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d-frag.de :: Darwinia

Darwinia

von mo · 16. April 05 ·

DarwiniaLassen wir das mit den Genres und Gattungen gleich sein. Darwinia setzt unzählige kleine und große Splitter vieler Gattungen zu einem halluzinogenen Werk neu zusammen. Was es nicht gerade einfacher macht, über das Spiel zu schreiben: zoomt man zu sehr in die Details, übersieht man die Schlichtheit der Oberfläche. Surft man zu lange auf Ästhetik und Style, verpasst man die Tiefen.

Die Welt Darwinias ist ein digitales Disneyland, erschaffen von Dr. Sepulveda. Mitten in diesem retro-futuristischen Kosmos leben seine Darwinianer – künstliche Lebensformen, optisch kaum mehr als Strichmännchen – friedlich und behütet. Bis die Viren kommen.

Darwinia-ScreenshotGegen die Viren benötigen Dr. Sepulveda und vor allem die Darwinianer Hilfe. Natürlich bekommen sie die: ganz im Stile von Syndicate oder Cannon Fodder dirigiert man eine Kampftruppe durch die Landschaft, linksklickt Lasersalven wider den Feind oder rechtsklickt Granaten, Raketen und Markierungen für Luftangriffe, die von einer Schwadron Space Invader ausgeführt werden. Alte Sackgesichter an der Maus werden nach einer besseren automatischen Wegfindung schreien, doch Introversion Software war weise genug, in Referenz an die Vorbilder darauf zu verzichten. Darwinia erfordert Aufmerksamkeit, und der Weg die Wegfindung ist das Ziel. Kurzum: Bewegen und ballern, das sind die Basics.

Seelenfänger

Doch die Dinge werden komplizierter. Alle verstorbenen Kreaturen hinterlassen eine Seele samt DNS, die gen Himmel zum zentralen Knotenpunkt aufsteigt. Wartungseinheiten (die überhaupt nicht an die Recognizer aus dem Film Tron erinnern) können die Seelen vorher einsammeln, um sie in einen Inkubator abzuladen. Dort werden alle Seelen zurück in Darwinianer verwandelt. Der Tod ist nicht das Ende. Weniger herzzerreißend werden die leisen Todesschreie der kleinen grünen Kerle dadurch nicht. Später steigen nach grausigen Schlachten unzählige Seelenlichter auf, und fast trauert man ein wenig um die Strichmännchen.

Darwinia-Screenshot Darwinia-Screenshot Darwinia-Screenshot Darwinia-Screenshot

Freiheit

Einheiten sind übrigens bloß Programme, die vom Taskmanager ausgeführt werden, können also ohne Verlust per STRG+C gelöscht werden. Müssen sie auch oft, weil anfangs nicht mehr als drei Programme gleichzeitig aktivierbar sind. Der Taskmanager selbst erscheint nur bei gedrückter ALT-Taste – nichts, absolut nichts auf dem Bildschirm stört die Freiheit in Darwinia. Nicht einmal Buttons zum Erschaffen neuer Einheiten, denn diese werden per Mausgeste in die Welt gemalt. Das funktioniert sehr gut – besser als in Black & White.

Freiheit hat ihren Preis. So wenig, wie Gott seine Gläubigen in Populous zu Wegpunkten scheuchen oder mit biederer Hauswirtschaft nerven kann, so wenig lassen sich Sepulvedas Geschöpfe steuern. Darwinianer sind aufgeklärte Digitalwesen und gehorchen keinem direkten Befehl. Führen kann man sie nur indirekt per »Officer« (je nach Sprachgefühl Offizier, Beamter oder Vorsitzender). Wenn er den Weg weist, folgen die anderen wie Lemminge. (Die Referenzliste der Inspirationsquellen für Darwinia wird noch länger, keine Sorge.)

Darwinia-ScreenshotNebenbei: terminiert man einen Officer inmitten seiner Lieben, bilden seine Getreuen einen Kreis um seine Seele und bauen einen Drachen, der seine Seele begleitet. Dann fassen sie sich beinahe an ihre nicht vorhandenen Hände, wanken sachte hin und her – und trauern. Aber ich schweife ab.

Einfach. Atemberaubend.

Darwinia protzt nicht mit Realismus, sondern mit Stil. Banales Hintergrundgedudel findet nicht statt. Dazu ist die schlichte Eleganz der Welt zu fragil. Erst nach erfolgreich beendeten Missionen erklingen sehr chillige Beats von trash80 (die man sich kostenlos beim Musiker herunterladen darf). Schön smoothe Echtzeitfilter und -effekte bearbeiten die Soundkulisse, bevor sie in vollem Breitwand-Surround zirpt, plockt und wabert.

On the surface simplicity
But the darkest pit in me
(Björk, Pagan Poetry)

Vor dem Hintergrund der spröden Vektorinseln mit ihren scharfen Kontrasten (hallo Archipelagos) zeichnen sich die mathematisch schönen Fraktalbäume und die verpixelten Hauptakteure ab. Sowohl eigene Einheiten als auch feindliche Virenwesen werden mit einem (abschaltbaren) Pixeleffekt überzogen, und fast möchte man jedem einzelnen Pixel zurufen: »Ach, euch gibt’s noch?«. Daneben unterbieten sich wundersame Gerätschaften wie Solarkollektoren, Fördertürme oder Generatoren gegenseitig im Polycount.

