der Tatsache, dass er nach der bösen Falle des Orakels eigentlich *pieeep* ist, wird in den anschließenden Szenen keinerlei Rechnung getragen. Am Schluss schon gar nicht. Und deshalb wirkt die Sexszene auch so überaus seltsam.

Actionszenen: Hängt für mich extrem vom Eingabegerät ab. Hab mich mit meinem Luxus-Drahtlos-Gamepad in den Fernsehsessel gesetzt und endlos Spaß gehabt an dem Spiel. Dann testweise mal mit Tastatur probiert. Da komm ich aber in den Flow überhaupt nicht rein.

Bei mir hat der Spaß exakt an der Stelle nachgelassen, als mir klar wurde, dass ich in diesen Szenen eigentlich machen kann, was ich will. Dass da im Hintergrund ein Film abläuft, auf dessen Verlauf ich exakt null Einfluss habe. Entweder schaff ichs oder ich schaffs nicht und starte dann halt nochmal. Szenen, in denen das mal anders ist, gibts zwar, die sind aber Mangelware.

Trotzdem konnte ich mich mit den Szenen anfreunden, weil ein konstruierter Zusammenhang zwischen den eigenen Moves und der Handlung ja da ist: Ich drücke doppel-rot (also aufwärts), Lucas springt, ich drücke links-rechts, Lucas weicht aus. Richtig schön wärs, wenn die Aktionen auch schiefgehen würden entsprechend des von mir falsch gedrückten Knopfes. Dann könnte diese Art der indirekten Steuerung vielleicht auf Dauer funktionieren.

Letzten Endes ist Fahrenheit für mich trotzdem ein absolutes Spielehighlight. Trotz all der Schwächen, die ich zwar sehe, die mich aber nicht sonderlich jucken. Einfach weil Fahrenheit mehr als jedes andere Spiel in letzter Zeit genau in die Richtung geht, in der ich persönlich Videospiele haben möchte. Es gibt da derzeit einfach nichts Vergleichbares.
· 2. Oktober 05 · 19:33
Marcos meint:
Hallo m.a. ,

wenn du den Abspann komplett durchlaufen lassen lässt, dann bekommst du noch "reichlich" Bonuspunkte. Zumindest haben die bei mir mit den vorhandenen gereicht, um alle Bonusobjekte freizuschalten...

· 3. Oktober 05 · 15:12
vandango meint:
Ein Spiel in dem die Charaktere, die Story und überhaupt das ganze Feeling einer Thrillermovies in Scene gesetzt wird, wo haben wird das heute ... eigentlich nur in Fahrenheit
· 5. Oktober 05 · 01:48
herr undeutlich meint:
Doch, in Max Payne (nur Teil 1) kam auch solch' eine Stimmugn auf!
· 7. Oktober 05 · 19:22
alcyon [d-frag.de] meint:
Lieber herr undeutlich,

dem wage ich konsequent zu widersprechen, bei Max Payne 1 kam meiner Meinung nach aufgrund des behämmerten Gameplays und der bösen Designtotsünden gar nix auf. Der letzte noch übrig gebliebene Anflug athmosphärischen Wirkens wurde dann noch leider durch die absolut vage gelassene und damit schwierige Behandlung des Selbstjustizelements torpediert.
Max Payne wird bei solchen Diskussionen gerne einmal herangezogen, aber ich glaube, seinen Status erreichte es nur durch die düftige Überzeichnung und die Ermangelung von wirklichen Neuzeit-Alternativen im Bereich des gepflegten Storytellings. Denn das eigentliche Niveau des Plots liegt genauer betrachtet irgendwo zwischen B-Movie-Grabbelecke und jämmerlichen David-Lynch-Anleihen.

Aber das ist nur meine Meinung dazu! ;-)
· 7. Oktober 05 · 20:02
Fred meint:
Fahrenheit setzt schon auf nette Features und die Effekte sind schon eine Klasse für sich! Steurung ist zwar etwas gewöhnungsbedürftig aber auf Stufe Leicht sollten sogar Grobmotoriker es schaffen...
Während der Anfang wirklich grandios ist, und die Spannung und das Niveau sich auf einem hohen Niveau halten kann, ebbt sie ab dem Zeitpunkt der Entlarvung vom Täter kontinuierlich ins Bodenlose.
Das erscheinen der cyborgsähnlichen, möchtegern außerirdischen, gelben irgendwas Kreatur ist hingegen völlig aus dem Zusammenhang gegriffen -im Gegensatz zu den Unsichtbaren, die ja doch ziemlich oft anzutreffen sind. Am Ende kommt das nochmal der Showdown, wo die nekrophile Ader eines jeden Teenagers befriedigt werden soll, und der Spieler sich fragt, "HÄ? was soll das denn nun...egal: mann! sieht die hammer aus..vielelciht gibts ja noch mehr im Bonusmaterial von Ihr zu sehen.. vielleicht auch von meiner geliebten EX, mit der ich von 3 Nächten rumgemacht habe, aber die mittlerweile auch tod ist..schade drumm."

