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d-frag.de :: Real Lives 2004

Real Lives 2004

von mo · 20. Juni 05 ·

Real Lives 2004Mein Name ist Fatima Younis Ahmed. Ich bin 18 Jahre alt und lebe mit neun Geschwistern zusammen in der Nähe von Jawhar, Somalia. Meine Mutter starb im Alter von 45, mein Vater mit 47 Jahren. Seit meinem 14. Lebensjahr gehe ich arbeiten. Natürlich habe ich keinen Schulabschluss, aber ich kann lesen und schreiben. In Somalia können das nur 14 Prozent der weiblichen Bevölkerung. Wie die meisten meiner Geschwister leide ich an Kropfbildung, Malaria und Unterernährung. Ich bin nur eine virtuelle Person, aber ich bin real. Realer, als ihr vor euren Monitoren in euren schönen Wohnungen wahr haben wollt.

Real Lives 2004Real Lives 2004 ist kein Spiel im engeren Sinne, sondern eine Lebenssimulation. Nicht geschönt und vorstädterisch oberflächlich wie Die Sims, nicht knuffig wie Harvest Moon und schon gar nicht grafisch ansprechend. Nicht unterhaltend. Soll es auch nicht. Laut Entwickler Educational Simulations richtet sich Real Lives vor allem an Schulen, Lehrer und deren Schüler. Unmengen statistischer Daten der UNO, Amnesty International oder der Encyclopedia Britannica erzeugen ein typisches Leben in einer beliebigen Region der Erde. Zufällig erzeugt oder auf Wunsch genau definiert.

Real Lives 2004In nur einer Stunde Spielzeit – nein, Unterricht – habe ich mehr über Fatima gelernt als durch die endlose Dummschwafelei eines Peter Scholl-Latour. Das ist die Stärke von Real Lives: ich sehe keine Dokumentation zur Lage in Somalia. Keine Interviews mit Fatima. Lese keine Biografie. Konsumiere ihr Leben nicht passiv. Denn ich durchlebe ihr Leben. Und das geht mir, dem anderen Ich da vor dem Bildschirm, stellenweise sehr nahe. Wenn zum Beispiel mein zweijähriger Bruder stirbt. Einfach so. Mit einem Klick vergeht wieder ein Jahr, ein neuer Bruder wird geboren, der Bürgerkrieg tobt seit 1977, mir (dem anderen mir) unvorstellbare Statistiken werden beiläufig erwähnt, wieder ein Malariaanfall, mein Schwager wird erschossen, so ist das Leben. Ich kann mein Essen nicht mehr bezahlen. Müll aufsammeln und verkaufen darf ich nicht, weil ich eine Frau bin.

Real Lives 2004Die Probleme von Anna aus Stuttgart sind da ganz anders: ewig Stress mit Jungs, die Qual der Wahl beim Totschlagen ihrer Freizeit, hin und wieder mit einer hübschen Depression zum Psychologen rennen. Eigene Wohnung mit 20, vielleicht Studium oder doch lieber einen Job. Nach dem zehnten Boyfriend einfach mal heiraten, Kinder großziehen und sich ein bisschen vor Krebs fürchten. So habe ich Annas Leben erwartet, und das meine ich nicht zynisch. Doch dann überrascht mich Real Lives selbst in Annas simulierten Leben:

The government in Germany is sending political refugees back to their home country even though they face death or torture there. What will you do?
• Expose this violation, understanding the grave risk.
• Try to help as I can without taking undue risk.
• Just focus on my own life and hope that things will improve.
• Support the government, right or wrong.

In typisch europäischer Manier war ich arrogant genug, an Menschenrechtskonflikte im eigenen Land nicht einmal zu denken. Solche Dämpfer und Denkanstösse treten in jedem simulierten Leben auf, ganz gleich, wo auf der Erde es sich abspielt.

Nein, Spielspaß im Wortsinne hat Real Lives nicht zu bieten. In die ersten 14 Lebensjahre kann man kaum eingreifen (wie im echten Leben eben), später beschränkt sich die Interaktion auf einige wenige wichtige Lebensentscheidungen. Statt eines alltäglichen Lebensablaufs wird ein Gesamtbild vermittelt, gespickt mit statistischen Daten, Infos und Fakten zur Region. Ob Anwalt in den USA, Bauer in China, Arzt in Australien oder Bauarbeiter in Chile – die Karrieren und Schicksale werden spröde, aber akkurat nachgezeichnet. Ja, auch so können Computer»spiele« sein.

Real Lives 2004 darf ohne Zeitlimit kostenlos getestet werden. Educational Simulations die 25 Dollar Kaufpreis zu bezahlen ist aber keine schlechte Idee, glaube ich.