Animal Intelligence

Und diese verdammten Viren! Hundertfüßer (Centipede, anyone?) zerfallen nach Beschuss in viele autonome Einzelwesen, die sich wieder zusammenschließen können. Spinnen – mit Lasern kaum zu bekämpfen – legen Eier, aus denen neue Viren schlüpfen. Kelchpflanzen schleudern neue Virenherde auf bereits gesäuberte Landstriche. Ameisen mit unheimlicher kollektiver Intelligenz sammeln gezielt Seelen, um sie im Ameisenbau zu neuen Ameisen zu züchten. King of Horror: der fliegende Seelenzerstörer. Der knippst das Licht dauerhaft aus. Keine Seele mehr da zum Aufsteigen. Die ungleichen Spezies interagieren auf seltsam animalische Weise miteinander und bilden ein Ökosystem, das Schritt für Schritt gecrackt werden muss. Stammhirn vs. Feinmotorik.

Darwinia-Screenshot Darwinia-Screenshot Darwinia-Screenshot Darwinia-Screenshot

Schon das anfängliche »in die Welt geworfen werden« ohne Intro macht klar: jede Mission zwingt zum Lernen. Scheinbar unmöglich zu lösende Aufgaben werden nach geistiger Offenbarung zu trivialen Arcade-Sequenzen. Der gute Doktor (optisch und biografisch eine Homage an Sir Clive Sinclair) lernt übrigens mit und entwickelt auf Wunsch diverse Upgrades für Waffen, Einheiten und Taskmanager. Darwinia tritt clevere Spieldetails nicht einfach breit. Die Ameisen etwa wären ob ihrer ungewöhnlichen K.I. brillante Dauergegner – Darwinia benötigt sie nur für ein oder zwei Level.

Darwinia hat Schwächen. Wie der unglücklich ausgewählte Level der Demoversion, der losgelöst vom Flow der Missionen recht bieder daherkommt. Oder die frickeligen Radarschüsseln zum Teleport der Darwinianer. Ihren Officers folgen sie je nach Gelände auch nur widerwillig. Mindestens ein (sehr hübscher) Level ruckelt selbst mit der charmant titulierten »I need an upgrade«-Einstellung. Und natürlich sind nur zehn Missionen viel, viel zu kurz. Niemand ist vollkommen. Welcome, Modding Community.

Evolution

Trotz einiger Schwächen spürt man gegen Mitte des Spiels: da geht noch Einiges auf der Zielgeraden. Inmitten kalter Abstraktion entwickelt sich eine kleine Story mit humanistischem Touch. Das alles weiß man anfangs nicht, und das ist gut so. Neugierde und Spieltrieb sind immer mächtiger als das bloße Erinnern an prologisch Erklärtes. Ich verrate nur soviel: religiös geht’s noch ganz schön ab, bei der Schlusspointe habe ich gegrinst, und die letzte Mission sieht höllischer aus, als sie ist – wenn man von Darwinia gelernt hat.

petra meint:
mich meinungstechnisch erst mal aufs abstellgleis bugsieren: um was inhaltlich wertvolles beisteuern zu können, hätte ich darwinia vermutlich länger spielen müssen. mir war aber nicht danach. zack. aus. ende.

aber nun: wollen wir bildunterschriften? irgendwie ja. und klar, du hast sicher 1000 gründe, die dagegen sprechen. will sie alle nicht wissen. so.
· 17. April 05 · 00:53
Zyme meint:
ich habe soeben die demo durchgespielt und kann der rezension nur zustimmen, obwohl jene demo die tatsächliche brillanz der vollversion nur unzureichend veranschaulichen soll. es ist schon sehr lange her, dass ich ein spiel bewundern durfte, welches eine derartige faszination auslöst.

bereits das geben von befehlen (zum schaffen neuer einheiten bzw. zur wahl der waffen der squads) hätten die entwickler wohl kaum intuitiver lösen können. zudem gefällt es mir sehr gut, dass man bei der betrachtung des geschehens alles andere als eingeschränkt ist: die möglichkeiten, welche man bezüglich der kameraeinstellungen besitzt sind absolut frei, sodass man sich innerhalb weniger sekunden einen perfekten überblick über die jeweilige spielsituation verschaffen kann. zudem wird man dadurch hervorragend in das spielgeschehen hineinversetzt.

des weiteren scheint darwinia eines der wenigen strategiespiele zu sein, bei dem man so etwas wie empathie für die "beteiligten figuren" aufbringen kann, was sich nun auch nicht gerade negativ auf das treffen von entscheidungen innerhalb der spielwelt auswirkt. ;)

abgesehen davon ist die atmosphäre, welche vor allem durch das faszinierende zusammenspiel verschiedener grafischer stilelemente sowie das hervorragende sounddesign aufgebaut wird, absolut beeindruckend.