Ich hab das Spiel an zwei Abenden durchgespielt und dann noch schnell die drei anden Eqpiloges angeschaut, bevor ich mich ans Bonuspunkte einlösen gemacht habe... (ich hatte alles aktiviert und hatte noch 200 Punkte über... vielleicht gibts ja noch versteckte freispeilbare Gimmicks, schaun wir mal)

Insgesamt doch sehr gelungen, wenn man mal vom letzten Drittel absieht. Der bekannte matrix Stil in Actionszenen gefällt mir übrigens gut, genauso wie einige lustige Kommentare der Protagonisten.
und da ja ein weiteres Chromakind gerade heranreift wirds bestimmt ne Fortsetzung geben. (vielleicht war das ja das sagenumwogene Geheimnis des Indigo-Kindes...das das wahre Kind erst in 9 Monaten geboren wird..)
· 9. Oktober 05 · 16:48
Snake meint:
Hallo Gemeinde

Schade das ich Carla wohl nie in ihrer Unterwäsche kann sehen werden, da auch mir die "Sensospielchen" völlig gegen den Strich gehen. Es macht mit einem Laptop nunmal überhaupt keinen Spass mit Cursortasten und Ziffernblock gleichzeitig zu spielen.
Zudem da man (ich zumindest) bei einem solchen Spiel relaxt zurückgelehnt unterhalten werden will. Ich möchte die Story geniessen, in eine andere Welt entfliehen sowas eben. Da ist mir die körperliche Anstrengung der Akteure völlig wurscht. Und wenn ich "rechts-links" Spielchen machen will hole ich meinen 64er heraus und spiele Summer Games. :-)
Das ewige hin und her gespringe zwischen Tastatursteuerung und Maus, nur um einem kleinen roten Punkt zu folgen bei dem der Autor meint ich müsste die Bewegung der Akteure spüren, ist IMHO völig daneben und hat in einem solchen Spiel nichts aber auch garnichts zu suchen. Wirklich schade drum.
Naja, ich werde der Sache noch eine zweite Chanse geben und mich am Wochenende nochmal daranmachen da ich mich zu sehr auf die Story freue. Als fazit bleibt für mich... gewagter mutiger Versuch zuviel zusammen zu mixen aber leider fehlgeschlagen. Still Live bleibt der Spitzenreiter. So macht man das. Ich liebe meine Victoria. .-)
· 25. Oktober 05 · 09:05
m.a. meint:
Still Life war ein großartiges Spiel, bis auf das vollkommen bescheuerte "Wir verraten gar nix, und ne echte Auflösung gibt's auch nicht!" Ende. Das hat mich (und Frau I.) damals sehr geärgert.

Das Problem mit Fahrenheit dürfte vielmehr sein, daß ihr das alle unbedingt auf Geräten spielen wollt für die es nicht konzipiert war. Das ganze Ding ist auf das Spielen mit Joypad ausgelegt, also auf Konsole. Kein Wunder, daß da nur Klumbatsch rauskommt, wenn ihr es unbedingt auf PC mit Tastatur und Maus spielen wollt. Es ist doch nix neues, daß Konsolen-Games nur überaus halbherzig auf PCs umgesetzt werden (erinnert sich noch jemand an Final Fantasy auf PC?)
· 25. Oktober 05 · 13:13
mo [d-frag.de] meint:
Gibt es ein Gesetz gegen Gamepads am PC?
· 25. Oktober 05 · 15:06
m.a. meint:
Nein, aber scheinbar ein Gesetz, daß man sie nicht einsetzen darf. Oder warum lese ich immer wieder was von wegen "Die Steuerung mit Maus und Tastatur" ?
· 25. Oktober 05 · 17:37
chris [d-frag.de] meint:
Ganz einfach weil die Gamepadbesitzer (auch am PC) weit weniger Grund haben, sich zu beschweren. Gleiches Phänomen wie die Heulthreads in den Foren diverser Onlinerollenspiele - wer zufrieden spielt, kommentiert da nicht, weshalb die Threads immer so aussehen, als wären neunzig Prozent der Leute mit dem Spiel unzufrieden.