Hendrik meint:
Danke für diesen "Tipp". Ich finde das irre interessant und werde es heute Abend mal ausprobieren.
· 20. Juni 05 · 11:35
Khesrau meint:
Interessantes "Spiel". Werde ich mir mal wohl anschauen...
· 20. Juni 05 · 13:03
cmi meint:
danke für den tipp. klingt verdammt interessant. was genau ist der unterschied zwischen der demo und der registrierten version? gibt es einen?
· 20. Juni 05 · 16:23
cmi meint:
ergänzung:

im text steht "Real Lives 2004 darf ohne Zeitlimit kostenlos getestet werden." - auf der seite steht "You can download a free 14-day trial of Real Lives from our downloads page."

das ist wohl der unterschied zwischen vollversion und demo ;)
· 20. Juni 05 · 16:46
mo [d-frag.de] meint:
Technischer Unterschied: Weltkarte kann gezoomt werden.
Ideeller Unterschied: 10 Prozent der Kaufpreises werden an gemeinnützige Organisationen weitergeleitet.
Moralischer Unterschied: die Programmierer haben für die Simulation unglaublich viele Daten gesammelt und wären für die anderen 90 Prozent sicher dankbar.

@cmi: Das ist wohl ein altes Bild auf deren Website, im unregistrierten Spiel selbst erscheint keine solche Meldung mehr, lediglich ein Splashscreen mit kleiner Zeitverzögerung.
· 20. Juni 05 · 16:49
cmi meint:
mo: den text habe ich aus der seite, aber wie dem auch sei. moralisch hast du natürlich recht. ich unterstütze gern auch kostenfreie sachen, die lediglich ein "donate" oder ähnliches bieten. die frage bezog sich nur auf eventuelle einschränkungen im "gameplay", die damit ja geklärt wäre :)
· 20. Juni 05 · 16:55
Micha meint:
Hmm, toller Text, sehr interessantes "Spiel" - nur leider ist der Download scheinbar kaputt, wollts mir grad mal ziehen zum probespielen.
· 20. Juni 05 · 22:31
zuqbu meint:
spannendes konzept, wollte es mir auch ziehen – aber windows only, schade :(
· 21. Juni 05 · 11:21
Nicola meint:
hm, ich finde eigentlich nicht, dass es uns viel zu gut geht. Eher einem großen Teil viel zu schlecht.
· 21. Juni 05 · 23:54
tröööt meint:
Liebste Nicola, deine Aussage ist echt eifnach nur dumm.. Uns geht es schlecht? Keiner muss hier in Deutschland vor Hunger sterben, keiner muss auf TV verzichten und nur die allerwenigsten auf soetwas vollkommenm überflüssiges wie den PC. Wir haben gut ausgebildete Ärzte, fahren alle Autos. Wohingegen, dank dem immensen hiesigen Rohstoffverbrauches, die Leute in z.B. Somalia einfach nur scheiße leben.
Wo ist der Unterschied zwischen dir und o.g. Fatima? Wieso kansnt du ein so schönes Leben führe, und Fatima muss vor sich hinsiechen? Das liegt alles nur an dem Ort der Geburt...
· 22. Juni 05 · 13:21
cmi meint:
tröööt: hast du zufälligerweise auch den zweiten satz von nicola gelesen?
· 22. Juni 05 · 13:36
chris [d-frag.de] meint:
@tröööt: "Uns geht es schlecht? "

Ich denke, Nicola meinte in ihrem zweiten Satz einen großen Teil der Weltbevölkerung. Nicht einen großen Teil der europäischen oder gar deutschen Bevölkerung.

tröööt: "Wohingegen, dank dem immensen hiesigen Rohstoffverbrauches, die Leute in z.B. Somalia einfach nur scheiße leben."

Ist das so?

Für die Lage in Somalia gibt es viele Gründe. Spätfolgen der Kolonialzeit, Bürgerkrieg, die Aufspaltung des Landes 1991, die gescheiterte UN-Operation zur Sicherung der Nahrungsversorgung 1992. Wegen der politisch unsicheren Lage sind auch heute nur wenige Hilfsorganisationen in Somalia tätig.

Daneben ist Somalia auch ein sehr rohstoffarmes Land, klar. Das ist es aber von Natur aus, nicht weil die bösen Industrieländer ihnen alles wegexportieren würden. Damit will ich nicht sagen, dass die Industrienationen dort nicht viel mehr helfen könnten, als sie aktuell tun, aber einen direkten Zusammenhang zwischen unserem Rohstoffverbrauch und der Armut in Somalia sehe ich nicht.

Und zu deinem ersten Satz: Wir bevorzugen bei Diskussionen hier eine sachlichere Ebene.
· 22. Juni 05 · 15:35
Link meint:
http://www.educationalsimulations.com/downloads/Lives.exe
· 26. Juni 05 · 11:58

Kommentare sind für diesen Beitrag geschlossen.

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