darwinia scheint also ein pflichtkauf zu sein – hoffentlich nicht nur für die jenigen, welche nach spielen suchen, die tatsächlich etwas völlig neues offenbaren.
· 17. April 05 · 14:47
vibemaster meint:
ein sehr schöner artikel, kann allem positiven beipflichten. die demo fand ich gar nicht so schlecht, da viele dinge in ein level gepackt wurden, die in der vollversion dann verteilter daherkommen.

abgesehen von der tollen ästhetik finde ich auch die spielmechanik beeindruckend innovativ: das konzept, dass es keine ressourcen gibt, dafür ein kluge KI, die dich überlistet, wenn du keine gezielte taktik findest, ist fantastisch umgesetzt. auch die steuerung der einheiten (die der kamera ist sowieso super) ist mir in dieser form noch nie untergekommen: habe einige male zb einen engineer von einem guten winkel aus ein gebäude umprogrammiert und dann mitten unter feinden im sekundentakt die squads gepumpt um dann ein paar mal wild durch die gegend zu schießen, ein paar granaten zu zünden und dann gleich den nächsten squad heranzuwarpen - bis die gegend schließlich virenfrei war :)

ein paar level hab ich noch, bin schon gespannt, ob gute mods und/oder ein nachfolger kommt.
· 18. April 05 · 02:28
Hendrik meint:
Ödes, viel zu bemühtes Spiel für Leute, die sich zu schade für World of Warcraft und Counterstrike sind.

Spielt lieber ADOM. :)
· 18. April 05 · 11:46
Hendrik meint:
(Sorry wg. der Großbuchstaben.)
· 18. April 05 · 11:49
Micha meint:
Nana, wir wollen doch mal WoW und CS nicht in einen Satz packen, das ist ja beleidigend für Erstgenanntes ;)

Kann ansonsten den positiven Kommentaren nur zustimmen - der Artikel ist sehr schön geschrieben und macht Lust aufs Spiel - werd mir demnächst mal die Demo ziehen und Probe spielen ... falls WoW mich lässt *g
· 18. April 05 · 13:40
Hendrik meint:
Na, mal ehrlich: Uplink (das Hackerspiel vom selben Entwickler) war prima, ich freute mich alleine deswegen schon auf Darwinia. Dass es sich dabei lediglich um ein einfach gehaltenes RTS mit Akzent auf Micromanagement handelt, fand ich ziemlich enttäuschent. Stil über Substanz -- das stellt gerade bei einem Spiel mit offensivem Retro-Look eine interessante Ironie dar. Spaß gemacht hat's jedenfalls keinen.
· 18. April 05 · 15:52
mo [d-frag.de] meint:
Wo die Substanz unter dem Stil liegt, habe ich zu zeigen versucht. Dass es kein ödes RTS ist, auch. Kann man natürlich völlig anders sehen, wenn man mag.

(Das mit World of Warcraft und Counter-Strike habe ich nicht verstanden.)
· 18. April 05 · 19:29
Hendrik meint:
Doch, hast du.
· 19. April 05 · 14:38
Robin S. a.k.a. MakeAMillYen meint:
Super Spiel. Ein Spiel fuer Leute, die gerne Computer spielen wuerden, aber nicht wissen, was. Schnell zu lernen, viel Spielwitz, sieht cool aus, deepe Story, macht einfach Spass und ein unglaublicher Coolheitsfaktor. Wer mir ein T-Shirt mit Darwinia-Maennchen drauf schenkt, kommt gleich ins Testament.

Nach monatelangem Star Wars Galaxies Zocken - mein erstes Computerspiel nach... Bard's Tale? Paradroid? - endlich mal ne schoene Abwechslung. Einziger Minuspunkt: ich wollte den Endlevel mit einer wahnwitzigen Darwinianer-Armee loesen, da wurde das Spiel ziemlich langsam und es hat meine Gesten zum Erschaffen der Einheiten einfach nicht mehr erkannt. Das war kacke. Aber eh der falsche Weg, spaeter hab ich es mit *einer* EInheit gepackt. Trotzdem.

Gibt's mehr von der Sorte Independent-Spiele? Bin fuer jeden Tipp dankbar.

· 17. Mai 05 · 14:48
mo [d-frag.de] meint:
Mehr Indie-Spiele werden im Game Tunnel vorgestellt und rezensiert. Mein Tipp: Outpost Kaloki.
· 17. Mai 05 · 17:21
Robin S. a.k.a. MakeAMillYen meint:
Danke, Mo!!!
· 19. Mai 05 · 10:37
ben_ meint:
Archipelagos! Krasse Sch ... pargelcremesuppe! Meine Güte, ein Spiel, auf das sich selbst bei angestrengtem Nachdenken nicht mehr gekommen wäre. Und wieviele Stunden habe ich das gespielt? Oh Mann, danke für die Retroreise.
· 1. Juni 05 · 12:51

Kommentare sind für diesen Beitrag geschlossen.

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