Trotzdem sollte natürlich ein Spiel, das für den PC erscheint, mit den beiden Standardeingabegerätes des PCs halbwegs vernünftig zu bedienen sein.
· 26. Oktober 05 · 02:10
dieKuh meint:
also ich finde das spiel super. hat viel spass gemacht es durch zu spielen.
was ich schade fand ist, dass es sehr kurz war (nicht ganz 4 1/2 stunden)

die steuerung ist okay.

nur der schluss hat mir nicht gefallen :-)
· 26. Oktober 05 · 21:49
Khesrau meint:
Der Schluss hat nichtmal David Cage selber gefallen. Next time wirds besser...
· 27. Oktober 05 · 00:50
HiHa meint:
Das spiel ist auch nix für den normalen Durchschnittsbürger!!

Ich lobe die Idee und die Story , wer natürlich ein Fingerlegastenier ist sollte sich ein anderes Hobby suchen!

Das Ende ist schlechthin einfach nur schlecht , die sozusagenen Endgener sind ein Witz!!(muhahahahaha) (und ich hab jeden schwirigkeitsgrad durch)
Die Steurung ist mal was neues...

schlußwort: ich hoffe auf ein 2 Teil da das Ende offen ist!

Gruß und schönes WE Burner HiHa
· 4. November 05 · 16:34
Snake meint:
Da auch ich kein Gesetz gegen Gamepads am PC kenne habe ich mir son Dingen besorgt. Kostet ja hier so gut wie nix.
Und siehe da... das Spiel spielt sich so locker flockig weg und die Steuerung macht sogar Spass. Ergo muss ich meine Meinung grundlegend ändern. Mir hat die Story gefallen, war zwar nicht der Überreisser aber war wirklich ok.
Also nach dem ersten enttäuschten Eindruck nun ein grosses Lob von mir. Weitermachen...
· 7. November 05 · 06:20
Changer meint:
Ich hab es gestern zuende gezockt und finde nicht das es ein schlechtes Ende hat. Finde es nicht ausführlich genug. Man hätte da den weiteren werdegang von den gesamten (noch lebenden) Hauptcharakteren nochmal Erläutern können(Was ist aus Tyyler geworden). Mich hat das Spiel überzeugt obwohl auch ich die Tastenspiele während den Dialogen schwachsinnig fand. Man hat die eh geschafft und es hat einfach nur gestört. Hätte mich da lieber viel mehr auf den Dialog konzentriert. Was ich gut fand ist diese Szenen aus dem Privatleben, die nichts mit der eigentlichen Handlung zu tun hatten.

Alles in allem sehe ich das ganze nicht so sehr als Spiel. Es ist eigentlich mehr ein Film in den man mit einbezogen wird und dazu muss ich sagen das ich noch nie einen Film so intensiv geguckt habe.

Hab vor langer Zeit mal ein Buch gelesen das so ähnlich aufgebaut war. je nachdem wie du dich entscheidest musst du auf einer anderen Seite weiterlesen. Das finde ich so ähnlich.

Ich hätte auf jeden Fall gerne mehr solcher Spiele.

bin nicht so der große Zocker und spiele auch die meisten Spiele nicht durch aber sowas hier auf jeden Fall
· 11. Januar 06 · 16:55
mo [d-frag.de] meint:
Changer, über diese Bücher haben wir vor kurzem sogar geschrieben.
· 11. Januar 06 · 17:09
Carlos meint:
hab gerade fahrenheit durchgezockt und muss sagen, dass mich seit sehr sehr sehr langer zeit kein spiel so an den bildschirm gefesselt hat. ok, die steuerung ist nicht gerade toll, aber das ist ja auch beim rumlaufen nicht so wichtig. und in diesen actionszenen, wo man immer die analogsticks in die angezeigte richtung drücken muss, ist die steuerung mehr als fair.
die charakter fand ich gut ausgearbeitet, die interaktiven möglichkeiten in den levels (pinkeln, duschen, essen und was weiß ich nicht alles) super und die story auch ganz gut. ok, zum ende zu wirds wirklich ein bisscen abgehoben. aber was solls?
fahrenheit ist endlich mal wieder ein wirklich innovatives game und darauf kommts auch an.
· 18. Februar 06 · 15:17

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