Auf die Hinterbank von d-frag gekritzelt:
Ich bin immer wieder staunend durch die Schulwelten von Skool Daze und Teacher Busters gelaufen. Der »Science Teacher« aus Skool Daze sah tatsächlich aus wie mein damaliger Biolehrer. Und für Teacher Busters hatte ich extra eine Datei mit den Namen aller Lehrer meiner Schule angelegt. Dass es bei diesem Spiel um das Töten von Lehrern geht, hat mir gefallen, mich aber weder schockiert noch besonders interessiert.
In den meisten Spielen bin ich nicht ich selbst, sondern schlüpfe in eine Figur. Ich identifiziere mich nicht, ich übernehme. Beim Spielen weiß ich nämlich noch, dass ich nicht der Held bin. Ich bin kein US-Marine, kein Zombietöter, aber ich kann ihn spielen. Ich bin die Person, die meinen Namen trägt – nicht Gordon Freeman.
Die beiden Spiele sind mir wichtig, weil sie zu den wenigen Spielen gehörten, die sich »echter« anfühlten als andere. Hier war ich der Held, denn die Figur trug meinen Namen und begegnete Leuten aus meinem Alltag.
Die Autoren gingen davon aus, Spielen sei eine Sache von Schülern. Das war wohl tatsächlich so in den 80ern. Nun, heute bin ich der Großvater Lehrer. Was soll ich heute am Emulator spielen?
Als Skool Daze und Teacher Busters auf meinem C64 liefen, hatte ich noch keine Ahnung davon, was ein MMORPG ist. Und natürlich sind diese Spiele weder M, noch M, nicht O und auch nicht RPG, aber wenn ich heute mit Freunden online spiele, dann ist es wieder da: das Gefühl, dass die Figuren auf dem Bildschirm mehr sind als pixelige NPCs.
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